Ortstermin im seit 2009 verwaisten Bahn-Store: Christian Hennhöfer und Sandra Uhde als Pächter würden die Räume gern wiederbeleben – nun liegt es an der Bahn, ihre Zusagen in puncto Renovierung endlich zu erfüllen. Foto: Thomas Rychly

Bahnhof Neubiberg: Bewegung nach jahrelangem Stillstand

Neubiberg - Nach jahrelangem Dornröschenschlaf tut sich endlich etwas am Bahnhof Neubiberg: Noch heuer will die Bahn den ehemaligen Service-Store wieder betriebstauglich machen. Mit Christian Hennhöfer und Sandra Uhde stehen die Pächter schon längst in den Startlöchern.

Es ist eine fast unendliche Geschichte. Die von der Service-Wüste am Neubiberger Bahnhof. Dort gab es mal einen DB-Store, doch die großzügigen Geschäftsräume sind seit Oktober 2009 verwaist. Heute sieht es fast genauso aus wie vor viereinhalb Jahren: Kabelreste und Staubfetzen liegen hinter der Glasfassade, Kunden stehen vor verschlossenen Türen. Eine Semmel, ein Getränk oder Lektüre kaufen für die S-Bahn-Fahrt? Nicht am Bahnhof Neubiberg.

Doch jetzt soll sich das ändern. Noch dieses Jahr. Christian Hennhöfer und Sandra Uhde verhandeln seit Mai 2013 mit der Bahn, wollen die Geschäftsräume pachten. Elf Begehungen haben sie schon durchgeführt, bis heute kam es aber zu keinem Vertragsabschluss. „Wir haben all unsere Hausaufgaben erledigt: Bankkredit und Inneneinrichtung stehen, Verhandlungen mit Zulieferern laufen. Aber wir kommen nicht weiter“, klagt Hennhöfer gegenüber dem Münchner Merkur. Haupt-Knackpunkt sei, dass die Bahn bis dato nicht die dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten in Angriff genommen habe: Nach viereinhalb Jahren Leerstand hat sich allerlei Ungeziefer eingenistet, Türen und Fenster sind nicht mehr dicht, Decken und Wände müssen saniert werden. „Die Quintessenz bis heute ist gleich null“, moniert Hennhöfer.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Bahn-Pressesprecher Bernd Honerkamp den Dauer-Stillstand so: „2013 war kein Budget für eine Renovierung vorhanden, deshalb ist nichts passiert. Aber jetzt ist das Geld beantragt.“ Den Unmut der Pächter in spe könne er verstehen, aber er sei „zuversichtlich, dass der Umbau zeitnah erfolgt und 2014 über die Bühne geht“, sagt Honerkamp. Einen Service-Store wie früher werde es nicht mehr geben: „So sind Wege frei, neu zu denken.“

Ideen haben Christian Hennhöfer und seine Lebensgefährtin Sandra Uhde einige, bloß die Umsetzung scheiterte bis dato: an der Bahn. „Die Leute fragen täglich bei uns nach, was Sache ist“, sagt Hennhöfer. Heuer soll’s endlich klappen. Sagt die Bahn. Leise Zweifel sind, bei der Vorgeschichte, angebracht. Aber die Hoffnung lebt.

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