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Merkur-Redakteurin Patricia Kania kommentiert den Fall Kelvion in Baierbrunn.

Zur Schließung des Baierbrunner Produktionsstandortes von Kelvion

Kommentar: Ohne Moral und Gewissen

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Baierbrunn - Was bei Kelvion in Baierbrunn derzeit passiert, ist trauriges Beispiel für eine Unternehmenspolitik, deren Moral von ungezügelter Profitgier gefressen wurde, meint Merkur-Redakteurin Patricia Kania.

Was bei Kelvion in Baierbrunn derzeit passiert, ist trauriges Beispiel für eine Unternehmenspolitik, deren Moral von ungezügelter Profitgier gefressen wurde. Schon mit der Übernahme durch einen internationalen Investor vor zwei Jahren war klar: Jetzt zählen nur noch Zahlen und Umsätze. 

Dass hier ein Traditionsunternehmen mit Geschichte dahintersteckt, und Mitarbeiter, die meist seit mehr als 20 Jahren hier arbeiten, sich mit ihrer Firma identifizieren und sich dafür aufarbeiten, ist egal. Stattdessen werden Loyalität und auch Existenzängste ausgenutzt, um Druck aufzubauen: Ihr müsst mehr schaffen, mehr produzieren, euch noch mehr reinhängen. Und die Angestellten tun es. Sie schieben Überstunden, kommen an Wochenenden zur Arbeit, weil sie Familie haben, weil sie vielleicht Kredite abzahlen müssen und weil sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen. 

Wie bitter ist es dann erst, am Ende zu erfahren, dass das alles nur Mittel zum Zweck war, um der längst geplanten Schließung den Weg zu bereiten. Um den ein oder anderen schon vorher an seine Grenzen zu treiben, damit er von selbst geht und dem Unternehmen damit eine teure Abfindung erspart. Dieser Umgang mit Menschen ist schlichtweg gewissenlos. Und man muss sich nicht wundern, wenn sich zerstörtes Vertrauen und Unsicherheiten auf die Arbeitsqualität niederschlagen. Denn ein Unternehmen ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter.

Lesen Sie hier unseren Bericht zum Thema.

pk

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