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Sauber aufgereiht hinter St. Peter und Paul Baierbrunn: Am Start am Forstenrieder Weg.

Ferienprogramm

Tollkühne Kinder in rasenden Seifenkisten

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Baierbrunn - Emil ist der Akkubohrerprofi, Ferdinand ein Planungsgenie und Linus der Baumeister-Checker. Titel und Urkunde bekam jedes Kind. 15 Buben und ein Mädchen hatten sich für das Seifenkistenbauen und –rennen angemeldet. Eines von 90 pfiffigen Angeboten des Grünwalder Ferienprogramms.

Herrlicher Sonnenschein und der leicht abschüssige Forstenrieder Weg in Baierbrunn: Da gab es für die Kids in den Kisten kein Halten mehr. Dass dann beim Abschlussrennen doch alles diszipliniert ablief, dafür sorgte Angelika Gräser von HSU-Seminare. Die Erlebnispädagogin bietet den Kurs im Rahmen des Ferienprogramms bereits seit 2012 an. Unterstützt wurde sie heuer von Sven Kaltenberger von der Grünwalder Freizeitpark GmbH.

Vier Tage lang geschraubt

„Von Montag bis Donnerstag haben die Kinder täglich fünf Stunden an ihren Seifenkisten-Bausätzen gearbeitet“, loben die beiden. Die Alte Turnhalle in Grünwald mutierte zur Werkstatt, dort wurde gebohrt und gehämmert, verleimt und geklebt. Wichtigstes Utensil: ein vollgeladener Akkuschrauber mit Kreuzbit Nr. 1 und 2. „Wie bei einem Ikea-Möbel“, sagt Angelika Gräser und lacht. Nach der Pflicht dann die Kür, alle griffen zu Pinsel und Farbe. Aus den zunächst baugleichen Modellen zauberte die kindliche Fantasie tollste Unikate.

Totenkopf an der Front

„Nexos“ heißt die Kiste von Michael. „Es ist ein echt schneller Flitzer“, sagt der Zehnjährige. Natürlich darf an einem solchen Mobil auch ein Totenkopf nicht fehlen, und die Nummer 111. „Das Schrauben und Anmalen war bis jetzt am Besten“, findet der Bub. Er besucht die Grundschule in Straßlach, später will er vielleicht „Künstler-Maler-Ingenieur“ werden, „irgendwie so etwas, ungefähr“. Angst vor der Piste hat er natürlich keine. „Wir haben erst mit Zwischenstopps geübt, die ganze Strecke fahren wir erst am Ende“, erklärt Michael.

Josefine trotzt dem Schmerz

Josefine aus Harlaching ist heute das einzige Mädchen. Ihr wichtigstes Accessoire: Eisspray! „Ich habe mir leider gestern beim Heuballen-Hüpfen mit meiner Freundin den Fuß verknackst.“ Am Rennen deshalb nicht teilnehmen? „Kommt gar nicht in Frage“, sagt die Zehnjährige tapfer.

Auch sie trägt das sonnengelbe Renn-T-Shirt wie die anderen. Gemeinsam bedruckt haben es die Kids mit einem Seifenkisten-Logo. Darüber hinaus heißt das Motto: „Safety first“, Sicherheit geht vor. Für alle gilt Helm- und Gelenkschutz-Pflicht.

Hinter der Pfarrkirche den Berg runter

Lange hatte Angelika Gräser nach einer geeigneten Piste gesucht. In Baierbrunn wurde sie fündig. Der Forstenrieder Weg hinter der Pfarrkirche St. Peter und Paul schien ihr geradezu perfekt. „Er ist nicht zu steil, lässt sich gut absperren und hat links und rechts zur Sicherheit nur grüne Wiese.“

Das Hochschieben ist anstrengend

In mehreren Vorläufen tasten sich die jungen Rennfahrer an die rund 500-Meter-Strecke heran. „Kannst du mir mal bitte helfen, Sven“, sagt Linus und schiebt mit hochroten Wangen an dem Betreuer vorbei. Kaltenberger schüttelt lächelnd den Kopf, hier gilt gleiches Recht für alle. Etwa sieben Läufe haben die Kinder da schon hinter sich. Wer einen Berg in der Seifenkiste hinunter saust, muss am Ende halt wieder hinauf. 

Hilfe von den "beiden Großen"

Ein bisschen Hilfe gibt es dann doch, von Felix und Carlo, „den beiden Großen“. Sie sind schon 14, die anderen sind zwischen acht und zehn Jahre. Beide fahren außer Konkurrenz, helfen aber, wo sie können. Etwa beim Anstoßen der Seifenkisten am Start. Nach zwei End-Läufen sind die Kinder erschöpft, verschwitzt – aber glücklich. Sie strahlen übers ganze Gesicht – alle sind die Sieger. „Na, die werden heute Nacht aber gut schlafen“, sagt lächelnd ein zuschauender Vater





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