Trotz der kurzen Corona-Saison möchte der Leichtathleit Yannick Wolf aus Baierbrunn heuer noch große Sprünge machen.
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Trotz der kurzen Corona-Saison möchte der Leichtathleit Yannick Wolf aus Baierbrunn heuer noch große Sprünge machen.

Leichtathlet Yannick Wolf

Dank Polizei: Training auf Profi-Niveau

Der nationale Top-Leichtathlet Yannick Wolf aus Baierbrunn hat seine Freiluft-Saison beim Springer- und Werfertag in Wasserburg erfolgreich eröffnet.

Baierbrunn – Längst ist auch in der Leichtathletik noch nicht die absolute Normalität bezüglich der Corona-Pandemie eingekehrt, doch so manche Lockerung macht mittlerweile Wettkämpfe unter sehr hohen Hygiene-Auflagen, ohne Zuschauer und mit beschränkten Teilnehmerzahlen möglich. Deshalb reiste der Baierbrunner Yannick Wolf nun zu einem ersten Freiluft-Test nach Wasserburg, um seine Form im Weitsprung der Männer zu testen. Nach zwei ungültigen Versuchen im Vorkampf und einer holprigen Sprungserie steigerte er sich im Trikot der LG Stadtwerke München im sechsten und letzten Finalversuch endlich auf eine Weite jenseits der magischen Sieben-Meter-Marke: Mit 7,19 Metern zeigte er die beste Meeting-Leistung des Tages und gewann klar vor dem Bayerischen Top-Athleten Moritz von Kuk vom TSV Bad Endorf (6,52 Meter).

Yannick Wolf selbst zeigte sich für den Auftakt zufrieden – auch wenn seine persönliche Bestleistung von 7,53 Metern (Halle: 7,62 Meter) noch nicht ganz erreicht wurde: „Der Anlauf war in diesem Stadion fünf Meter zu kurz für mich, deshalb hatte ich auch massive Absprungprobleme und bin mit diesem Ergebnis nun einfach mal zufrieden.“

Sicher ist sich der Baierbrunner allemal, dass es in dieser Saison noch viel besser gehen wird. „Ich habe mir in den vergangenen zwei Jahren drei Mal die rechte Schulter ausgekugelt und dies endete leider immer mit einer Operation“, sagt der 20-Jährige. „Diese Verletzungen haben mich weit zurückgeworfen und deshalb liege ich auch mit meinen Leistungen in etwa zwei Jahre zurück, doch nun bin ich die vergangenen Monate ganz gut um die Runden gekommen“, erzählte Wolf, der seine Bestleistungen im Weitsprung zuletzt vor zwei Jahren erzielte.

Bereits die vergangenen Jahre feierte er als Jugendlicher zahlreiche Top-Erfolge: Im Sommer 2017 überraschte der Baierbrunner als Deutscher U 18-Meister im Weitsprung und mit der 4 x 100 Meter-Staffel, 2018 glänzte er im Weitsprung als nationaler Vize-Meister in der Halle und mit Bronze im Freien – und 2019 holte er DM-Silber im Weitsprung, spurtete als DM-Vierter über 100 Meter (Bestzeit 10,58 Sekunden) ins Ziel, wurde Deutscher Titelträger mit der 4 x 100 Meter-Staffel mit nationalem Jugend-Rekord von 40,50 Sekunden und verbuchte noch oben drauf Bronze bei den Deutschen U 23-Junioren-Titelkämpfen im Weitsprung.

Auch in diesem Hallen-Winter eroberte Wolf bereits große Erfolge: Als Bayerischer Männer-Meister über 60 Meter und im Weitsprung sicherte er sich den achten Platz bei den Deutschen Hallen-Titelkämpfen im Weitsprung sowie Bronze mit der 4 x 200 Meter-Staffel.

Seine sportlichen Anfänge erlebte er übrigens im Trikot des SC Baierbrunn bei Trainer Werner Tüting, bevor er 2016 zum TSV München-Ost in der LG Stadtwerke München wechselte.

Auf den sportlichen Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie in den Stadien musste er sein Training umstellen: Wie so manch anderer Athlet wich er auf ein Wald- und Wiesen-Training aus – und „das habe ich nun ganz gut überstanden“.

Schon seit 2019 trainiert Yannick Wolf quasi als Profi-Sportler, denn der 175 Zentimeter große Landkreis-Athlet hat sich der Spitzensportgruppe der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau angeschlossen. Als Sommersportler wird er dort in einem dualen System zum einen gefördert und gleichzeitig zum Polizeivollzugsbeamten in der 2. Qualifikationsebene ausgebildet. „Ich habe nun täglich Zeit, dass ich mich komplett auf den Sport konzentriere“, erzählte Wolf.

Aktuell trainiert er am Olympiastützpunkt in München ebenso wie oftmals zu Hause in Baierbrunn, doch „auch in Dachau ist es sehr vorteilhaft mit dem Training, denn von meinem Zimmer zum Kraftraum und zum Stadion sind es gerade mal fünf Minuten“, freute sich der Schützling von Bayern-Kader-Trainer Richard Kick.

Seine Saison-Planungen sind derzeit sehr intensiv, ehrgeizig und vor allem auf das große Saisonziel Anfang August ausgelegt: „Ich möchte mich heuer noch für die Deutschen Titelkämpfe qualifizieren.“ Dass dies gar nicht so einfach ist, zeigt die geforderte Qualifikationsleistung von 7,65 Metern. „Dafür werde ich die nächste Zeit hart arbeiten und auch weitere große Wettkämpfe besuchen“, kündigte der knapp 69 Kilogramm leichte Polizeimeisteranwärter an. So möchte er sich schon beim „Tag der Überflieger“ an diesem Sonntag, 12. Juli, in Essen gewaltig steigern im Felde einer nationalen Top-Konkurrenz. Mit seiner gesunden Lockerheit wird sich Yannick Wolf sicherlich schon bald seinen hohen Zielen sehr schnell nähern. LUDWIG STUFFER

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