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Die Grundschule soll am aktuellen Standort bleiben.

Ausbau statt Neubau

Grundsatzbeschluss zur Schul-Erweiterung

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Baierbrunn – Erstmals ist nun im Baierbrunner Gemeinderat öffentlich diskutiert worden über das einzige große Thema, das die Kommune bewegt: die Schule. 9 von 14 Gemeinderäten sprachen sich für eine Erweiterung am aktuellen Standort aus – nach langer Beratung.

Die Verwaltung stellte mehrmals klar, dass der nun gefasste Grundsatzbeschluss erstmal nur bedeutet, dass die Planung am alten Standort weiter vorangetrieben wird. Der Neubau am Wirthsfeld, die Alternative, ist damit „definitiv“ noch nicht vom Tisch. Sowohl die ÜWG als auch die BIG-Fraktion von Bürgermeisterin Barbara Angermaier stimmten nicht einheitlich ab. Christine Zwiefelhofer votierte als einzige aus der ÜWG für den Neubau, von der BIG waren nur Oliver Knab und Markus Sexl dafür, am Wirthsfeld neu zu bauen. Die CSU war für den Neubau, SPD und Grüne waren dagegen. Angermaier, die ihre Meinung als eine der wenigen gar nicht vortrug, stimmte für die Erweiterung.

Dabei ist der Beschluss, den der Gemeinderat fasste, einer mit vielen Unbekannten. Unklar ist, wie weit ins Landschaftsschutzgebiet am jetzigen Standort eingegriffen werden darf. Architekt Stefan Holzfurtner, der im Vorfeld die Machbarkeit von fünf möglichen Varianten durchgerechnet hatte, sagte: „Wenn der politische Wille der Gemeinde da ist, ist es durchzusetzen, ins Landschaftsschutzgebiet reinzubauen.“ Nur erkenne er diesen Willen nicht. Offen ist außerdem, wie die Erschließung über die an manchen Stellen zu enge Hermann-Roth-Straße so geregelt werden kann, dass das Landratsamt zufrieden ist. Zudem weiß niemand genau, mit wie vielen Schulkindern Baierbrunn rechnen muss in den nächsten Jahren. Eine Bedarfsplanung, dem Gemeinderat vorgelegt, besagt, dass 2018 erstmals drei erste Klassen gebildet werden müssen. Dann wird es am jetzigen Standort noch enger. Aber der Schulaus- oder Neubau ist frühestens 2020 fertig. Aber vielleicht käme in der kleinen Gemeinde, wenn dort keine weiteren Neubaugebiete ausgewiesen werden, vielleicht auch nur eine erste Klasse zustande. Geschäftsführerin Nina Schierlinger sagte: „Das liegt natürlich an Ihnen. Wenn Sie weiter nachverdichten wollen, kommen mehr Kinder.“

„Der jetzige Standort ist nicht geeignet für die Zukunft“, meinte Oliver Knab, BIG und eröffnete eine Debatte, in der das Wort „wenn“ sehr oft vorkam. Sorgen machen ihm die „fehlende Erschließung“, auch sei das 60 Jahre alte Schulgebäude „energetisch unwirtschaftlich“. Sein Fraktionskollege Markus Sexl schloss sich an: „Es wird am jetzigen Standort extrem eng.“

Alexander Lechner und Anton Ley, SPD, waren beide für den jetzigen Standort, denn „ein Neubau ist nicht das, was wir stemmen können.“ Die Lage der Schule sei unschlagbar schön. Auch Robert Gerb, Grüne, fand: „Wir können uns den Neubau nicht leisten.“ Weil der mit veranschlagten 13,5 Millionen Euro 5,5 Millionen teurer wäre als die Erweiterung. Außerdem müsste für eine Schule am Wirthsfeld auch ein Schulbus eingerichtet werden für die Kinder aus Buchenhain, der ebenfalls kostet. Auch Wolfgang Jirschik, ÜWG, befürchtete: „Wenn wir so viel Geld ausgeben, sind wir vielleicht gezwungen, an anderen Stellschrauben zu drehen.“ Anderer Meinung ist Bernhard Ketterl (CSU): „Ich bin mir sicher, dass wir den Neubau finanzieren können.“

Nun wird getan, was Baierbrunn schon seit 2013 macht: Es wird weiter geplant und überlegt. Inzwischen ist allerdings das einst erstellte Raumprogramm für die Mittagsbetreuung schon wieder überholt: Nicht mehr nur 80 Prozent der Baierbrunner Kinder werden wohl künftig von den Eltern für die Zusatz-Betreuung angemeldet, sondern so gut wie alle. In der Gemeinderatssitzung saß auch Schulleiterin Konstanze von Unold unter den Zuhörern und wurde nach ihrer Meinung gefragt. „Ich kann und will Ihnen die Entscheidung nicht abnehmen.“ Allerdings sei es sicher sinnvoll, ein wenig „Flexibilität einzuplanen“. Denn unter Umständen würden künftig Klassen auch mit weniger Kindern schon geteilt.

Andrea Kästle

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