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Die S7 ist eine Sorgen-S-Bahn - viele Anliegerkommunen wünschen sich den zweigleisigen Ausbau.

Ministerin greift ein

Zwei Gleise für die S7-Ost: Verkehrsministerin beauftragt DB mit Planung

  • vonAndreas Sachse
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Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) setzt sich für den zweigleisigen Ausbau der S7 ein. Der Kreistag begrüßte ihr Engagement, geht aber auf Nummer sicher und hält den Daumen weiter auf den Planungen.

Landkreis – Anfang Februar hatte Schreyer das neue Amt übernommen und bekundete als Verkehrsministerin nur vier Wochen darauf, ihr Interesse am Ausbau der Schiene in der Region. Besonders am Herzen liegt der Unterhachingerin offenkundig der seit Jahren geplante zweigleisige Ausbau der S7-Ost von München-Giesing bis Kreuzstraße. Was auf der S7 passiert, kümmert aber nicht nur die Anlieger-Gemeinden. Verspätungen auf der nur eingleisig ausgebauten Strecke, wirken sich mitunter auf den kompletten S-Bahnbetrieb aus. Im vergangenen November beschloss der Kreis, die Untersuchungen zum Ausbau durch eine Machbarkeitsstudie zu beschleunigen. Dieser Beschluss ist mit der Ankündigung Schreyers, die Dinge in die Hand zu nehmen, hinfällig. Landrat Christoph Göbel (CSU) reagierte begeistert: „Es muss ja auch mal Vorteile haben, wenn man als Landkreis selbst eine Ministerin stellt.“

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Der Kreis spart sich so eine Investition

Schreyer kündigte an, die Deutsche Bahn (DB) mit Planungen für den zweigleisigen Ausbau der S7-Ost zu beauftragen. Damit spart sich der Kreis die im November beschlossenen Investitionen in ein so genanntes Leistungsverzeichnis, das schlussendlich in eine Machbarkeitsstudie hätte münden sollen.

Gerade in Zeiten, in denen die Kreisräte wegen der Corona-Krise künftig wohl sparsamer wirtschaften müssen, kommt die Initiative der Verkehrsministerin in den Fraktionen gut an. „Wir sind wahnsinnig erleichtert, dass es ein Stück weiter geht“, sagte SPD-Vize-Fraktionssprecherin Ingrid Lenz-Aktas.

Als tatsächlich zuständiger Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr liege der Ausbau der S7 dank Schreyers Vorstoß in der richtigen Hand, meinte Göbel. Nach Überzeugung des Landrats wird das Thema im Verkehrsministerium „fachlich wie personell bestens betreut“.

SPD vermisst feste Zusagen

Gänzlich aus der Hand geben, mochte der Kreisausschuss die Angelegenheit aber nicht. Lenz-Aktas etwa ließ erkennen, verwertbare Zusagen schriftlicher Art aus dem Verkehrsministerium zu vermissen. Einstimmig entschieden die Fraktionen daraufhin, die angestoßenen Untersuchungen zum Ausbau der S7 im Auge zu behalten, um auf der Strecke möglichst zeitnah einen zweigleisigen Betrieb im 15-Minutentakt zu gewährleisten.

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