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Roman Schmoll und Sohn Raphael (6) im Krankenhaus. Schmolls Hand wurde durch einen Feuerwerkskörper weggesprengt.

Er erinnert sich an den Moment

Hand bei Böller-Explosion verloren: Jetzt spricht der Baierbrunner Wirt

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Vor knapp zwei Wochen hat der Gastronom Roman Schmoll bei einer Explosion seine rechte Hand verloren. Er gibt sich kämpferisch

Baierbrunn – Seine Stimme klingt fest. Und was er sagt, ist voller Zuversicht. Denn heute kann Roman Schmoll nach Hause, zurück in die Wohnung über dem Hotel-Gasthof „Zur Post“ in Baierbrunn (Landkreis München). Dort wohnt er mit seiner Lebensgefährtin Martina Kurucová (42). Gemeinsam führen sie seit zwei Jahren das Haus an der Wolfratshauser Straße. Und Kurucová ist es auch, die Schmoll „Kraft gibt, unendlich viel Kraft“, wie er sagt. Dafür, das Geschehene anzunehmen und nach vorne zu blicken. „Wir müssen kämpfen, aber wir schaffen es“, sagt er. Dabei ist die Explosion, die ihm nicht nur die rechte Hand, sondern auch den kleinen Finger der linken Hand abgerissen hat, erst kurze Zeit her (Merkur.de* berichtete).

“Ich hatte unendliche Schmerzen“

Es passiert am 18. August, ein lauer Samstagabend. Roman Schmoll hat im Biergarten der „Post“ zu tun. Sein Sohn hat an diesem Tag Geburtstag und bringt dem Papa eine Silvester-Rakete, die er in einer Kiste gefunden hat. Schmoll zündet sie an, doch nichts passiert. Er versucht es ein weiteres Mal. Als sie wieder nicht zündet, nimmt er sie in die Hand. Eine fatale Entscheidung, denn genau in diesem Moment explodiert die Rakete. 

Ein entsetzlicher Moment, an den er sich sehr genau erinnert: „Ich habe einen Blitz gesehen. Und sofort verstanden, dass meine Hand weg ist. Sie lag zerfetzt in der Wiese. Da war ein großes Loch in meinem Arm. Überall Blut. Mein Sohn hat geschrien. Ich hatte unendliche Schmerzen. So schlimm, dass ich wollte, dass mich die Leute einschläfern.“

Der Gasthof zur Post einen Tag nach dem Unfall.

Ganz ruhig erzählt er von diesen Minuten. Es sei passiert, nicht mehr zu ändern. Dass er lernen müsse, damit zu leben, das Beste daraus zu machen. Selbst die Lungen-Embolie, an der er in der Klinik erkrankte, hat er weggesteckt. All seine Hoffnung setzt er jetzt auf die Prothese, die ihm die Ärzte anpassen wollen. Mit der neuen, mechanischen Hand werde er 90 Prozent seiner Fähigkeiten zurückerlangen, haben sie ihm versprochen. Darauf baut er. Woher er diese unglaubliche mentale Stärke nimmt? „Wir sind alle so, meine Eltern, meine Großeltern, alle“, sagt Schmoll, der ursprünglich aus Tschechien stammt, und vor Baierbrunn über viele Jahre das Gasthaus „Zur Linde“ in Wolfratshausen (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) geführt hat.

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Seine Frau steht ihm zur Seite

Dort hat er vor mehr als einem Jahrzehnt auch seine Martina kennengelernt. Die Frau, die ihm in diesen schwierigen Tagen nach der Explosion zur Seite steht mit ihrer Liebe. Einer Liebe, die frisch ist. Denn erst vor knapp drei Jahren ist aus ihnen ein Paar geworden. „Es hat geblitzt. Und wie. Wir sind verliebt wie am ersten Tag“, sagt Roman Schmoll.

Verbunden hat beide von Beginn an auch der Traum eines gemeinsamen Gastronomie-Betriebs. Sie ist in Mähren geboren und gelernte Köchin. Er gelernter Koch, vertraut mit allen tschechischen Gerichten: Was lag da näher als ein Restaurant mit böhmisch-mährischer Küche? Doch der Wechsel von der „Linde“ zur „Post“ lief nicht rund. Das Paar tat sich schwer, die Gäste blieben aus. In ihrer Not baten sie im Sommer Frank Rosin um Hilfe. Der Restaurant-Retter und TV-Star kam tatsächlich und erarbeitete mit dem Team ein neues Konzept. Von nun an sollte es aufwärts gehen.

Und daran soll das Unglück nichts ändern. Im Gegenteil. Noch mehr als bisher möchte das Paar kämpfen, Gäste ins Haus holen mit guter Küche und jeder Menge Gastfreundlichkeit. Anpacken will Roman Schmoll. Mit beiden Händen.

Ilsabe Weinfurtner

- Koch gesucht -

Das Team der Post in Baierbrunn braucht Verstärkung. Gesucht wird ein ausgelernter Koch in Vollzeit. Weitere infos unter 089/79 89 33 70.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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