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Abschied vom Weltenbummler mit dem Herz in der Heimat

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Von: Andrea Kästle

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Als gelernter Kupferschmied war Alfred Max Bugger überall in der Welt im Einsatz.
Als gelernter Kupferschmied war Alfred Max Bugger überall in der Welt im Einsatz. © privat

Alfred Max Bugger hat beruflich mindestens die halbe Welt bereist. Sein Herz aber blieb immer in seiner Heimat Baierbrunn. Jetzt ist er im Alter von 80 Jahren gestorben.

Baierbrunn - „In seinen besten Zeiten“, erzählt Alfred Buggers Sohn Marcus, „war er übers Jahr zwei Monate daheim.“ Wo es dem Vater am besten gefallen habe? Sein Sohn sagt: in Baierbrunn. Alfred Bugger, Jahrgang 1941, ist in der Gemeinde aufgewachsen. Als er zwei Jahre alt war, wurde das Elternhaus von einer Bombe getroffen. „Es war die einzige Bombe, die auf Baierbrunn gefallen ist“, sagt sein Sohn, bei dem Unglück starb der Vater, die Mutter mit beiden Kindern überlebte.

Gelernt bei Linde

Alfred fing mit 14 als Laufbursche bei Linde an - und hat am Ende für die Firma Projekte überall auf der Welt verwirklicht. Mal Wärmetauscher montiert in Brasilien, mal Erdgas-Verflüssigungsanlagen gebaut in den USA. Gelernt hatte er, auch bei Linde, Kupferschmied. 45 Jahre hat Bugger bei der Firma gearbeitet.

Mit 21 Jahren in Brasilien

Schon mit 21 Jahren war er nach Brasilien gegangen für seinen Arbeitgeber – und ist dort, wie der Sohn erzählt, drei Jahre geblieben. „Mein Vater hatte sich immer weitergebildet“, und weil er gut war in seinem Job, kam er viel herum. Er war in Norwegen, in China, in den USA, Marcus und sein Bruder sind in Idaho und New York auf die Welt gekommen. Wirklich angesiedelt hat sich die Familie aber dann in Baierbrunn, 1976 konnten sie in der Gemeinde bauen. Seine Frau Brigitte hatte Alfred Bugger in Köln kennengelernt, als er dort beruflich unterwegs war.

Engagiert im Gemeindeleben

Aber Alfred Bugger wohnte nicht nur in Baierbrunn. Er brachte sich auch ins Gemeindeleben ein, engagierte sich in der Nachbarschaftshilfe, im Pfarrgemeinderat, war bei den Trachtlern, half mit beim Isartaler Tisch, gehörte dem Heimatverein an, war bei der SPD. Unter Bürgermeisterin Christine Kammermeier saß er von 2002 bis 2008 im Gemeinderat. Sein Sohn sagt, ihm sei es ums Dorfbild gegangen, um die Ökologie. Bei der Maimusi, die in Baierbrunn zuständig ist für die Aufstellung des Maibaums, machte er ebenfalls mit. Er war, sagt Marcus Bugger und lacht, „überall dabei außer beim Sportverein. Er hackte lieber Holz als Sport zu machen“.

„Er liebte das Leben“

Sein Vater, berichtet Sohn Marcus, sei gesellig gewesen, überhaupt nicht nachtragend, in der Familie habe er durchaus Werte vorgegeben, eine natürliche Autorität ausgestrahlt – und habe deshalb nicht mit Strafen arbeiten müssen. „Er arbeitete immer viel und hart, aber er liebte das Leben und konnte es auch in vollen Zügen genießen. Er hatte für alle ein offenes Ohr und eine helfende Hand.“

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