Mit Löwe und Blumen wird die SPD-Gemeinderätin Michaela Lichtblau in Baierbrunn verabschiedet.
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Mit Löwe und Blumen wird die SPD-Gemeinderätin Michaela Lichtblau in Baierbrunn verabschiedet.
Löwen mit Wappen überreicht (v.l.) Werner van der Weck an Damiano Grispo und Ralf Brehmer.
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Löwen mit Wappen überreicht (v.l.) Werner van der Weck an Damiano Grispo und Ralf Brehmer.
Keramik-Fliesen überreicht Straßlachs Rathauschef Hans Sienerth Altbürgermeister Lorenz Lang zum 80. Geburtstag.
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Keramik-Fliesen überreicht Straßlachs Rathauschef Hans Sienerth Altbürgermeister Lorenz Lang zum 80. Geburtstag.
Gabentisch in Pullach: Ehrennadel, Wein und einen Bildband bekommt Erwin Deprosse als neuer Ehrenbürger.
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Gabentisch in Pullach: Ehrennadel, Wein und einen Bildband bekommt Erwin Deprosse als neuer Ehrenbürger.
Die Geschenke unter dem Gemeinde-Weihnachtsbaum sind sehr unterschiedlich in den Landkreis-Kommunen. Grünwald gönnt sich eine prächtige Nordmann-Tanne und schenkt restriktiv, aber individuell.
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Die Geschenke unter dem Gemeinde-Weihnachtsbaum sind sehr unterschiedlich in den Landkreis-Kommunen. Grünwald gönnt sich eine prächtige Nordmann-Tanne und schenkt restriktiv, aber individuell.

Das schenken Gemeinden an Weihnachten

Weingläser mit Wildschwein-Wappen

Landkreis - Saunatuch, Sitzkissen und Konzertkarten statt des altmodischen Zinntellers: Gemeinden schenken kreativ

Bei der Bürgerversammlung in Pullach bat Rathauschefin Susanna Tausendfreund (Grüne) die beiden Vertreter der Grünwalder Inspektion nach vorn, nachdem sie ihren Polizeibericht vorgetragen hatten. Sie überreichte ihnen je ein blaues Sitzkissen mit dem Schriftzug: „Pullach ist gemütlich.“ Und für die Presse lag ein Holzstift der Gemeinde bereit, samt Block mit Gemeinde-Logo.

Woraufhin sich die Frage aufdrängte: Was haben die Gemeinde-Verwaltungen eigentlich alles so vorrätig, um anderen eine Freude zu machen? Abgesehen von den Lätzis oder Stramplern, mit denen praktisch in allen Kommunen Babys willkommen geheißen werden, von den Bürgermedaillen und Ehrennadeln, die jeder frischgebackene Ehrenbürger erwarten sowie von Präsentkörben, Blumen und Wein für runde Geburtstage.

Um es vorwegzunehmen: Man hört, wenn man sich darüber mit den Vorzimmerdamen und Geschäftsleitern unterhält, überall ein großes Bemühen heraus, mit den Präsenten auch wirklich den jeweiligen Geschmack der zu Beschenkenden zu treffen. Und wenn man diesen Geschmack nicht so genau kennt, soll es wenigstens ein nützliches Geschenk sein. Keinen Zierrat also. Weshalb die einst recht verbreiteten Zinn- oder Glaswappen eher aus der Mode gekommen beziehungsweise „nicht mehr üblich“ sind, sagt Ute Dechent, Pressesprecherin der Gemeinde Haar. So hat auch Grünwald das stete Weitergeben von Briefbeschwerern und Putten eingestellt. Die Vorzimmer-Dame von Bürgermeister Jan Neusiedl, Ingrid Fruth, erklärt: „Wir sind beim Schenken sehr individuell.“

Apropos reiche Nobelgemeinde: Dort verlassen, wie es aussieht, weniger Präsente das Rathaus, als man gemeinhin annehmen könnte. Die Einser-Abiturienten etwa, die auf der anderen Isarseite in Pullach von Susanna Tausendfreund „unser praktisches Saunatuch“ in die Hand gedrückt bekommen, müssen sich in Grünwald zufriedengeben mit einem Glückwunschbrief des Bürgermeisters. Was sich lohnt im Promiort, ist ein Gemeinderats-Mandat. Wer vorzeitig ausscheidet, bekommt – obwohl auch in Grünwald noch Zinnteller und Bierkrüge mit Burgstich im Geschenkefach lauern – , eine auf die persönlichen Interessen zugeschnittene Aufmerksamkeit. Etwa einen Kochkurs oder „Konzertkarten auf Lebenszeit“ – was weniger bedrohlich ist, als es klingt.

