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Am aktuellen Standort soll die Schule in Baierbrunn nicht bleiben. Der Gemeinderat hat sich gegen eine Erweiterung an der Hermann-Roth-Straße ausgesprochen.

Gemeinderat entscheidet sich für Neubau

Baierbrunn will neue Schule an neuem Standort

Ziemlich überraschend hat der Gemeinderat Baierbrunn für eine neue Grundschule an neuem Standort votiert. Obwohl die Zahlen, die die Gemeinde zur Schüler-Entwicklung gefordert hatte, noch gar nicht vorliegen.

Baierbrunn – In der Diskussion um eine neue Schule ist die Gemeinde Baierbrunn einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Die Ratsmitglieder haben in der Sitzung des Gemeinderats beschlossen, einen Neubau auf der grünen Wiese, möglicherweise am Wirthsfeld, zu errichten. Der aktuelle Standort soll aufgegeben werden.

Somit erübrigt sich auch das Bürgerbegehren, das die Grünen und der Bund Naturschutz gegen zwei mögliche Erweiterungspläne an der Hermann-Roth-Straße angestrengt hatten, weil die Pläne dort ihrer Meinung nach zu sehr ins Landschaftsschutzgebiet eingegriffen hätten.

Eine jahrelange Debatte geht nun zunächst zu Ende. Die Kommune hat sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht. Es war so lange über mögliche Alternativen nachgedacht worden, dass die ursprünglich eingeholten Daten, die der Diskussion zugrunde lagen, schon nicht mehr gültig waren.

Seltsam: Der Gemeinderat hatte zwar beim Planungsverband aktuelle Berechnungen über die zu erwartenden Schülerzahlen der nächsten Jahre angefordert, aber das Ergebnis wartete er gar nicht ab. Die doch eher unerwartete Entscheidung für den Neubau traf er ohne vorliegende Zahlen des Planungsverbands. Die Verwaltung hatte vorab vorgeschlagen, erstmal nur diejenigen Erweiterungsvarianten auszusortieren, die zu sehr ins Landschaftsschutzgebiet eingreifen.

In der Sitzung dröselte Bauamtsleiter Andreas Braun die wichtigsten Zahlen auf: 13,2 Millionen Euro, meinte er, müsse man für den Neubau veranschlagen. Wird am Wirthsfeld gebaut, kommen nochmal 100 000 Euro im Jahr für einen Bus hinzu, der die Buchenhainer Kinder zur Schule bringt. Denn die Eltern würden sie wohl nur ungern mit der S-Bahn fahren lassen. Und für eine Schule im Umgriff der katholischen Kirche müsste erst noch der Grund erworben werden, wofür Braun weitere drei Millionen Euro ansetzte.

Letztlich haben sich nach einer Diskussion neun Gemeinderäte für den Neubau ausgesprochen, vier dagegen. Hans-Peter Hecker, BIG, gehörte zu den Befürwortern: „Ein modernes Gebäude mit niedrigen Unterhaltskosten kann deutlich besser gestaltet werden und ermöglicht weitere Erweiterungen. Die alte Stelle ist einfach zu eingeschränkt.“ Auch die CSU ist für den Neubau. Josef Fröhler bekräftigte: „Wir brauchen eine zukunftsfähige Lösung, wahrscheinlich mit dreizügiger Schule.“ Ähnlich denkt Zweiter Bürgermeister Wolfgang Jirschik (ÜWG), der die Sitzung leitete, weil Bürgermeisterin Barbara Angermaier (BIG) krank war: „Die Nachteile am jetzigen Standort sind einfach zu groß.“

Robert Gerb, Grüne, gehörte neben Alexander Lechner (SPD) zu denen, die die Schule an der Hermann-Roth-Straße gern erhalten hätten. „Ich finde, dass sich Baierbrunn einen Neubau eigentlich nicht leisten kann. Und ist es nicht seltsam, dass wir die Entscheidung jetzt treffen, kurz bevor wir die zu erwartenden Schülerzahlen vom Planungsverband bekommen?“

Allerdings: Ob mit dem Beschluss die Karten unwiderruflich gelegt sind, das bleibt dahingestellt. „Vielleicht ist das letzte Wort ja noch gar nicht gesprochen“, meinte Fröhler nach der Sitzung. Und er räumte ein: „Der Beschluss kam vielleicht ein wenig verfrüht.“ Derweil sollen am kommenden Montag die Zahlen vom Planungsverband vorliegen. In nicht-öffentlicher Sitzung will sich der Gemeinderat mit ihnen befassen.

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