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Am liebsten auflösen würde die Bahn den Übergang an der Holzkirchner Straße. Doch die Leute aus Peiß sind dagegen. Zeitplan und Grunderwerb für die Umbauarbeiten sind noch offen. 

Modernisierung und Umbau

Ayinger wollen alle Bahnübergänge behalten

Vier Bahnübergänge muss die Bahn im Bereich Aying umbauen. Der Gedanke, den Übergang Peiß/Holzkirchner Straße aufzulösen, kommt bei den Bürgern ganz schlecht an.

Aying Die Bahnübergänge Peiß/Mitterweg, Peiß/Holzkirchner Straße, Göggenhofen/Neugöggenhofen und Großhelfendorf/Forststraße müssen modernisiert werden. Manfred Rauscher von der DB Netz AG stellte die Pläne bei einer Bürgerversammlung in Peiß vor. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund vier Millionen Euro.

In Großhelfendorf muss der Übergang umgebaut werden, weil die Umlaufsperren für Fußgänger nicht mehr zulässig sind. Wenn die Schranken zu sind, könnten Fußgänger trotzdem das Bahngleis betreten. Zudem gebe es eine Abhängigkeit mit dem erneuerten Übergang in Grub (Gemeinde Valley), die einen Umbau notwendig macht. Alleine das kostet rund eine Million Euro. Auch die alten Signalanlagen müssen erneuert werden, bis nach Peiß hinauf. Die Bahnübergänge werden vom Zug aus geschaltet und hängen signaltechnisch zusammen, weswegen alle vier Übergänge gemeinsam betrachtet werden müssen. Billig wird das nicht.

Bahn und Gemeinde suchen Einsparmöglichkeiten

Zusammen mit der Gemeinde überlegt die Bahn, wo Geld gespart werden kann. Da die Peißer Übergänge sehr nah beieinander lägen, könnte der über die Holzkirchner Straße entfallen. Dafür wäre aber eine Straßenspange, westlich vom Bahngleis, zum Bahnübergang Mitterweg notwendig. Unterm Strich ließen sich damit rund 400 000 Euro sparen. Aber Verkehr über den Mitterweg nähme zu. Diese Einsparung empfand nicht nur Claudia Blumoser als „lächerlich“. Auch musste sich Rauscher von den rund 75 Zuhörern anhören, dass es verwunderlich sei, wenn es im 21. Jahrhundert technisch keine Umbaulösungen gäbe.

Technisch sei alles möglich, war die Antwort Rauschers. Aber es gebe gesetzliche Vorgaben, die einzuhalten seien. Deswegen müssten auch Halbschranken gebaut werden, wo bisher nur Lichtzeichenanlagen stehen.

Noch überhaupt nicht geklärt sei in dieser frühen Planungsphase der notwendige Grunderwerb. Eduard Poncers Kommentar dazu: „Wenn die Eigentümer nicht zustimmen, sind die Planungen hinfällig.“ Rauscher schloss nicht aus, dass es als „ultima ratio“ zu Enteignungen kommen könnte. „Weil die Bahn dem öffentlichen Verkehr dient“, sagte er.

Unterführung in Großhelfendorf?

Die Kosten teilen sich zu je einem Drittel der Bund, die Bahn und der jeweilige Straßenlastträger. In Peiß und Göggenhofen ist das die Gemeinde Aying, in Großhelfendorf der Landkreis München. Bis 2019 sind noch Fördermittel abrufbar, die für den Straßenlastträger Zuschüsse von rund 60 Prozent der Kosten in Aussicht stellen.

In Großhelfendorf gibt es laut Bürgermeister Hans Eichler (PWH) Überlegungen, den Übergang kreuzungsfrei zu gestalten, etwa mit einer Unterführung. Hier gebe es Gespräche mit der Firma Fritzmeier als direktem Anlieger und dem Landkreis München. Freigehalten werden soll auf jeden Fall der Platz für ein zweites Bahngleis, versicherte der Rathauschef. Bei einem Stimmungsbild im Publikum gab es eine eindeutige Meinung, alle vier Bahnübergänge bestehen zu lassen. Demnächst wird sich der Gemeinderat mit der Thematik befassen.

Großer Infobedarf

1600 mal wurde die Seite mit der Ortsbürgerversammlung in Peiß auf der Gemeinde-Homepage aufgerufen. Da war Bürgermeister Hans Eichler (PWH) sichtlich erleichtert, dass „nur“ um die 75 Bürger der Einladung gefolgt sind. Die fanden Platz in der „Osteria Italiana Zur Post“.

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