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Das Rathaus in Baierbrunn.

Andere Parteien bedauern die Auflösung

Implosion einer ganzen Fraktion: BIG findet keine Kandidaten für Kommunalwahl 2020

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Die BIG hat im Baierbrunner Gemeinderat derzeit vier Sitze inne. Doch für die Kommunalwahl 2020 findet die Interessen-Gemeinschaft niemanden, der kandidieren will. Das steckt dahinter.

Baierbrunn - Letztens wurde in der Baierbrunn noch kolportiert, dass die ehemalige Bürgermeisterin Barbara Angermaier von der BIG wieder für den Gemeinderat kandidieren würde. Aber nun hat die Fraktion bei ihrer Aufstellungsversammlung Ende November beschlossen, überhaupt nicht mehr bei der kommenden Kommunalwahl anzutreten. Ab dem Frühjahr 2020 wird die Baierbrunner und Buchenhainer Interessen-Gemeinschaft im Gremium nicht mehr vertreten sein.

„Aus verschiedenen persönlichen Gründen“, heißt es in einem Schreiben dazu, haben sich Michael und Markus Sexl, Oliver Knab und Hans-Peter Hecker entschlossen, praktisch kollektiv vom politischen Ehrenamt zurückzutreten. Auch aus den Reihen der Unterstützer habe sich niemand gefunden, der sich aufstellen lassen wollte.

Zeit für Gemeinderat „aus den Rippen“ geschnitten

Er sei beruflich eingebunden, erklärte Michael Sexl auf Nachfrage. Die Zeit für den Gemeinderat habe er sich immer „aus den Rippen schneiden müssen“. Sexl war 2006 für Werner Unterlaß ins Kommunalparlament nachgerückt und seither immer wiedergewählt worden.

Derweil erklärte Oliver Knab, der 2014 für die BIG in den Rat einzog: Eine weitere Legislaturperiode passe „nicht in meine Lebensplanung“. Einen konkreten Anlass dafür, dass er auf eine erneute Kandidatur verzichtet, gebe es aber nicht. Gefallen habe ihm an seinem Ehrenamt, dass Fraktionszwänge im kleinen Baierbrunn nicht existierten. „Wir führen in der Regel eine Diskussion auf Augenhöhe.“

Weiter aktiv als Außerparlamentarische Opposition?

Allerdings – ein wenig Frust über die Lage der Dinge vor der Haustür klingt in der Pressemitteilung durch. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, heißt es da, dass Gestaltungsmöglichkeiten „in wichtigen Projekten auf Faktenbasis nicht ausreichend“ vorhanden seien. Von einem „internen Stillstand“ ist die Rede – dem man am besten von außen, als kleine Außerparlamentarische Opposition quasi, entgegenwirken könne.

Die Vertreter der anderen Fraktionen im Gremium haben unterdessen den Rückzug der BIG aus der aktiven Kommunalpolitik überrascht und bedauernd zur Kenntnis genommen. Die BIG sei, so Bürgermeister Wolfgang Jirschik (ÜWG), als parteifreie Gruppierung „auf allen Gebieten, die Kommunalpolitik ausmachen“, unterwegs gewesen. Dass eine Liste ganz aufgibt, finde er als Rathauschef bedauerlich, denn ein Gemeinderat werde durch Vielfalt und einen guten Kompromiss geprägt.

„Ich bin mit allen BIG-Vertretern immer gut zu Schuss gekommen“

Robert Gerb, einziger Grüner im Gremium, äußert etwas Unverständnis: „Ich find’s eigentlich ein bisschen schwach.“ Die Vielfalt im Gemeinderat leide etwas darunter. Von der CSU sagte Bernhard Ketterl: „Ich bin mit allen BIG-Vertretern immer gut zu Schuss gekommen, damals die Anregung, das Feuerwehr-Haus woanders hin zu bauen, fand ich gut.“ Auch Alexander Lechner, ÜWG, bedauerte, künftig ohne BIG tagen zu müssen: „Ich habe mit allen immer sehr gut zusammengearbeitet.“

Auflösen wird sich die BIG nun aber nicht. Weiterhin werde man „zu drängenden Fragen Stellung beziehen“. Auch ohne ständigen Vertreter im Plenum könne man die Interessen der Wähler in Baierbrunn wie Buchenhain angemessen vertreten.

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis München, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis München.

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