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Felix Maiwald ging als Sieger der Kampfabstimmung hervor.

Nominierung des Bürgermeisterkandidaten

CSU Baierbrunn: Felix Maiwald gewinnt Rivalenkampf

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Nach längerer interner Diskussion hält die CSU Baierbrunn jetzt doch an ihrem Bürgermeister-Kandidaten Felix Maiwald fest.

Baierbrunn –Der 41-jährige Kontrabassist und Musikmanager, der sich schon im Frühjahr 2018 ums wichtigste Amt in der kleinen Gemeinde beworben hatte, wurde bei einer nichtöffentlichen Aufstellungsversammlung am Montag mit sieben zu drei Stimmen nominiert – bei einer Enthaltung. Er setzte sich damit gegen Reinhard Löhr durch, der gern für sich und die Partei den Chefsessel im Rathaus erobert hätte. Löhr ist stellvertretender Feuerwehrkommandant in Baierbrunn und Kreisbrandmeister.

Der Ortsverband habe, kommentierte am Dienstag Vorsitzender Josef Fröhler die Verwerfungen, die sich innerhalb der Partei ergeben haben, eine „eindeutige Entscheidung“ getroffen. „Herr Maiwald ist ein guter Kandidat, er hat die Fähigkeiten und den Ehrgeiz, um in Baierbrunn etwas zu bewegen.“ Löhr dagegen monierte, dass zur Aufstellungsversammlung von 28 Ortsverbandsmitgliedern nur elf gekommen seien. Man könne in so einem Fall kaum von einer Mehrheit sprechen. Weiter wollte er sich nicht äußern.

Derweil ließ Maiwald durchblicken, dass er sich nun, im zweiten Anlauf, durchaus Chancen auf den Spitzenposten im Rathaus ausrechnet. Hinter einem Bürgermeisterkandidaten, sagte er, müsse immer die „ganze Truppe“ geschlossen stehen. Er sei jetzt basisdemokratisch zum Kandidaten erhoben worden, ebenso basisdemokratisch wolle er dann, sollte er die Wahl gewinnen, auch die Bürgerinnen und Bürger in seine Entscheidungen miteinbeziehen. Für wichtig hält er nach wie vor die Erstellung eines Ortsentwicklungsplans als „Masterplan“ für die nächsten zehn, 15 Jahre. Er wolle den Ortskern lebendig gestalten, gleichzeitig den ländlichen Charakter der zweitkleinsten Kommune im Landkreis erhalten.

2018 hatte sich der gebürtige Baierbrunner, der sich auf seiner Webseite „Felix Maiwald von Buchenhain“ nennt und seit drei Jahren dem örtlichen „Kulturverein“ vorsteht, im Wahlkampf vor allem stark gemacht für einen Konzertsaal, der in eine neu zu bauende Grundschule integriert werden hätte sollen. Die Grundschule ist jetzt aus Geldgründen erst einmal vom Tisch – eine „Lösung“ müsse für dieses Problem aber doch gefunden werden. „Wir haben hier viele junge Familien, die haben einen gewissen Anspruch auf niveauvollen Unterricht.“ Dass möglicherweise auf ein Grundstück nahe dem Baierbrunner Bahnhof die derzeit noch in Pullach befindliche Mittelschule verlagert wird, was die beteiligten Isartal-Kommunen überlegen, sei schön und gut, die Grundschule brauche man trotzdem. Er hoffe auf eine „Achse des Besseren“, meinte er am Dienstag selbstbewusst – mit CSU-Leuten auch an den Rathausspitzen von Pullach und Schäftlarn.

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Am detaillierten Wahlprogramm müssen er und die Fraktion erst noch feilen. Ebenfalls in Arbeit: die Liste für den Gemeinderat. Fest steht, dass sich dort weder Josef Fröhler noch Bernhard Ketterl wiederfinden werden, beides altgediente Gemeinderäte, die seit 29 beziehungsweise 18 Jahren im Gremium sitzen. „Man sollte auch mal die Jüngeren zum Zug kommen lassen“, findet Ketterl, momentan Zweiter Bürgermeister. Reinhard Löhr wiederum, seit fünf Jahren Zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, außerdem Kreisbrandmeister, „schon ewig“ in der CSU, ist noch am Überlegen, ob er sich wenigstens auf die Liste setzen lassen soll – wenn es mit der Bürgermeisterkandidatur schon nicht geklappt hat. „Die Entscheidung behalte ich mir noch vor.“

Damit stehen in Baierbrunnn, wie es aussieht, nächstes Frühjahr drei potenzielle Bürgermeister zur Wahl. Die Fraktion der BIG hat schon vor einiger Zeit Hans-Peter Hecker zum Kandidaten gekürt. Hecker gehört dem Kommunalgremium seit 2002 an, eine Legislaturperiode lang war er auch Rathaus-Vize. Der Bauingenieur hat zwei Kinder, seit 1993 lebt er in der Gemeinde. Auch die ÜWG wird einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken, hält ihre Aufstellungsversammlung aber erst im November ab.

Lesen Sie auch: Die Wahl ist entschieden: Wolfgang Jirschik (ÜWG) heißt der Erste Bürgermeister in Baierbrunn. Ein Kommentar.

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