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Förster Gerritt Hinner und Erich Rühmer mit den Teilnehmern der Pflanzaktion in Baierbrunn.

Aufforsten nach Schädlingsbefall

Baierbrunn: Fleißige Kinder pflanzen 100 Tannen am Isarhang

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Einen Beitrag zum Schutz der Isarauen haben Drittklässler in Baierbrunn am Wochenende geleistet. Mit einer großen Pflanzaktion.

Riesengewusel unlängst am Isarhang unterhalb der Konradshöhe in Baierbrunn: viele bunte Tupfer im Wald, die hin- und herflitzen, dazwischen mal ein lauter Pfiff, lachende und ratschende Kinder- und Erwachsenenstimmen. Der Isartalverein hat beim Aufforsten der 2,4 Hektar, die er dort unten besitzt, die Grundschule mit eingebunden. Weshalb jetzt die zwei dritten Klassen mit der Schulsozialarbeiterin Simone Schönlaub nach Anleitung von Förster Gerrith Hinner 100 Weißtannen in netterweise schon vorgegrabenen Löcher gesetzt haben.

„Gibt es noch Bäume?“ Wurde irgendwann immer wieder von den Kindern gefragt – aber da war die Arbeit auch schon getan. Und alle Tannen, 15 bis 30 Zentimeter hoch, waren im Boden versenkt. „Jetzt hoffen wir erst mal auf Regen“, so Erich Rühmer, seit 19 Jahren Vorsitzender des Isartalvereins, und sah sich zufrieden um. Drei Jahre alt sind die Setzlinge, 60 bis 70 Jahre dürften vergehen, bis sie ausgewachsen sind.

Die Tannen sind robuster als ihre Vorgänger

Auf lange Sicht sollen die Tannen, die tiefer wurzeln als Fichten oder Kiefern, den Hang stabilisieren. In den letzten Jahren hat sich hier der Baumbestand arg gelichtet, 60 bis 70 Prozent der dort beheimateten Eschen mussten herausgenommen werden. Sie hatten sich einen aus Asien eingeschleppten Pilz eingefangen, der dann das sogenannte Eschentriebsterben verursacht. „30 bis 40 Bäume müssen hier noch raus“, sagte der Förster Gerritt Hinner.

Dabei brauchen alle Wälder momentan viel Pflege. Es ist ja nicht nur der Pilz aus Asien, der den Stämmen zu schaffen macht: Der Borkenkäfer greift vor allem die Fichten an, der Eichenspinner die Eichen, und die Ulmen müssen sich wehren gegen den Ulmensplintkäfer. Weshalb man gut überlegen muss, welche Bäume man überhaupt noch nachpflanzen kann. „Die Flatterulme wäre auch noch widerstandsfähig“, sagte Hinner.

Nach getaner Arbeit gab’s für die Kinder etwas zu trinken. „Wir würden uns mehr Schulen im Umkreis wünschen, die so engagiert sind wie die Baierbrunner“, lobte derweil Erich Rühmer, ehe er mithalf, Apfelschorle an fleißige Helfer zu verteilen.

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