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Bootfahren auf der Isar: gefährliches Vergnügen

Wasserwirtschaftsamt warnt

Niedrige Pegel: Bootsfahrer auf der Isar in Gefahr

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Gewitter gut und schön, doch sie reichen nicht: Die Pegel in Flüssen und Seen sind niedrig. Vor allem Bootsfahrer begeben sich in Gefahr.

Landkreis – Große Hitze und seit Wochen wenig Regen: Mit großer Sorge beobachtet das Wasserwirtschaftsamt (WWA) München die Gewässer im Landkreis München. „Den Flüssen, aber vor allem den kleineren Bächen macht mittlerweile die anhaltende Trockenheit zu schaffen“, sagt Christian Leeb vom WWA. Wenig Wasser und hohe Temperaturen in den Flüssen und Seen „bedingen eine extreme Belastung für die Lebewesen in den Gewässern“. Denn der Sauerstoffgehalt fällt dadurch.

Fischsterben am Deininger Weiher

Extrem zu spüren ist dies am Deininger Weiher in Straßlach-Dingharting: Dort sank der Sauerstoffgehalt derart rapide, dass die ersten Fische starben. „Die Tiere können regelrecht ersticken“, sagt Christina Walzner vom Landratsamt. Um weiteres Fischsterben zu verhindern, rückte der ABC-Zug des Landkreises, eine Einheit des Katastrophenschutzes, aus, um mit einer Hochleistungspumpe das Wasser im See umzuwälzen und Sauerstoff hineinzupumpen. Bis Ende dieser Woche läuft diese Pumpe rund um die Uhr, saugt pro Minute 15 000 Liter an und gibt sie wieder zurück in den Weiher. Teile des Ostufers sind für die Aktion derzeit gesperrt.

Isar hat extrem wenig Wasser

Auch die Isar leidet unter dem Hochsommer: Die Wasserstände sind sehr niedrig. An der Messstelle in Baierbrunn beträgt der Wasserstand nur noch sieben Zentimeter – „nur wenige Zentimeter über dem niedrigsten Wert“ der Messungen seit 1963, sagt Leeb. Der niedrigste Wert lag bei gerade einmal zwei Zentimetern. 

Die Folge: Es könnte sein, dass der Bootsverkehr auf der Isar bald eingeschränkt wird. „Durch die niedrigen Wasserstände können Boote aufsitzen oder durch nun aus dem Wasser ragende Äste beschädigt werden“, warnt der Experte des Wasserwirtschaftsamts. Bootsfahrer sollten also vorsichtig sein und im Zweifel auf eine Tour auf der Isar verzichten, auch zum Schutz der durch Hitze und Dürre gestressten Lebewesen in und an den Flüssen und Seen.

Ein wenig besser sieht die Situation beim Grundwasser aus: Die Messstellen in Grünwald und Aying liegen nur wenige Zentimeter unter dem langjährigen Mittel. Im nördlichen Landkreis liegen die Grundwasserstände ebenfalls im mittleren Bereich, teilweise sogar leicht darüber, teilt das WWA mit. Noch gibt es keine Engpässe bei der Wasserversorgung. Allerdings: „Die Situation für das Grundwasser verschlechtert sich mit jedem Tag ohne ausgiebigen Niederschlag“, betont Leeb.

Kein Wasser abzapfen

Darum werden Bürger gebeten, Wasser nur sehr sparsam zu verwenden – sowohl Trinkwasser als auch aus Flüssen und Seen. „Jegliche Wasserentnahme aus Gewässern stellt eine zusätzliche und verstärkende Gefahr“ für den Lebensraum dar, sagt der Experte. Bei anhaltender Trockenheit und niedrigen Wasserständen können sich bereits geringfügige Wasserentnahmen nachteilig auf die Ökologie, insbesondere in kleineren Gewässern, auswirken. Darum bittet das WWA, kein Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen zu nehmen. Damit sich die Situation dauerhaft wieder normalisiert und entspannt, braucht es mehr als einzelne Gewitter, Unwetter und einen Tag Regen.

Lesen Sie auch: Unabhängig vom Wetter gibt‘s Pläne für härtere Regeln auf der Isar - nur der Landkreis München schert aus

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