+
Dem Sieger Wolfgang Jirschik (M.) gratulieren seine Mitbewerber Felix Maiwald (r.) und Peter Tilmann.

Bürgermeister-Wahl in Baierbrunn

Jirschik gewinnt haushoch

  • schließen

Die Gemeinde Baierbrunn hat wieder einen offiziellen Ersten Bürgermeister: Wolfgang Jirschk (ÜWG). Zum Sieg gab‘s eine „Bürgermeister-Birne“.

Der ÜWG-Politiker Wolfgang Jirschik, der seit dem Rücktritt von Barbara Angermaier die Amtsgeschäfte geführt hatte als deren Stellvertreter, konnte satte 68 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Seine Konkurrenten von der CSU und von den Grünen, Felix Maiwald und Peter Tilmann, mussten sich mit 18,7 beziehungsweise 13,4 Prozent der Stimmen zufrieden geben. 

Gewundert haben sich die Gemeinderäte und auch Bürger, die ab 18 Uhr im Rathaus zusammengekommen waren, vor allem über das schlechte Abschneiden von Maiwald. Der hatte sich im Wahlkampf ziemlich ins Zeug gelegt – und schier unermüdlich für seine Visionen für das Baierbrunn von morgen geworben. Kurz vor 19 Uhr, als das Ergebnis feststand, lächelte Wolfgang Jirschik, 68, dann doch noch ein wenig. Er war den ganzen Abend über so gefasst, wie man ihn auch sonst kennt und meinte gegen 18 Uhr im Fall der Fälle habe er ja auch noch einen Plan B. 

Als dann klar war, dass er in Baierbrunn selbst sensationelle 69,9 Prozent der Stimmen eingeheimst hatte, sah man ihn allein auf der Brücke stehen, die das alte Rathaus mit dem Anbau verbindet. Mehr als dass er ganz gern wieder zur Tagesordnung übergehen würde, war ihm nicht zu entlocken. Wenig später, als sein Traumergebnis feststand, umarmte er als erstes seine Frau Angelika. Ließ sich beglückwünschen von allen Seiten, auch Landrat Christoph Göbel (CSU) war gekommen. Verteilte dann Blumen, ebenfalls an seine Frau und an die Verwaltung – und ging zum Rednerpult. 

„Schluss mit Visionen“

In Anspielung an Maiwalds Wahlversprechen sagte er: „Jetzt ist Schluss mit Visionen, jetzt wird im Rathaus wieder reale Politik gemacht.“ Zuvor hatten ihm, der ein begeisterter Gartler ist, Rathausmitarbeiter einen Birnbaum überreicht, eine „Bürgermeister-Birne“. Und mit gewohntem Humor sagte Jirschik: „Jetzt bin ich gewählt, jetzt habt’s den Dreck im Kasterl.“ 

Die Kontrahenten bemühten sich unterdessen, nicht zu enttäuscht zu wirken. Tilman, ohnehin ein ausgeglichener Mensch, sagte: „Jetzt kann ich mich wieder entspannen, der Wahlkampf war eine gute Erfahrung.“ 

Maiwald gab sich kämpferischer, er schob sein schlechtes Abschneiden auch auf die nicht gerade hohe Wahlbeteiligung, die bei 63,7 Prozent lag. Und legte tapfer nach: „Wir sind zweitstärkste Fraktion, das ist ne tolle Sache.“ Es klang so, als würde er weiterhin versuchen wollen, die Baierbrunner für seine Themen zu „sensibilisieren“. 

Ansonsten: beste Stimmung im Sitzungssaal. Während Jirschik fleißig Hände schüttelte, machten auch die anwesenden Gemeinderäte einen zufriedenen Eindruck. Anton Ley (SPD) sagte: „Jirschik hat die Erfahrung, die wir jetzt brauchen.“ Michael Sexl (BiG) fand es „schön, dass das Ergebnis so eindeutig ist“. Und die ÜWG war ohnehin überglücklich. Christine Zwiefelhofer  sagte: „Das ist genau das, was ich vorhergesehen hatte. Jetzt können wir zügig weiterarbeiten.“ So ähnlich hatte sich auch Jirschik ausgedrückt. „Morgen geht es hier weiter, für unsere Schulkinder.“ Baierbrunn will ja eine neue Grundschule baue

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Investoren aus dem Ruhrgebiet verdrängen Einheimische: Hotelkette statt Traditionsfirma
Hotelprojekt statt alteingesessenes Umzugsunternehmen: Im Gewerbegebiet am Grünwalder Weg bahnt sich ein Wechsel an, den die Beteiligten unterschiedlich bewerten.
Investoren aus dem Ruhrgebiet verdrängen Einheimische: Hotelkette statt Traditionsfirma
Dankesbrief der CSU sorgt für Stress
Ein Dankesbrief des CSU-Abgeordneten Florian Hahn sorgt für Ärger. Den hatte er an Ehrenamtliche geschrieben. Die SPD vermutet dahinter Kalkül.
Dankesbrief der CSU sorgt für Stress
Bei Kontrolle: Neubiberger rastet völlig aus
Mit Händen und Füßen hat sich ein betrunkener Neubiberger (30) am Mittwochabend gewehrt, als die Polizei ihn  anhielt.
Bei Kontrolle: Neubiberger rastet völlig aus
Hürden der Bürokratie bringen Ayinger auf die Palme
Marode Straßen, ein noch immer nicht fertiggestellter Radweg: Nichts geht vorwärts in Sachen Sanierung in Aying. Das wurmt nicht nur die Bürger, wie sich bei der …
Hürden der Bürokratie bringen Ayinger auf die Palme

Kommentare