Radfahrer auf Wiese am Wald
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Mittendurch: So sind in Baierbrunn etliche Routen entstanden. Symbolbild: Stefan Weißenborn/DPA

Baierbrunn möchte Pfade renaturieren

Geplante Wege statt Querfeldein-Routen

  • vonAndrea Kästle
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Wild entstandene Weg durch Felder und Wiesen will die Gemeinde wieder renaturieren.

Es ist natürlich schon fatal: Wenn heutzutage irgendwo ein Radler querfeldein durch die Landschaft pflügt und eine Schneise schlägt in ein Feld, eine Wiese – dann ist der Pfad, den er damit angelegt hat, schon mal schnell auf Googlemaps als Radlweg zu sehen und wird in Folge anderen Radlern als solcher empfohlen. So hat sich in Baierbrunn fast schon ein Netz aus wilden Wegen und Pfaden gebildet, das die Gemeinde jetzt gerne wieder rückbauen würde. Stattdessen sollen auf Antrag der SPD ganz offizielle, „naturverträgliche Spazier- und Radwege“ angelegt werden.

Kein „quer durch die Landschaft fräsen“

Inhaltlich waren sich alle Beteiligten im Gemeinderat einig: Es sei ziemlich ärgerlich, wenn sich Erholungssuchende, wie Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) es formulierte, „quer durch die Landschaft fräsen“. Unter anderem rund um den Bio-Bauernhof vom Seitz seien solche Querfeldein-Wege im Lauf der Zeit entstanden. Sie sollen jetzt einfach wieder zuwachsen dürfen.

Stattdessen will die Gemeinde Abkürzungen für Spaziergänger und Radler dort anlegen, wo sie sinnvoll erscheinen und auch gut machbar sind. Zwei Drittel dieser Wege werden sich auf Privatgelände befinden, gleichzeitig will man, das wurde angeregt im Gremium, auch versuchen, den westlichen Teil der Gemeinde besser anzubinden an den Bahnhof – hier wäre eine Querverbindung schön. Zum Teil würde sie aber an den Gleisen entlang laufen, müsste also besonders gesichert werden.

In die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen

Kontrovers diskutiert wurde das Ganze von den Lokalpolitikern nicht. Christine Kammermeier, SPD, regte noch an, die betroffenen Grundstückseigentümer schon bei der Planung „mit ins Boot zu holen“, die hätten vielleicht noch gute Ideen. Im übrigen, meinte die Altbürgermeisterin, sei zu überlegen, ob man nicht der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ beitreten wolle und kündigte schonmal an, demnächst einen entsprechenden Antrag zu stellen.

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