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Lehrstück gegen Trickbetrüger

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Von: Andrea Kästle

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„Lug und Betrug“ – und viel Lob für die Akteure: die Darsteller der Theatergruppe Graben zusammen mit den Baierbrunnern Bernhard Ketterl, Christine Zwiefelhofer und Richard Händl (vorn, v.l.). Rechts neben Händl Barbara Macheiner und Günther Müller, beide von der Kripo in Augsburg, sowie Karl Schneid vom Präventionsdezernat der Polizei München.
„Lug und Betrug“ – und viel Lob für die Akteure: die Darsteller der Theatergruppe Graben zusammen mit den Baierbrunnern Bernhard Ketterl, Christine Zwiefelhofer und Richard Händl (vorn, v.l.). Rechts neben Händl Barbara Macheiner und Günther Müller, beide von der Kripo in Augsburg, sowie Karl Schneid vom Präventionsdezernat der Polizei München. © Händl

Wie können sich Senioren gegen Trickbetrüger schützen? Auf der Bühne bekommen sich das einprägsam vermittelt - in einem Theaterstück.

Baierbrunn – Für Kinder gibt es, damit sie sich richtig verhalten auf der Straße, schon lange den Verkehrskasperl. Jetzt hat die Theatergruppe Graben aus der Gegend von Augsburg ein Lehrstück in Kooperation mit der Polizei entwickelt, das sich an Senioren wendet und in dem es um den richtigen Umgang mit Trickbetrügern geht. Vor kurzem war das Stück in Baierbrunn im Bürgerzentrum zu sehen – und wurde allerbestens angenommen.

Gut 70 Leute hatten sich eingefunden im Sport- und Bürgerzentrum, hinterher meinte Trachtenvorstand Richard Händl, dessen Verein die Bühne aufgebaut und die Kulissen zur Verfügung gestellt hatte: „Manchen Zuschauern sind die Augen richtig aufgegangen. Wenn einem solche Szenen vorgespielt werden, wird einem viel eher klar, was da eigentlich passiert.“ Organisiert hatte das Ganze Seniorenbeauftragte Christine Zwiefelhofer, die meinte: „Wie groß der Kontrast zwischen dem ist, wozu man verleitet wird am Telefon, und einer richtigen Reaktion, wurde sehr gut deutlich. Wir hatten nur positive Rückmeldungen.“

„Lug und Betrug“ heißt das Stück, das in sechs kleinen Szenen vorführt, wie trickreich Trickbetrüger auch diejenigen einwickeln, die sich erst ganz sicher sind, dass sie solchen Anrufern niemals auf den Leim gehen würden. Gleichzeitig wird eben auch dargestellt, wie man richtig auf solche kriminellen Anrufe reagiert.

Geldforderung bei angeblichen Unfällen

Dabei geht das Repertoire, aus dem die Betrüger inzwischen schöpfen, weit über den altbekannten „Enkeltrick“ hinaus. Eine gängige Geschichte, die gern erzählt wird, handelt etwa davon, dass Teile einer rumänischen Diebesgruppe gefasst worden seien, bei denen sich ein Zettel gefunden habe mit dem Namen des Angerufenen – deshalb solle die oder der jetzt der Polizei alle Wertsachen und sämtliches Bargeld in Verwahrung geben. Und immer wieder wird gern berichtet von angeblichen Unfällen, die irgendwelche Verwandten gehabt hätten, die jetzt dringend ein Medikament bräuchten, für das man sofort Geld überweisen müsse. Inzwischen rufen die Betrüger auch mal von der Nummer 110 aus an – was die Polizei freilich niemals machen würde.

Unter den Zuschauern weilten auch Besucher aus Wolfratshausen und Geretsried, selbst aus Garching. Dort interessieren sie sich ebenfalls für ein Gastspiel der Theatergruppe.

Eine Spende wollten die Darsteller von den Baierbrunnern nicht annehmen, das Geld, 500 Euro, geht jetzt an eine caritative Einrichtung im Umland..

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