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Erschossenes Wildschwein in einem Garten in Ebersberg.

Schweinepest und ihre Folgen 

Wildschwein-Population „mit allen Mitteln“ niedrig halten

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Die Schweinepest zieht Richtung Bayern: Die heimischen Bauern sind besorgt. Zumal wichtige Hilfsmittel fehlen.

Landkreis – „Schweinepest“: Ein Horrorwort für alle Landwirte, denn die Krankheit ist hoch ansteckend für Haus- und Wildschweine. Von Viren ausgelöst, verläuft die Pest innerhalb einiger Tage tödlich. Jetzt hat die afrikanische Schweinepest das Baltikum und Osteuropa erreicht – was die Bauern mit Sorge sehen, auch in den Landkreisen München und Ebersberg. Der Vorschlag des Deutschen Bauernverbands, 70 Prozent aller Wildschweine vorsorglich zu töten, findet Zustimmung. So etwa bei Werner Fauth (54) aus Aying. Möglich sei eine solche Abschussquote aber nur, wenn technisch aufgerüstet werde, sagt der Landwirt und Jäger, der auch Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Ebersberg ist.

-Herr Fauth, warum zweifeln Sie an der Umsetzung des Vorschlags des Deutschen Bauernverbands?

Bricht die Schweinepest aus, trifft es die Landwirte hart. Da stehen Existenzen auf dem Spiel. Mit den aktuellen technischen Mitteln sind 70 Prozent Abschuss absolut illusorisch. Wildschweine sind hauptsächlich nachtaktiv. Schauen Sie raus. Es ist bewölkt, es liegt kein Schnee. Die Sicht ist häufig schlecht. Letzte Nacht haben wir acht Wildschweine gesehen, konnten aber nur eines schießen.

-Gibt es technische Mittel, um die Quote zu verbessern?

An der Nachtzieltechnik führt über kurz oder lang kein Weg vorbei. Ich habe bereits vor sechs Jahren einen Antrag gestellt, der wurde aber abgelehnt. Mit Nachtzielgeräten könnten wir einen größeren Jagderfolg vorweisen, und es wäre auch tierschutztechnisch die beste Lösung.

-Was heißt das?

Wie gesagt, sind die Lichtverhältnisse auf der Jagd manchmal eingeschränkt. Manchmal trifft man das Wildschwein nicht richtig und es verendet qualvoll.

-Der Bayerische Jagdverband ist gegen den Einsatz von Nachtzielgeräten.

Die Verantwortlichen müssen ja auch nicht die Schäden durch Wildschweine begleichen oder die afrikanische Schweinepest in den Griff bekommen.

-Wie könnte man die afrikanische Schweinepest aus Ihrer Sicht als Jäger in den Griff bekommen?

Wichtig ist, dass die Wildschwein-Population von Beginn an niedrig gehalten wird. Am besten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Im Landkreis Ebersberg gibt es einen Schwarzwild-Arbeitskreis. Der hat Möglichkeiten zur Entsorgung von Wildschweingedärmen, die sonst im Wald liegen gelassen werden, an mehreren Stellen aufgestellt. So könnte verhindert werden, dass kranke Tiere den Erreger übertragen. Rund um den Ebersberger Forst wird viel Positives angestoßen. Davon ist der Landkreis München weit entfernt.

-Im Landkreis München gibt es ja auch weniger Wildschweine als im Ebersberger Raum.

Das stimmt, die A 99 ist eine natürliche Barriere. Das schreckt die Schweine häufig ab. Aber wenn überall so viel los wäre wie in Aying, wäre der Landkreis München auch vorne mit dabei.

-Gibt es viele Schäden rund um Aying?

Im Ortsteil Peiß war in den vergangenen Jahren nahezu jeder Landwirt betroffen, auch wenn sich die Schäden in Grenzen gehalten haben. Das ist aber eine Heidenarbeit. In einem Jahr sind meine Kollegen und ich in unserem 320 Hektar großen Gebiet etwa 3800 Stunden auf der Jagd gewesen.

-Macht sich die viele Arbeit bezahlt?

Sobald man weniger eingreift, vermehrt sich die Population extrem. Und nur, weil ein Gebiet aktuell nicht so attraktiv für Schwarzwild ist, heißt das nicht, dass es auf Dauer keine Probleme bereitet.

-Im Landkreis Starnberg gibt es ein neues System, bei dem die Wildschweinschäden mit der Zahl der Abschüsse verglichen werden, um festzustellen, wo es Nachholbedarf gibt. Was halten Sie davon?

In meinen Augen ist das Nonsens. Wildschweinpopulationen sind extrem dynamisch. In einem Jahr kann es aufgrund der Witterung weniger Schäden geben, im nächsten dann umso mehr.

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