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Der Betrieb geht weiter: Nur kurz war das Gasthaus „Zur Post“ am Montag geschlossen. Der schwerverletzte Wirt Roman Schmoll will so schnell wie möglich zurückkehren.

„Wir müssen es schaffen“

Baierbrunner Wirt verliert bei Explosion Hand: So geht es Roman Schmoll jetzt

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Das Team von Hotel und Gasthof „Zur Post“ in Baierbrunn wagt nicht, innezuhalten. Das Gasthaus hat geöffnet. Dabei ist es erst zwei Tage her, dass Wirt Roman Schmoll (57) bei einer Explosion seine rechte Hand und den kleinen linken Finger verloren hat.

Baierbrunn–  Am Montag hat sie das Lokal für ein paar Stunden geschlossen, um den Schwerverletzten im Krankenhaus zu besuchen. Danach klingt ihre Stimme brüchig am Telefon. Aber auch ein bisschen kräftig. Diese Kraft mag ihr Schmoll vom Krankenbett aus mitgegeben haben. „Er ist stark, unglaublich stark“, sagt Kurucová. Sie weiß nun, Roman Schmoll wird alles dafür tun, um zurückzukehren in die „Post“, an den Herd des Restaurants, das beide seit zwei Jahren führen. Jetzt aber muss sie es erst einmal alleine schaffen. Ein Aushilfskoch steht ihr morgen noch zur Seite, dann wird sie selbst kochen. Auch eine Bedienung ist da. „Wir halten zusammen“, sagt Kurucová. Das Unglück vom Samstag darf einfach nicht das Ende eines gemeinsamen Traumes bedeuten.

Stargast: Vor wenigen Wochen besuchte TV-Koch Frank Rosin (l.) die Wirte Martina Kurucová und Roman Schmoll.

Wie berichtet, hatte es am Abend, gegen 21.30 Uhr, vor dem Biergarten eine Explosion gegeben, bei der Wirt Schmoll schwerst verletzt wurde. Offensichtlich war ein Feuerwerkskörper explodiert und hatte ihm eine Hand abgerissen, dazu einen Finger. Zunächst versorgten ihn Helfer des First Responder der Hohenschäftlarner Feuerwehr. Sie stabilisierten Schmolls Kreislauf und stoppten die starke Blutung am Unterarm. Die Situation sei schlimm gewesen, sagt gestern Daniel Buck, der Kommandant der Feuerwehr Hohenschäftlarn. Schmoll sei zwar ansprechbar gewesen, sei aber unter schwerem Schock gestanden. Er habe starke Schmerzen gespürt und sich kaum artikulieren können. Noch am Samstagabend wurde er im Krankenhaus notoperiert.

Zwei Tage später, am Montag, ist Schmoll ansprechbar, hat schlimme Schmerzen. Er kann sie aushalten, bekommt Medikamente. „Er ist gut drauf, positiv und zuversichtlich“, sagt Kurucová. Schmoll habe ihr erzählt, was passiert ist: Er habe eine Silvester-Rakete im Gras gefunden und sie zünden wollen. Als der Feuerwerkskörper nicht regagierte, habe Schmoll ihn in die Hand genommen. In diesem Moment sei die Rakete explodiert. Kurucová sagt, der Knallkörper sei wahrscheinlich von Silvester übrig geblieben. Damals habe sie den Gästen jedes Feuerwerk verboten. Warum die Rakete so lange unbemerkt in der Wiese lag, weiß sie nicht.

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Fest steht: Roman Schmoll und seine Familie trifft mit dem Unglück ein furchtbarer Schicksalsschlag. Schmolls Sohn hat die Explosion direkt mitbekommen, hat ein Knalltrauma erlitten. Er und auch seine Mutter müssen psychologisch betreut werden. Dazu kommt: Der Gasthof tut sich wirtschaftlich schwer. Seit zwei Jahren führen Schmoll und Kurucová die Geschäfte, zuvor hatte Schmoll 20 Jahre lang die Gaststätte „Zur Linde“ in Wolfratshausen geleitet. Doch in Baierbrunn lief es nicht. In ihrer Not wandten sich die Wirte an Frank Rosin. Im Juli war der Star-Fernsehkoch angereist, hatte Konzept und Speisekarte umgekrempelt. Ließ auch die Wirtsräume neu gestalten. In den vergangenen Wochen hatte sich das Team daran gemacht, Rosins Ratschläge umzusetzen.

So reagierte TV-Koch Frank Rosin auf das Drama um den Baierbrunner Wirt

Der Gemeinde sei sehr daran gelegen, dass sich die „Post“ fange, sagt Baierbrunns Bürgermeister Wolfgang Jirschik. Ein echter Treffpunkt fürs Dorf soll sie werden. Dafür will jedenfalls Wirtin Kurucová alles tun. „Wir müssen es schaffen, anders geht es nicht“, sagt sie.

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