Kämmerin und Geschäftsleiter hören auf

Personalkarussel im Baierbrunner Rathaus

Baierbrunn – Der eine will, die andere nicht: Geschäftsleiter Markus Stark sucht neue Herausforderungen in Otterfing, der Vertrag von Kämmerin Diana Lischka wird nicht verlängert.

Im Baierbrunner Rathaus ist momentan nicht alles im Lot. Geschäftsleiter Markus Stark hat um Versetzung gebeten. Und Kämmerin Diana Lischka muss gehen. Ihre Elternvertretung läuft zum 1. Juni aus. Stark ist seit 23 Jahren im Rathaus Baierbrunn leitender Beamter, er wohnt auch in der Isartalgemeinde. „Ich hab’ mein Amt immer mit großer Freude ausgeübt“, sagt er. Das nette Team in der Verwaltung der zweitkleinsten Kommune im Landkreis hat er entscheidend mitgeprägt.  

Und trotzdem hat er sich entschlossen, seinen Arbeitsplatz zu räumen. Er will ab 1. Juli die Geschäftsleitung der Gemeinde Otterfing im Landkreis Miesbach übernehmen. „Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen und dem Gemeinderat war immer konstruktiv und sachlich“, betont Stark. Doch er wolle sich weiterentwickeln – und seinen Arbeitsbereich auf jeden Fall gut übergeben. 

Diana Lischka wiederum wäre sehr gern geblieben. Am 1. Juni 2013 hat sie im Rathaus angefangen. Sie musste sich erstmal einarbeiten in den Finanzbereich, sie hatte ihre Ausbildung in der Verwaltung gemacht. Stets trug die junge Frau dem Gemeinderat den Haushalt souverän und freundlich vor. „Ich hab’ mir wahnsinnig Mühe gegeben und wollte immer alle abholen. Es hat mir alles großen Spaß gemacht, ich hätte mich gefreut, wenn ich bleiben hätte können.“ Allerdings: Die Stelle läuft aus – und wird nicht verlängert. 

„Wir brauchen bei den Projekten, die in Baierbrunn anstehen, einfach einen Voll-Kämmerer. Ich musste reagieren. Und Herr Stark hat zu mir gesagt, er wolle einen Karrieresprung machen“, meint Rathauschefin Barbara Angermaier (BIG) zu den anstehenden Veränderungen. 

Die Entscheidung ihres Geschäftsleiters habe sie überrascht, sie finde seinen Schritt mutig. „Wenn sich jemand verändern möchte, sehe ich das positiv.“ Gern lasse sie den 52-Jährigen aber nicht gehen, „er ist ein feiner Mensch“. In Baierbrunn hinterlasse er eine große Lücke – und viel Arbeit. „Er war ja in allem involviert“. Als Leiter des Hauptamtes fielen auch die Kinderbetreuung, Schul- und Personalangelegenheiten in seinen Bereich. „Es ist immens, was er geleistet hat.“ Einen passenden Nachfolger zu finden, werde nicht einfach. 

Derweil wird dieser Tage auch überlegt, in wieweit der anstehende Wechsel in der Geschäftsführung auch mit dem Führungsstil von Barbara Angermaier zu tun haben könnte. Im Juni 2015 hat die SPD-Gemeinderätin Michaela Lichtblau ihr Mandat zurückgegeben – unter anderem deshalb, weil Angermaier Diskussionen gern auslagert in Arbeitskreise, in denen dann aber nicht jeder Kommunalpolitiker die Zeit hat, zusätzlich teilzunehmen. 

Andererseits nehmen es wohl wenige Rathauschefs so genau damit, alle Leute, mit denen sie zu tun haben, angemessen zu würdigen – wie Angermaier das eben tut. Die Liste derer, die sie jeweils öffentlich begrüßt, ist meist lang. Immer sucht sie für jeden persönliche Worte, die sie herzlich vorbringt. Fürs Dorffest, das sechs Jahre in Folge ausgefallen war wegen schlechten Wetters, ist gleich im ersten Jahr ihrer Amtszeit ein Festzelt aufgestellt worden. Weil sie, wie sie sagt, die Leute zusammenbringen will. Im Rathaus scheint ihr das nicht immer zu gelingen.

ak

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