Auch in Haar, sagt Pressesprecherin Dechent, wird „eher zurückhaltend“ geschenkt. Sehr schön ist, dass die Gemeinde alle Jahre wieder „Weihnachtsgaben“ an bedürftige Menschen im Ort verteilt. Nach Aussortierung des Zinnwappens hat sich die Gemeinde einen kleinen Vorrat an schlanken Steingutkrügen, weiß glasiert mit Wappen, zugelegt – um für den Notfall etwas in petto zu haben.

Derweil hat Sauerlach geschenkemäßig praktisch für jede Eventualität vorgesorgt. Kein noch so runder Geburtstag kann die Verwaltungsmitarbeiter ins Schleudern bringen. Wer in der Gemeinde heiratet, bekommt Weißweingläser überreicht, in die das Wappen, durch das bekanntlich ein Wildschwein flitzt, eingelasert wurde. Dazu gibt’s eine „gute Flasche Weißwein“. Ältere Herrschaften dürfen an runden Geburtstagen mit Blumen oder Brotzeitbrettln (mit Gemeindelogo) rechnen, Ehejubiläen werden mit Gemeindetassen aus Porzellan gewürdigt, wobei die Untertassen das Wappen ziert. Von Oktober bis Ende Januar packt Elke Maier auch gern die Fotokalender ein, für die sie selbst die Bilder schießt. Diese Kalender bekommen neuerdings auch alle ihre Kollegen aus dem Rathaus.

Derweil bedenken die Aschheimer scheidende Gemeinderäte mit wertvollen Holzfiguren, die auf ein Hobby des Beschenkten anspielen – und die sich die Gemeinde bis zu 500 Euro pro Stück kosten lässt. Ehepaare erhalten zum Ehejubiläum Gutscheine für die Läden im Ort. Chroniken hingegen – früher das Geschenk der Geschenke überhaupt – werden kaum mehr vergeben. Geschäftsleiter Christian Schürer fällt ein vernichtendes Urteil: „Keiner nimmt mehr so gern ein Buch.“

Zum Schenken gehört freilich auch das Beschenkt-Werden – und auch das birgt durchaus Tücken. Der Wandbehang aus Bambus jedenfalls, den die Sauerlacher von einer chinesischen Delegation bekamen, die sich die Geothermie vor Ort ansah, ist erstmal in den Schrank gewandert. Denn leider, sagt Elke Maier, „kann man nicht alles aufhängen“.

Lustige Formen nimmt das Geben und Nehmen an, wenn eine Gemeinde Beziehungen zu einer Partnergemeinde unterhält. Wobei im Landkreis, wie es aussieht, die meisten Kommunen das Stadium, in dem man einander mit Wappen bedenkt, schon hinter sich gelassen haben. Entsprechend können sich die Haarer vorbehaltlos freuen, wenn sich wieder eine Abordnung aus Ahrntal in Südtirol angekündigt hat. „Sie hat immer ihren leckeren Schnaps dabei“, sagt Dechent.

Derweil führen die Feldkirchner, wenn sie sich aufmachen nach Südtirol, gern ein Fassl Bier nebst Weißwürsten und Leberkäs mit sich. Zudem „geben wir uns auch optisch als Oberbayern zu erkennen“, erläutert Geschäftsleiter Heinz-Josef Reiser. Die offenbar sehr farbenfrohen Wolfskrawatten, die die Feldkirchner wiederum geschenkt bekommen haben von ihrer anderen Partnergemeinde Rietschen in Sachsen, finden sich dann mit Sicherheit nicht im Gepäck.

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