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Die Grundschule in Baierbrunn muss noch ein paar Jahre herhalten. Obwohl sie nicht durch einen Neubau ersetzt wird, ist die Gemeinde derzeit knapp bei Kasse. 

Obwohl es keine neue Schule gibt: Baierbrunn braucht seine Geldreserven auf

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Die kleine Gemeinde Baierbrunn ächzt unter großen Ausgaben. Bis 2022 könnte von den Rücklagen nichts mehr übrig sein.

Baierbrunn – Obwohl Baierbrunn zunächst doch keine neue Grundschule baut, sieht es finanziell in der kleinen Gemeinde nicht allzu rosig aus. Wenn es so läuft, wie jetzt im Haushalt und im Investitionsplan dargestellt, sind Baierbrunns Rücklagen bis 2022 komplett weg.

Und dann hat der Ort immer noch keine Schule. Was im Gremium für Diskussionen sorgte. Hans-Peter Hecker (BIG), der am Ende als einziger dem Zahlenpapier nicht zustimmen wollte, monierte: „Mit ist der Haushalt zu hoch. Wir sollten jetzt Reserven schaffen, um in ein paar Jahren den Schulneubau angehen zu können. Der hat für mich klar Priorität.“

Die Feuerwehr Baierbrunn  braucht ein neues Fahrzeug

Dabei wirft Baierbrunn in den kommenden Jahren sein Geld keineswegs zum Fenster hinaus. Bürgermeister Wolfgang Jirschik (ÜWG): „Wir haben nur drinstehen, was für den Erhalt der Infrastruktur nötig ist.“ Große Brocken sind ein neues Löschgruppenfahrzeug für rund 400 000 Euro. Das brauche die Feuerwehr dringend, bekräftigte Kommandant Manfred Stockinger in der Sitzung noch einmal.

Außerdem sind in der bestehenden Schule, die ja noch ein paar Jahre herhalten muss, an verschiedenen Stellen Reparaturen fällig. Gut eine halbe Million Euro ist dafür eingeplant. 200 000 Euro bekommt die Gemeinde wieder zurück: Für das schadhafte Dach am Anbau haftet noch der Architekt.

Zu schaffen macht auch Baierbrunn die Kreisumlage, die die kleine Gemeinde heuer mit 5,2 Millionen belastet. Das ist fast alles, was die Kommune bis Dezember an Steuern einnehmen wird – 3,4 Millionen hat die Kämmerei an Gewerbesteuern veranschlagt, mit drei Millionen Einkommenssteuer rechnet das Rathaus. Auf der Ausgabenseite: Die Gewerbesteuerumlage, mit 900 000 Euro. Ein weiterer großer Batzen: die Personalkosten mit zwei Millionen Euro.

Die Kreisumlage zehrt an den Rücklagen

„Normalerweise sollte eine Gemeinde ihre Investitionen jedenfalls zu einem Teil aus den Einnahmen des Verwaltungshaushalts finanzieren können“, sagte Kämmerin Vanessa Schlesies. Das sei in Baierbrunn wegen der hohen Abgaben an die übergeordnete Behörde schlicht nicht möglich. „Wir müssen heuer alles über die Rücklagen abbilden.“

Großprojekte, die anstehen, betreffen vor allem das Straßennetz der Gemeinde. Baierbrunn will heuer endlich die insgesamt 1,3 Millionen teure Erschließung „Beim Sportpark“ anfangen, einige Trassen muss sie außerdem reparieren, wofür zusätzliche rund 300 000 Euro bereitliegen. Für 230 000 Euro will Baierbrunn dieses Jahr außerdem Grundstücke erwerben. Weiterhin veranschlagt: 30 000 Euro für die Straßenbeleuchtung und 15 000 Euro für eine neue Telefonanlage im Rathaus. Unter Umständen komme man dort aber, so Jirschik, noch ein paar Jahre mit der alten aus.

Das Geld reicht wohl nur noch bis 2022

Noch hat die Gemeinde rund 14 Millionen Euro Rücklagen. Ende 2019 werden davon noch gut neun Millionen übrig sein. Wenn Baierbrunn jedoch wenigstens eine Nachmittagsbetreuung neu baut, für 6,4 Millionen, was ja beschlossen ist, wenn die Kommune weiterhin Grundstücke kauft (300 000 Euro) und auch endlich den lang gewünschten Kunstrasenplatz für die Fußballer in Angriff nimmt (650 000 Euro): Dann ist davon 2022 nichts mehr übrig. 

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