Rathaus Baierbrunn
+
Vom Rathaus fühlen fühlen sich Hausmitbewohner, die wie eine der infizierten Familien im Feuerwehrhaus wohnen, nicht ausreichend informiert.

Nach Corona-Ausbruch in Baierbrunn

Hausmitbewohner fühlen sich nicht ausreichend informiert

  • Patricia Kania
    vonPatricia Kania
    schließen

Die Nachbarn einer der Familien, die sich auf einer Hochzeit mit dem Coronavirus infiziert haben, sind sauer auf die Gemeinde Baierbrunn. Sie fühlen sich von ihr nicht ausreichend informiert.

Baierbrunn – Der Coronaausbruch nach einer Hochzeitsfeier mit zwei Großfamilien in Baierbrunn beschäftigt die Gemeinde weiterhin. Jetzt melden sich Mieter zu Wort, die sich um ihre Gesundheit sorgen. In einem Brief an den Münchner Merkur macht Mieterin Luise Schleicher ihrem Ärger Luft. Sie wohne zusammen mit zwei weiteren Parteien in dem Haus, in dem auch eine der infizierten Großfamilien lebt. Dabei handelt es sich um das Feuerwehrhaus.

„Wir wurden nicht informiert und wohnen mit den Infizierten Tür an Tür“

„Wir wurden bis heute nicht von der Gemeinde informiert, haben unsere Kenntnisse von Nachbarn und aus Lokalnachrichten. Wir teilen das Treppenhaus, die Müllanlage mit den Infizierten und wohnen Tür an Tür mit Ihnen. Wo bleibt da die Verantwortung der Gemeinde?“, schimpft Schleicher. Die Gemeinderatssitzung, die im Feuerwehrhaus hätte stattfinden sollen, hat Bürgermeister Patrick Ott vorsichtshalber abgesagt zum Schutz der Teilnehmer. Dass aber diejenigen, die mit den infizierten Personen unter einem Dach wohnen, nicht informiert werden, kann die Baierbrunnerin nicht nachvollziehen.

Im Landratsamt München kann man die Sorge zwar verstehen, dennoch gebe es ganz klare Regelungen. Demnach besteht keine Auskunftspflicht über eine Coronaerkrankung gegenüber Nachbarn, so lange sie nicht als Kontaktperson der ersten Kategorie eingestuft werden. Dabei sei man, so eine Sprecherin des Landratsamtes, natürlich auf die wahrheitsgemäßen Angaben der betroffenen Personen angewiesen. Die infizierten Personen stehen unter häuslicher Quarantäne, dürfen die Wohnung also nicht verlassen. Somit bestehe auch keine Gefahr der Begegnung im Hausflur. Wenn jemand betroffen ist, werde er selbstverständlich kontaktiert, versichert die Sprecherin.

Auch interessant

Kommentare