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Die Kandidaten: (v.l.) Peter Tilmann (Grüne), Felix Maiwald (CSU) und Wolfgang Jirschik (ÜWG).

Vor der Wahl am Sonntag

Bürgermeister-Kandidaten im direkten Vergleich

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Gewerbe, Schule, Ortsentwicklung: Die drei Bürgermeister-Kandidaten aus Baierbrunn haben dieselben Themen. Doch bei der Umsetzung gibt‘s frappierende Unterschiede.

Baierbrunn – Eigentlich wollen die drei Bürgermeisterkandidaten in Baierbrunn alle dasselbe: eine neue Schule, mehr Gewerbe, einen Ortsentwicklungsplan. Aber sie wollen es, wie eine Podiumsdiskussion der BIG mit rund 200 Besuchern im Pfarrsaal zeigte, auf sehr verschiedene Weise.

Deutlich wurde dies beim Thema Nummer eins, der Grundschule. Musiker Felix Maiwald will diese mit einem Bürgersaal ausstatten. „Ich habe bei den Baierbrunner Kammerkonzerten gemerkt, dass der Pfarrsaal hier einfach nicht ausreicht für die Gemeinde. Er ist entweder zu klein so wie heute, oder die Akustik ist zu trocken.“ Überhaupt zeigte sich, dass der CSU-Bewerber eher groß denkt: Er sprach immer wieder von „Visionen“ und formulierte in seinem Schlusswort die Hoffnung, die Baierbrunner könnten ihm in diesen Visionen folgen.

Wolfgang Jirschik (ÜWG), der seit dem Rücktritt von Bürgermeisterin Barbara Angermaier (BIG) im November 2017 die Geschäfte der Gemeinde leitet, bezog dazu klare Position: „Ich halte nichts von Visionen.“ Er sei für das Machbare. „Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann.“ Maiwald meinte: „Es ist essentiell, dass wir ins Zentrum der Schule den Saal stellen.“ Die Gemeinde brauche eine neue, belebte Ortsmitte. Er glaube nicht, dass der Neubau damit teurer werde. Jirschik wiederum mahnte: „Wir müssen Überschuldung vermeiden.“ Von den Reserven sei in der kleinen Kommune, wenn mit dem Bau begonnen werde, kaum mehr was übrig. Unter anderem, weil nächstes Jahr die Kreisumlage 5,1 Millionen Euro betragen wird. Auch der Grünen-Kandidat Peter Tilmann macht sich Sorgen um die Finanzierbarkeit. Ihm liegt eine nachhaltig gebaute Schule am Herzen. Jirschik betonte aber auch: „Die Schule ist das Projekt, das wir stemmen müssen. Wir haben die Lok im Gemeinderat schon angeheizt, ich werde die Regler auf volle Fahrt stellen.“ Und Maiwald meinte: „Wir müssen wissen, um die Schule zu bezahlen: Wo kriegen wir Gewerbe her?“

Viele Besucher sind zur Podiumsdiskussion in den Pfarrsaal gekommen.  

Denn Baierbrunn braucht mehr Gewerbe, darin sind sich die Drei einig. Maiwald sagte, er habe dafür schon „einen Strukturplan fertig in der Schublade“ und fand, man müsse die Gewerbesteuer senken. Tilmann ist es wichtiger, nichtstörende Betriebe anzusiedeln.

Einig sind sich die drei Bewerber auch, dass ein Ortsentwicklungsplan nötig ist. Bei diesem Thema geht für den Grünen-Kandidaten die Bürgerbeteiligung vor, „in Kommunikation mit dem Gemeinderat“. Jirschik verwies darauf, dass die Gemeinde ein neues Gewerbegebiet nur an der B 11 unterhalb vom Wirthsfeld ausweisen kann. Bis das aber überplanbar ist, würden vier Jahre vergehen.

Der Idee von Maiwald, die Schule, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, in Wohnungen für Senioren umzuwandeln, konnte der ÜWG-Kandidat nicht viel abgewinnen. „Die Schule gilt als nicht erschlossen“, sagte Jirschik. Und man wisse nicht, ob die Gemeinde es sich leisten kann, das Gebäude nicht zu verkaufen.

Für den Umweltschutz – das Thema des Grünen-Kandidaten Tilmann – reicht es seiner Meinung nach nicht, aufs Wasserkraftwerk an der Isar zu verweisen, wie Maiwald das getan hatte. „Das ist nur Greenwashing von Eon“, sagte Tilmann, zweiter Vorsitzender der „Bürgerkraft Isartal“. Jirschik sagte diesbezüglich etwas kryptisch: „Es tut sich was sehr Positives für uns, was den Klimaschutz betrifft. Das wird in nächster Zeit vorgestellt werden.“ 

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