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Dieser Gleisumbauzug hebt die Schienen an, damit die alten Schwellen entfernt werden können. 

Schienenersatzverkehr

Bauarbeiten an der S7: Darauf müssen sich Pendler einstellen

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Seit vergangenem Samstag erneuert die Bahn zwischen Baierbrunn und Schäftlarn die Gleise der Linie S7, die Arbeiten dauern noch bis zum 9. Juni. Für die Pendler zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth bedeutet das noch zwei Wochen lang Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen – und damit längere Fahrzeiten.

Baierbrunn– 35 Minuten dauert die Fahrt mit den Bussen zwischen den beiden SEV-Endstationen laut Bernd Honerkamp, Sprecher der Deutschen Bahn. Das sind 20 Minuten mehr als in der S-Bahn. „Die Pendler fahren dann einen Takt später als normalerweise“, erklärt er. Sollte die Fahrt Richtung München ein paar Minuten länger dauern, sei immer noch genügend Puffer vorhanden, um die S-Bahn in Höllriegelskreuth zu erreichen. Tagsüber stünden immer drei bis vier Busse bereit, um die Pendler auf der Strecke zwischen den beiden Endstationen an ihren jeweiligen Zielort zu bringen.

Der strikte Takt der Busse hat aber auch seinen Preis: Sie halten nur in Höllriegelskreuth und Wolfratshausen direkt am Bahnhof. In Buchenhain, Hohenschäftlarn, Ebenhausen und Icking müssen die Pendler von der B11 zum Bahnhof laufen, in Baierbrunn hält der SEV in der Oberdiller Straße. „Das sind maximal 200 Meter“, sagt Honerkamp. Neben längeren Fahrzeiten müssen die Pendler also noch zusätzlich Meter machen, um mit den Öffentlichen zur Arbeit zu kommen.

Bislang gab es laut Honerkamp keinerlei Probleme, doch das könnte sich in der letzten Woche der Gleisarbeiten nach den den Ferien ändern, räumt er ein. „Durch den erhöhten Verkehr sind dann Verzögerungen möglich.“ Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die Pendler in Richtung München den Anschluss in Höllriegelskreuth verpassen und am Bahnhof auf die nächste S-Bahn warten müssen. In Richtung Wolfratshausen könnte sich die Busfahrt ebenfalls länger als 35 Minuten ziehen, sollte es auf der B11 stocken. Auf das vermutlich höhere Pendleraufkommen will die Bahn reagieren und die Busse aufstocken. Um eine mögliche weitere Woche mit Schienenersatz-Verkehr müssten sich die Pendler keine Sorgen machen. Honerkamp: „Wir liegen im Zeitplan und werden rechtzeitig fertig.“

Alles neu auf den Gleisen

Zwischen Baierbrunn und Schälftlarn werden die Gleise komplett erneuert. Kosten: rund 4,5 Millionen Euro. Auf der 4,7 Kilometer langen Strecke tauscht die Bahn 10,1 Kilometer Schienen aus, verlegt 7800 Schwellen neu und setzt 21 Tonnen Schotter um. Die Arbeiten erfolgen in drei Schritten. In der ersten Woche tauscht die beauftragte Firma Huber nach 80 Jahren die 1938 verlegten Stahlschwellen aus und ersetzt sie durch Betonschwellen. Hierfür setzt die Bahn auf freier Strecke einen über hundert Meter langen Gleisumbauzug ein. Dieser hebt die Schienen an und biegt sie nach außen, entfernt die alten Schwellen und macht sie bereit für den Abtransport. Kurze Zeit später legt er die neuen Schwellen im Abstand von 60 Zentimetern ins Gleisbett zurück und bringt die Schienen wieder an. 230 Meter schafft der Gleisumbauzug pro Stunde. An den Bahnhöfen Ebenhausen und Schäftlarn werden die Arbeiten mit Baggern ausgeführt. Im zweiten Schritt wird das Schotterbett gereinigt. Zerbröselter Schotter wird durch neuen ersetzt. Als letzte Aufgabe erneuert die Bahn dann die im Jahr 1980 verlegten Schienen.

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