1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Baierbrunn

Baierbrunn tritt der Arge zum Bau von Anlagen im Forstenrieder Park bei

Erstellt:

Von: Andrea Kästle

Kommentare

Die Wirklichkeit sieht anders aus als geschönte Animationen: Zwei der vier Windräder, die die Gemeinde Berg vor Jahren gebaut hat. Und die in Schäftlarn fast von überall zu sehen sind. Das Foto wurde aufgenommen auf der kleinen Straße zwischen Zell und Neufahrn.
Die Wirklichkeit sieht anders aus als geschönte Animationen: Zwei der vier Windräder, die die Gemeinde Berg vor Jahren gebaut hat. Und die in Schäftlarn fast von überall zu sehen sind. Das Foto wurde aufgenommen auf der kleinen Straße zwischen Zell und Neufahrn. © Andrea Kästle

Die Gemeinde Baierbrunn hat jetzt den Schritt in die Arge-Gemeinschaft gewagt. Für den Windpark im Forstenrieder Park gibt es damit einen weiteren Partner.

Baierbrunn – Die Energiewende muss kommen, da sind sich alle Kommunen im Landkreis München einig. Dass man die Energiewende aber auch von der eigenen Haustür aus sehen können wird. Das wird immer wieder einigen Gemeinderäten klar. So auch den Baierbrunnern, die sich in der letzten Sitzung dazu durchrangen, der von Pullach und Neuried initiierten Arbeitsgemeinschaft Wind beizutreten, die einen kleinen Windpark im Forstenrieder Park errichten will.

Die Entscheidung ist unter dem Vorbehalt gefasst worden, dass sich auch der Landkreis München finanziell an dem ambitionierten Vorhaben beteiligt. Damit gehören der Arge jetzt vier Gemeinden an. Vor Baierbrunn hatte auch der Nachbar im Süden, das kleine Schäftlarn, an dessen Gemeindegrenze zu Berg sich ja schon seit Jahren vier Rotoren drehen, den Beitritt zur Gemeinschaft beschlossen.

Gauting will vielleicht auch dazustoßen

Auch Gauting überlegt, unter Umständen noch dazu zu gehen. Nächsten Dienstag, 16. November, entscheidet dann der Kreistag im Ausschuss für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen darüber, inwieweit das Projekt finanziell gefördert werden kann, Mitglied in der Arge wird die übergeordnete Kommune aber wohl nicht, wie „Windkümmerer“ Peter Beermann, der die beteiligten Gemeinden in der Angelegenheit berät, in der Sitzung erklärte.

Schön anzusehen wird die Landschaft nicht sein

Derweil drehte sich die Diskussion in Baierbrunn weniger darum, dass der künftige Windpark natürlich die Silhouette des südlichen Landkreises ausbeulen wird, von einigen Stellen aus in Buchenhain werden die Räder zu sehen sein. Sondern eher das Geld war Thema.

Wie hoch ist das finanzielle Risiko?

Ravindra Nath, Neuzugang von der FDP, hätte gern noch ein wenig mehr gewusst über das finanzielle Risiko, das die Gemeinde damit eingeht. Ihm waren die Daten zu dürftig, die bisher zur Verfügung stehen. Peter Tilmann von den Grünen wiederum forderte die Kollegen auf, mutiger zu sein, Windkraft sei eine Chance, vor der Haustür etwas beizutragen gegen den Klimawandel. Letztlich stimmte nur die inzwischen fraktionslose Christine Zwiefelhofer gegen das Projekt. Sie sagte nach der Sitzung: „Wir haben die Unterlagen zu spät bekommen. Und ich finde: Wir kommen nicht mal mit dem zurande, was wir dringend machen müssen.“ Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) derweil klang recht zufrieden, als er nach der Diskussion meinte: „Wir waren uns einig, dass es für Baierbrunn wichtig ist, selbst mit zu planen und nicht nur über den Zaun zu beobachten, was die anderen machen.“

Sechs Anlagen geplant

Geplant sind vier bis höchstens sechs Windräder, die so gebaut werden würden, dass die 10-H-Regel eingehalten wird, der Abstand zur nächsten Wohnsiedlung also das Zehnfache der Höhe beträgt, die die Windräder haben. Die wurde in der Sitzung mit 246 bis 249 Meter angegeben. Die einzelnen Rotoren wären, wie es aussieht, knapp 170 Meter lang. Seit August gibt es zwischen den Kommunen und den Bayerischen Staatsforsten schon mal einen Standort-Sicherungsvertrag.

Eineinhalb Jahre bis zur Bauausführung

Gut eineinhalb Jahre würden die Planungen in Anspruch nehmen, die Kosten dafür müssen die beteiligten Kommunen tragen. Und dann kommt es darauf an, wie das Ganze aufgezogen werden kann. Möglich ist, erklärte Ott, eine Betreibergesellschaft zwischenzuschalten, die dann den Gemeinden auch die Planungskosten zurückerstatten müsste. Ebenso denkbar wäre aber auch, die Windenergieanlagen in Eigenregie zu betreiben und dann auch den Bürgern Beteiligungen daran anzubieten, in welcher Form auch immer. Windmessungen und Naturschutzgutachten würden dem Projekt natürlich ebenfalls vorausgehen.

Berger Windräder sehr profitabel

Was die Baierbrunner sicher ermuntert hat, dem Vorhaben letztlich zuzustimmen (nach einem Antrag auf Vertagung, der nicht durchgegangen ist), ist die Tatsache, dass die Berger Windräder sich längst „hoch profitabel“ im Wind drehen. Frühestens könne, auch das konnte man von Patrick Ott noch erfahren, der kleine Windpark frühestens 2024 / 2025 in Betrieb genommen werden.

Auch interessant

Kommentare