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So günstig wie in Baierbrunn ist die letzte Ruhe nirgends im Landkreis: 390 Euro kostet ein Einzelgrab, 654 Euro ein Doppelgrab für zehn Jahre. 

56.000 Euro Defizit

Baierbrunn prüft höhere Grabgebühren: Die letzte Ruhe muss sich rechnen

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Auf dem Friedhof macht die Gemeinde Baierbrunn Miese - 56.000 Euro beträgt das Defizit. Deshalb könnten bald die Grabgebühren steigen.

Baierbrunn– Die Grabgebühren in der kleinen Gemeinde Baierbrunn sind besonders günstig. So günstig, dass die Verwaltung alle Jahre wieder im Bestattungswesen ein ziemliches Defizit ausgleichen muss. 56 000 Euro „Unterdeckelung“ galt es heuer auszugleichen. Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat länger darüber diskutiert, auf welcher Grundlage die Friedhofs- und Bestattungsgebühren neu kalkuliert werden können.

Bei den Nachbarn ist Sterben teurer

390 Euro kostet ein Einzelgrab für zehn Jahre. Das Doppelgrab kommt für denselben Zeitraum auf 654, ein Urnengrab auf 258 Euro. So günstig ist die letzte Ruhe sonst nirgends in den umliegenden Gemeinden; nur die Urnengräber sind in Pullach für weniger Geld zu haben, für 160 Euro nämlich pro Platz. Pullach ist überhaupt mit seinen Preisen auf den örtlichen Friedhöfen halbwegs vergleichbar mit Baierbrunn. Aber auch hier wird für das Doppelgrab mehr, nämlich 860 Euro, verlangt. Und sehr viel teurer ist wiederum das von Größe und Struktur mit Baierbrunn vergleichbare Schäftlarn. Hier muss für ein Einzelgrab für zehn Jahre mit 700 Euro gerechnet werden, das Doppelgrab kommt auf 1400 Euro.

Klar ist also, dass auch Baierbrunn mit seinen Friedhofspreisen nach oben gehen wird; die Frage im Gremium war nur, wie die neuen Preise ermittelt werden sollen. Laut Landratsamt muss das auf der Grundlage einer „sachgerechten Kalkulation“ passieren, wie sie die Gemeinde zuletzt 2011 aufstellen hat lassen. „So eine Kalkulation ist ziemlich komplex, das können wir hier nicht leisten“, erläuterte die geschäftsleitende Beamtin Nina Schierlinger den versammelten Kommunalpolitikern. Aber ein externes Fachbüro verlangt für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung über 7000 Euro.

Und dieses Geld waren die Gremiumsmitglieder eben nicht bereit, auszugeben. Hans Peter Hecker (BIG) meinte, man brauche doch keine genaue Kalkulation, wenn es dann ohnehin der Gemeinde überlassen bleibe, welchen Prozentsatz der ermittelten Kosten sie sich dann über die Gebühren von den Bürgern zurückholen wolle. „Das Fremdbüro können wir uns sparen“, befand er. Ihm schlossen sich letztlich alle Gemeinderatsmitglieder an – bis auf Bürgermeister Wolfgang Jirschik (ÜWG) der für den Vorschlag der Gemeindeverwaltung stimmte.

Michael Sexl (BIG) befürchtete, wenn man die Gebühren zu sehr erhöhe, würden viele Baierbrunner ihre Gräber auflassen. „Wir lösen damit vielleicht eine Welle aus, und dann haben wir noch weniger Einnahmen“, mahnte er. Auch Josef Fröhler (CSU) und Oliver Knab (BIG) erkannten den „Mehrwert“, den eine genaue Kostenaufschlüsselung bringen könnte, nicht. Knab fand außerdem: „Wir haben wichtigere Themen.“ Anton Ley (SPD) schlug derweil vor, erstmal Kosten auf dem Friedhof zu sparen, etwa die Hecken seltener zu schneiden. „Da gibt es doch immer Möglichkeiten.“

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