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Große Gesten: Ministerpräsident Markus Söder spricht in Baierbrunn vor rund 1200 Gästen. 

Ministerpräsident Söder zu Gast in Baierbrunn

„Ich bin der Markus, hier bin ich daheim“

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„Wir sind ein barmherziges Land. Wir helfen gern. Aber wir dürfen darüber die Einheimischen nicht vergessen.“ Nach vier Tagen Gaufest war am Montag noch einmal Betrieb im Festzelt Baierbrunn. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war gekommen. Und hielt eine Rede, deren Hauptthema natürlich die Flüchtlinge waren.

Baierbrunn– Nach seinen gut einstündigen Ausführungen vor dem großen Schriftzug seiner Partei, strahlte der Ministerpräsident. Er hielt einen Keferloher hoch, aus dem man ihn kein einziges Mal hatte trinken sehen. Winkte. Ließ sich fotografieren. Dann wurde, begleitet von der Isartaler Blasmusik unter Adi Stahuber, die Bayernhymne gesungen.

Die vordere Tischreihe im Zelt war komplett reserviert gewesen für CSU-Ortsverbände aus der näheren und nicht mehr ganz so nahen Umgebung. Einige Bürgermeister waren ebenfalls da, unter ihnen auch Jan Neusiedl aus Grünwald, der meinte, er kenne Söder noch aus Zeiten der Jungen Union (JU) . Außerdem freilich erschienen: Ernst Weidenbusch, Direktkandidat für den Norden des Landkreises bei den Landtagswahlen, Bezirksrätin Ilse Weiß und Landrat Christoph Göbel mit Frau.

Die Sängerrunde Straßlach-Dingharting war wiederum von Kerstin Schreyer, Landtagskandidatin aus Unterhaching und inzwischen auch Sozialministerin, persönlich eingeladen worden. Gertraud Schadt und ihre Mitsänger hatten die Einladung gern angenommen, sie meinten, sie hätten „den Söder ja noch nie live erlebt. Nur im Fasching, im Fernsehen“.

Applaus und stehende Ovationen nach Söders Rede. 

Leute wie ein Mann mittleren Alters, der der CSU weniger nahesteht und einfach mal hören wollte, was der bayerische Regierungschef so zu sagen hat – die waren wohl eher in der Minderheit.

Dabei hat Söder in seiner bisherigen Amtszeit freilich schon oft in Bierzelten gesprochen. Als er anfing, war ja quasi schon Wahlkampf. Seine Rede musste er seither auch kaum verändern, denn die Flüchtlingsproblematik, um die es ihm vorwiegend ging, gärt ja, seit er vor 101 Tagen Ministerpräsident geworden ist. Dass das Thema inzwischen eine Sprengkraft entwickelt hat, die die Koalition zerreißen könnte – davon wiederum merkte man in seiner Ansprache nichts.

„Ich möchte keine Berliner Verhältnisse in Bayern“

Berlin kam darin praktisch nicht vor, beziehungsweise kam Berlin vor als Schreckensvision dessen, was aus einem Bundesland werden kann. „Ich möchte bitte keine Berliner Verhältnisse in Bayern“, sagte er, in der Bundeshauptstadt müsse man eigentlich immer wieder Schilder aufstellen, auf denen „danke, danke, danke“ steht. Weil so viel dort nur deshalb umgesetzt werden konnte, weil es mit Geldern des Länderfinanzausgleichs finanziert wurde, zu dem der Freistaat als „Leistungsherz“ der Republik nicht unerheblich beiträgt. Entsprechend: „Ich war in letzter Zeit zweimal in Berlin und einmal in Österreich, ich sag’s ganz offen: In Bayern ist es halt doch am schönsten.“ So was wurde gern gehört im Zelt.

Zwischenapplaus bekam Markus Söder aber immer dann, wenn es um seinen Asylplan ging. Wenn er von älteren Frauen berichtete, die mit ihrer kargen Rente kaum mehr über die Runden kommen, auflistete, dass Bayern künftig eigenmächtig abgelehnte Geflüchtete abschieben werde, in eigenen Flugzeugen. Dass den Asylbewerbern hier die Taschengelder gestrichen werden, „wir sind das erste Bundesland, das komplett auf Sachleistungen umstellt“. „Bravo“, rief ein Besucher. Gleichzeitig sollen sich die Betroffenen, während sie auf ihre Bescheide warten, auch nützlich machen. 5000 „gemeinnützige Jobs“ seien dafür eigens geschaffen worden.

Schließlich verteidigte der ehemalige Heimatminister dann auch noch Polizeiaufgabengesetz wie Kreuz-Erlass, die beiden Maßnahmen, mit denen er seine Amtszeit eröffnet hatte. Das Kreuz gehöre nun mal zu Bayern und sei ja „kein Symbol der Ausgrenzung“. Und er erläuterte, dass er die Amtszeit von Ministerpräsidenten in Bayern begrenzen wolle auf zehn Jahre. Auch das fanden die Zuhörer gut. Am Ende versprach er „100-prozentigen Einsatz für dieses Land“. Letzter Satz: „Ich bin der Markus, hier bin ich daheim und hier will ich bleiben.“

„Gott sei Dank keine Chronik“

Er bekam minutenlangen Applaus, die rund 1200 Leute waren aufgestanden. Dann überreichte ihm Kerstin Schreyer als Dankeschön ein Körbchen mit verschiedenen Likören aus dem Klosterladen Schäftlarn, für das sich Söder etwas vorschnell bedankte: „Gott sei Dank keine Chronik!“ Die bekam er dann freilich auch noch ausgehändigt – vom örtlichen CSU-Vorsitzenden Felix Maiwald. Auch beim Rausgehen schüttelte Söder eifrig Hände. Am Tisch der Sängerrunde Straßlach-Dingharting meinten sie: Ja, man könne sich schon vorstellen, dass er viel von dem, was er vorhat, umsetzen werde.

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