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Naturschützer mit Unterschriftenmappe: Stefan Zenz, Gunter Hellmann, Beate Burkhart (l., v.l.) und Peter Tilmann (r.), die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Baierbrunn.

Grüne und Bund Naturschutz sammeln Unterschriften

Bürgerbegehren gegen Varianten des Grundschulausbaus

Baierbrunn – In Baierbrunn kehrt, was den Ausbau der Grundschule angeht, einfach keine Ruhe ein. Jetzt haben der Bund Naturschutz und die Grünen ein Bürgerbegehren initiiert gegen zwei von drei möglichen Ausbau-Varianten am jetzigen Standort. Weil die zu sehr ins Landschaftsschutzgebiet eingreifen würden. Am Freitag wurde die Unterschriftenliste im Rathaus übergeben.

Erst vor wenigen Wochen hat sich der Gemeinderat genau dafür ausgesprochen in einem Grundsatzbeschluss: die Mittagsbetreuung dort zu bauen, wo die Grundschule jetzt ist. In der Hermann-Roth-Straße. Wobei zwei der drei vorgestellten Erweiterungs-Möglichkeiten Richtung Osten stattfinden würden – sich also auf die sogenannte Schulwiese erstrecken würden, wo jetzt schon die Container für die Mittagsbetreuung stehen. Dort ist aber Landschaftsschutzgebiet, dort ist, wie Stefan Zenz, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Baierbrunn, sagt, unter anderem auch der Uhu heimisch geworden. Seiner Ansicht nach bleiben der Gemeinde nur zwei Möglichkeiten: am jetzigen Standort die Schule im Norden auszubauen – oder gleich einen Neubau zu errichten am Wirthsfeld.

270 Unterschriften haben die Initiatoren in den letzten Wochen gesammelt, rund 40 mehr als nötig gewesen wären - Baierbrunn hat etwa 2300 stimmberechtigte Bürger. Wenn formal alles stimmt, hat die Gemeinde einen Monat Zeit, über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zu entscheiden und müsste dann innerhalb der nächsten drei Monate den Bürgerentscheid veranlassen. Die Frage, die den Baierbrunnern darin gestellt würde, würde lauten: „Sind Sie dafür, dass die Grundschule nicht in das Landschaftsschutzgebiet am Isarhochufer entlang der Hermann-Roth-Straße erweitert wird?“

Präsentiert wurde die Unterschriftenmappe erstmals am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung des Bund Naturschutz im Sport- und Bürgerzentrum. Stefan Zenz meinte bei der Gelegenheit, er sei nicht generell gegen einen Aus- oder Neubau der Schule, „ich habe selbst Kinder, wir brauchen eine größere Schule“. Nur sei das Flora-Fauna-Habitat am Isarhochufer ein viel zu „sensibles“ Gebiet, um dort zu bauen, seine Befürchtung: Wenn dort Schulgebäude errichtet werden dürfen, werden auch bald die angrenzenden Grundstücke Bauland. Dann ist die Isarhangkante Beton.

Unterstützt haben das Bürgerbegehren neben den Naturschützern und den Grünen alle Gemeinderäte der ÜWG und, wie zu vermuten ist, viele Anwohner der Hermann-Roth-Straße, über die der jetzige Schulstandort erschlossen wird und die, wie man bei einer Infoveranstaltung diesen Herbst erstmals erfahren hat, den Erfordernissen einer ordentlichen Erschließung nicht mehr genügt. Die Straße ist an manchen Stellen zu schmal, müsste also verbreitert werden – wofür die Anlieger wiederum Grund abtreten müssten.

Damit ist, nachdem sich der Gemeinderat endlich nach Jahren der vorbereitenden Gutachten und Begehungen zu einem Grundsatzbeschluss durchgerungen hatte, die Debatte über die Mittagsbetreuung noch komplizierter geworden. Auch Stefan Zenz spricht inzwischen im Zusammenhang mit dem Schulthema von einem „gordischen Knoten“ - die beste Lösung, um den zu zerschlagen, sei, meint er, ein Neubau am Wirthsfeld. Auch Buchenhainer haben übrigens, wie er berichtet, das Bürgerbegehren unterschrieben. Dabei wäre ein Neubau für sie mit einem wirklichen Nachteil verbunden: Ihre Kinder könnten dann nicht mehr zu Fuß in die Schule gehen. Sie müssten entweder mit der S-Bahn fahren, was bei Grundschulkindern heikel sein kann. Oder die Gemeinde richtet für sie einen Schulbus ein.

Bürgermeisterin Barbara Angermaier, BIG, kommentierte die Initiative am Freitag so: „Ich nehme das, wie es kommt, wir werden das Begehren mit der nötigen Sorgfalt behandeln.“

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