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Alle vier, wenn nicht in Baierbrunn wohnhaft, so doch tief in der kleinen Gemeinde verwurzelt: Felix Maiwald, Uwe Harfich, Patrick Ott und Reinhard Löhr (v.l.), die Bürgermeisterkandidaten, vor der Podiumsdiskussion.

Kommunalwahl Bayern

Podiumsdiskussion in Baierbrunn: Die Suche nach dem Alleinstellungsmerkmal

  • vonAndrea Kästle
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Zehn Tage vor der Wahl haben sich jetzt auch in Baierbrunn die vier Bürgermeisterkandidaten, von denen noch keiner im Gemeinderat ist, einer Podiumsdiskussion gestellt. Dabei zeigte sich: In vielen Fragen haben die Bewerber ähnliche Ansichten.

Baierbrunn – Eine Besucherin meinte, als die zwei vorbereiteten Fragerunden abgearbeitet waren und auch die Zuhörer sich zu Wort melden konnten: Was denn nun wirklich Alleinstellungsmerkmale der vier Männer auf dem Podium seien? „Ich weiß immer noch nicht, wen ich wählen soll.“

Podiumsdiskussion Baierbrunn: Kandidaten betonen, wie verwurzelt sie in der Gemeinde sind

Die Gewerbehalle im Kühler Weg 1 so gut wie voll. Rund 250 Baierbrunner und Baierbrunnerinnen hatten hergefunden. Moderiert wurde der Abend von Karolina Hofmeister von Radio Oberland. Auffallend war, dass alle vier Bewerber mehrfach betonten, wie verwurzelt sie in der Gemeinde sind, Uwe Harfich, SPD, sagte immer wieder, er lebe seit „fast 49 Jahren“ in Baierbrunn, er ist 48. Patrick Ott von der ÜWG meinte am Schluss, er wohne zwar in Neufahrn/Schäftlarn, sei aber ein „in der Wolle gefärbter Baierbrunner“. Er war es auch, der sich mit dem freien Reden am leichtesten tat. Reinhard Löhr, FDP, bezog sich immer wieder auf sein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr. Der CSUler Felix Maiwald, gebürtiger Buchenhainer, wiederum war der, der von Themen, die allgemein eigentlich Konsens sind, eher abrückte.

Einigkeit in Sachen Grundschule

Auch, was die Grundschule angeht, die für alle vier ganz oben auf der Agenda steht, hob er sich von seinen Mitbewerbern ab. Harfich, Ott und Löhr sind dafür, den jetzigen Standort zu erhalten und zu erweitern, die prognostizierten Schülerzahlen seien schon wieder zurückgegangen, es sei auch dort eine Ganztagsschule möglich. Harfich: „Der Standort ist grundsätzlich optimal.“ Maiwald hingegen sagte kurz drauf, er könne sich das jetzige Schulgebäude gut für ein Mehrgenerationenprojekt vorstellen. Wo dann die neue Schule hinkommen soll und wie die dann zu finanzieren wäre: Darauf ging er nicht ein.

Die Mittelschule wiederum würden nur Ott und Löhr jederzeit gern, wie von Pullach vorgeschlagen, in Baierbrunn auf dem Wirthsfeld sehen. Davon könne man nur profitieren, meinten sie, Löhr verspricht sich von der Mehrfachturnhalle, die dann natürlich auch gebaut wird, Synergie-Effekte mit dem Sport- und Bürgerzentrum. Harfich jedoch will erstmal den „Mehrwert“ eines solchen Projekts für Baierbrunn prüfen lassen, Maiwald: „Die Mittelschule muss man nochmal diskutieren.“

Alle wollen mehr Gewerbe

Die „wichtigsten Handlungsfelder“ der Bewerber: Alle wollen mehr Gewerbe in die kleine Gemeinde holen, wollen die Nutzung regenerativer Energien vor Ort fördern, das Dorf im Dorf lassen, was heißt: das Wachstum in Grenzen halten. Maiwald gab hier an, für ihn sei außerdem ein „Ortsentwicklungsplan mit Bürgerbeteiligung unabdingbar“. Günstigen Wohnraum kann sich Löhr als Mehrgenerationenwohnen, finanziert durch einen Investor, vorstellen, für Harfich sind auch kleine Genossenschaftsprojekte denkbar. Ott würde versuchen, Baierbrunner, die allein in großen Häusern wohnen, dazu zu bewegen, die vielleicht umzubauen und für mehrere Parteien nutzbar zu machen.

Die Alleinstellungsmerkmale? Harfich: „Ich komme aus dem Ort.“ Maiwald: „Ich bin den Umgang mit vielen Mitarbeitern vom Orchester her gewohnt.“ Ott: „Ich weiß, wie Verwaltung funktioniert.“ Löhr: „Ich bin es gewohnt, Entscheidungen zu treffen.“

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