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„Wir verfolgen jetzt eine klare Linie“: die Wirte Roman Schmoll und Martina Kurucová mit Frank Rosin (l.). Auf Anraten der Filmleute wurden auch die Strohmatten vom Dach der Pergola im Biergarten entfernt. Statt dessen wurde das Plastikdach mit weißen Stoffbahnen abgehängt.

 „Post“ wurde von TV-Gastronom beraten

Sternekoch Frank Rosin coacht Wirt in Baierbrunn - und das kam heraus

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Kabel 1 hat die Baierbrunner Post besucht. Das Fazit? Mission erfüllt, Wirtshaus erfolgreich gecoacht. Aber es wird sich einiges ändern.

Baierbrunn – Durchaus was los hier im eher verschlafenen Biergarten der „Post“ in Baierbrunn. Kameraleute schleppen ihre Kameras über den Kies, junge Leute, tätowiert, mit Käppi oder auch mit Vollbart oder beidem, sitzen herum. Zwischen ihnen ein aufgeräumt wirkender Mann, stämmig, in der hellen Lederhosn in Kombination mit einem rosageblümten Hemd, der den neben ihm Stehenden gern den Oberarm tätschelt. Es ist Frank Rosin, Sternekoch und selbst Gastronom, der seit neun Jahren für Kabel 1 ins Strudeln geratene Wirtschaften wieder auf Vordermann bringt. Indem er ihre Wirte tagelang coacht und bei Bedarf auch ein wenig an der Einrichtung Hand anlegt. Das haben er und sein Team jetzt auch in Baierbrunn gemacht.

Wie soll man sagen. An diesem Mittwoch findet man schon den Biergarten einigermaßen umgestaltet vor. Links wenn man reinkommt, ist eine Grillstation entstanden, die Schaukel ist weg, ebenso das Trampolin. Stattdessen Blumen. In Kübeln, in einem alten Schlitten, auf Fensterbänken, am Boden. Was durchaus schön ist. „Zu uns kommen eher alte Leute, die Kinder waren oft zu laut“, meinte dann auch Pächterin Martina Kurucová. Sie und ihr Partner Roman Schmoll schauten an diesem Nachmittag vorwiegend entschlossen. Während der Meister, Rosin, viel redete, aber zu Baierbrunn im Besonderen nur wenig sagen mochte. Er wolle der Sendung freilich nicht vorgreifen. Die wird nach den Sommerferien ausgestrahlt.

„Post“ hatte schon lange wirtschaftliche Probleme

Dass die Post in Baierbrunn in einer Wirtschaftskrise steckt – das ist schon länger kein Geheimnis. Im Zwei-Jahres-Takt haben sich dort in letzter Zeit die Pächter die Klinke in die Hand gegeben, mal hat ein Grieche in der Wolfratshauser Straße sein Glück versucht, dann kam die Küche wieder vorwiegend Italienisch daher. Zuletzt haben zwei Frauen dort gewirkt und sich dabei finanziell das Genick gebrochen. Roman Schmoller und Martina Kurucová übernahmen das, wie auch Rosin dann meinte, „schöne Gebäude in schöner Lage“ vor zwei Jahren. Schmoller ist gelernter Gastronom, er kommt aus Carlsberg und ist noch zu Mauerzeiten in den Westen geflohen. Zuletzt führte er über 20 Jahre lang das Gasthaus Zur Linde in Wolfratshausen.

In Baierbrunn war seine Strategie dann die, am besten von allem etwas zu bieten. Mittwoch war bei ihm Pizzatag, Gyros bekam man auf Vorbestellung ebenso. Die Karte war tendenziell eher bayerisch, wobei die meisten Gäste, wie er am Mittwoch bei der eigens anberaumten Pressekonferenz gegen Ende des Drehs mit Rosin leicht genervt meinte, ohnehin Schnitzel bestellt hätten: „Zehn von 20 wollten das.“

Geändert wird was Entscheidendes: Künftig wird bayerisch-böhmische Küche serviert

Das wird sich jetzt ändern. Soviel konnte man dann doch heraushören aus den Ausführungen des Wirte-Coachs. „Wir haben jetzt eine Linie“, erklärten die beiden Pächter. Die Post serviert künftig bayerisch-böhmische Küche. An der Grillstation gibt es Spanferkel und Steckerlfisch. Man wird sich nicht mehr verzetteln.

In diese Richtung gingen dann auch die eher allgemein gehaltenen Ausführungen von Rosin. Jeder meine, sagte er sinngemäß, er könne ein Lokal führen, ohne Konzept, ohne Planung. Die Rechnung gehe freilich nicht auf. „Wir leben in einem Zeitalter der Markenwelt.“ Der Gast wolle wissen, was ihn erwartet. Im Übrigen sei, meinte er und tätschelte dabei die Schulter des Wirts, seine Doku-Soap das „erfolgreichste Projekt im deutschen Fernsehen“ und auch als ein „Akt der Nächstenliebe“ zu verstehen. Weil man ja die Beteiligten, in deren Etablissements das insgesamt über 80-köpfige Team mit seinem Meister jeweils bis zu zehn Tage verbringt, vor dem Ruin rette. Na klar, manchem Pächter tue durchaus weh, was er sich anhören müsse vom Fachmann. Anders gehe es halt nicht. „Wir reden mit den Menschen und gehen auch in die persönliche Tiefe.“

Dann? Durfte man noch ein Foto machen. Frank Rosin zupfte den Kragen von Roland Schmoll zurecht („immer muss man Dich schön machen!“) und nahm beherzt die Wirtin in den Arm. Dann strahlten sie, alle drei.

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