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Der angeklagte Vater bestreitet die Vorwürfe.

Eltern des Angeklagten sagen aus

Baby fast totgeschüttelt? Es gab Erziehungsprobleme

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Sauerlach – Ein junger Vater soll seine kleine Tochter mehrmals geschüttelt und damit ihren Tod bewusst in Kauf genommen haben. Am zweiten Prozesstag sagen seine Eltern aus.  

Hat er sein Baby fast totgeschüttelt? Seit Montag steht Daniel J. (23) aus Sauerlach vor Gericht, weil er seine kleine Tochter Lilly im Dezember 2014 misshandelt haben soll.Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor. Denn Lilly hat schwere Hirnschäden davon getragen und wird wohl lebenslang behindert bleiben.

Am zweiten Prozesstag sagten am Donnerstag die Eltern des Angeklagten aus. „Über den Vorfall haben wir zuhause nicht gesprochen“, sagt Mutter Sandra. „Ich weiß auch nicht, wie es Lilly geht“, behauptet sie. Tatsächlich kämpft das kleine Mädchen in der Klinik noch ums Überleben. Währenddessen sitzt die Großmutter angespannt im Zeugenstand, lächelt unsicher und nickt artig. Ja, Daniel J. und seine Ehefrau Sandra seien sehr gläubig, berichtet sie. Beide hätten früher gemeinsam Dienst in der Kirchengemeinde geleistet. Das Verhältnis zur Schwiegertochter sei aber nie sehr gut gewesen. „Ich hatte immer das Gefühl, sie wollte Daniel für sich haben“, sagt Sandra J. Mit Vater Helmut sei Sarah stets besser klargekommen. „Das Verhältnis war anfangs sehr herzlich, eine Zeit lang hat sie bei uns gewohnt“, sagt dieser. „Wenn es aber nicht so lief, wie sie wollte, gab es Streit.“

"Papa, es ist etwas ganz Schlimmes passiert"

So war es laut Anklage vor der mutmaßlichen Tat auch mit Daniel J. In der Nacht hatte Sarah bei einer Freundin übernachtet. „Ich hatte immer Angst, dass sie ihn manipuliert“, sagt dessen Vater Helmut. 19 Jahre alt war Sarah, als die kleine Lilly zur Welt kam. Mit der Erziehung hatte das Paar Probleme, wie im Prozess deutlich wird. Daran erinnert sich auch Vater Helmut. „Daniel hat sich später immer entschuldigt“, sagt er. „Ich habe aber nie mitbekommen, dass er grob zu Lilly gewesen ist.“

Umso größer ist der Schrecken, als er Anfang Dezember 2014 eine Kurznachricht mit folgendem Inhalt erhält: „Papa, es ist etwas ganz Schlimmes passiert. Lilly wacht nicht mehr auf.“ Die genaue Ursache ist noch nicht geklärt.

Kindsmutter Sarah verweigert die Aussage vor Gericht – sie muss ihren Mann nicht belasten. Zwei Rettungssanitäter beschrieben Daniel J. am Donnerstag als „seltsam ruhig“, nachdem sie infolge des Notrufs eingetroffen waren. Sarah dagegen hätte sehr geweint. Sie ist die Einzige, die Daniel in der Haft besuchen darf – seine Eltern dagegen wollte er dort schon länger nicht mehr sehen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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