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Landschaftsschutzgebiet-Verordnung hebelt Ayings Konzentrationsflächen aus

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Von: Wolfgang Rotzsche

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Damit Windenergieanlagen auch im Landschaftsschutzgebiet des Hofoldinger- und Höhenkirchner Forsts möglich sind, strebt der Landkreis eine Änderung der bestehenden Verordnung an.
Damit Windenergieanlagen auch im Landschaftsschutzgebiet des Hofoldinger- und Höhenkirchner Forsts möglich sind, strebt der Landkreis eine Änderung der bestehenden Verordnung an. © msc

Um Windkraft im Landschaftsschutzgebiet möglich zu machen strebt der Landkreis München eine Veränderung der Verordnung für den Hofoldinger und Höhenkirchner Forst an. Dagegen sprach sich jetzt der Ayinger Gemeinderat aus.

Aying – Mehrheitlich votierten die Gemeinderatsmitglieder mit 12:6 gegen die vorgeschlagene Veränderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Hofoldinger und Höhenkirchner Forst. Das Verfahren strebt der Landkreis München an, zur Stellungnahme ist auch Aying aufgefordert worden. Mit der geänderten Fassung möchte der Landkreis die Möglichkeit berücksichtigen, Windenergieanlagen im Landschaftsschutzgebiet errichten zu lassen.

Ausschlusswirkung für weitere Flächen

Aying hat eigentlich bereits Konzentrationsflächen im Flächennutzungsplan festgeschrieben. Das würde laut Bauamtsleiter Martin Schildmann heißen, dass die 164 Hektar auf Gemeindeflur eine Ausschlusswirkung für weitere Flächen hätten. Sein Fazit lautete: „Wir haben unseren Beitrag eigentlich schon geleistet.“ Zumal sich die Gemeinde ja auch Gedanken gemacht hat, wo Flächen für Windkrafträder funktionieren, denn einerseits müssen die Anlagen auch per Fahrzeug erreichbar sein, andererseits muss von einer Anlage auch der Strom abtransportiert werden. In den Schutzgebietsflächen ist zudem auch die Trasse für eine großräumige Umgehungsstraße eingezeichnet. Schildmanns Meinung war, „keinen vorauseilenden Gehorsam“ an den Tag zu legen.

„Uns wird der Handlungsspielraum genommen“

Bürgermeister Peter Wagner (CSU) erklärte, dass die geänderte Fassung der Verordnung vorerst keine Auswirkungen auf die Gemeinde haben werde. Aber die Verordnung würde mehr oder weniger die Konzentrationsflächen Ayings aushebeln. Auf der anderen Seite müsse sich Aying bald Gedanken machen, wie auf 1,8 Prozent der Gemeindeflächen Windkraftenergie dargestellt werden kann. Denn so will es der Gesetzgeber. Das ärgert den Rathauschef: „Uns wird der Handlungsspielraum genommen.“ Und es kommt noch dicker: „Wir Flächengemeinden haben da einen Nachteil“, so Wagner. Denn dicht besiedelte Kommunen wie Ottobrunn könnten dieser Vorgabe nur schwer nachkommen.

Christine Squarra (Grüne) merkte an, dass eventuell nicht nur ein Windrad ins Gemeindegebiet kommen wird. Es könnten folglich auch mehr sein. Deswegen sollte der geplanten Verordnung zugestimmt werden. Mehrheitlich, mit zwölf zu sechs Stimmen, wurde die vorgeschlagene Veränderung der Verordnung abgelehnt .

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