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Baierbrunn will seinen Ortskern neu gestalten

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Von: Andrea Kästle

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Baierbrunn
Hier könnte die aufregendste Baustelle eröffnet werden: Die Gemeinde würde gern das alte Rathaus zurückkaufen, die Raiffeisenbank links daneben wäre unter Umständen auch zu haben. Und die Eigentümer der Post wollen ihr Gebäude ebenfalls abreißen. © Andrea Kästle

Um die Planungshoheit zu behalten, wenn es um die Neugestaltung des Ortskerns geht, hat die Gemeinde Baierbrunn jetzt eine Veränderungssperre erlassen.

Baierbrunn – Nicht viele Gemeinden haben einen Ortskern, der noch Spielraum bietet, den man gestalten kann. In Baierbrunn ist das anders, und die Gemeinde ist fest entschlossen, an der Gestaltung mitzuwirken. Im Gemeinderat wurde jetzt festgelegt, dass ein Bebauungsplan für das Areal im Umgriff um Maibaum und alte Kirche aufgestellt werden soll, außerdem hat das Gremium eine Veränderungssperre für das Gebiet erlassen. Damit die Privatleute, die hier Immobilien besitzen, nicht machen können, was sie wollen.

Altes Rathaus soll zurückgekauft werden

Konkret überlegt wird in der kleinen Gemeinde, das alte Rathaus, das in den 70er Jahren an Wort & Bild verkauft worden ist, zurückzukaufen. Links davon, wenn man davor steht, hat die Raiffeisenbank ihre Filiale, wäre aber offenbar unter Umständen bereit, das Gebäude ebenfalls an die Kommune abzutreten. Und rechts vom alten Rathaus ist die Postfiliale, deren Eigentümer ebenfalls abreißen und neu bauen wollen. „Gemeinsam könnten wir nun die Ecke entwickeln“, meinte Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) nach der Sitzung am Telefon.

Baierbrunn
Die alte Schule von Baierbrunn, unweit des jetzigen Rathauses, von dem auf dem Bild noch der Balkon zu sehen ist – sie wird nicht mehr lange hier stehen. © Andrea Kästle

Im Gremium selbst ging es zunächst erstmal darum, die Veränderungssperre zu erlassen und außerdem festzulegen, dass verschiedene Varianten, die schon mal erarbeitet worden sind fürs Zentrum, als Planungsgrundlage beizubehalten für die künftigen Diskussionen. Und sich nicht schon auf eine Variante festzulegen. Ein Antrag der SPD, der darauf abzielte, sich nur aufs alte Rathaus zu konzentrieren, wurde abgelehnt. Die Mehrheit im Gremium fand eben nicht, dass schon mit dem Gebäude am Eck, in dem früher im ersten Stock die Sitzungen stattgefunden haben, „alle Wünsche zu erfüllen“ sein würden. „Da was neues zu gestalten, macht nur Sinn, wenn man die Raiffeisenbank als Liegenschaft mit dazunimmt“, findet Ott.

Aufenthaltsqualität für alle Generationen schaffen

Denkbar wäre an der Stelle, gegenüber von der Freifläche rund um den Maibaum, natürlich vieles. Dass das „alte Dorfzentrum neu belebt werden“ und allen Generationen eine „hohe Aufenthaltsqualität“ bieten soll, wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage schrieb – darüber sind sich die Beteiligten alle einig. Gewünscht wird außerdem auf jeden Fall ein Café, auch die Post müsste irgendwo unterkommen, und die Raiffeisenbank will natürlich, wenn sie ihr Anwesen aufgibt, ebenfalls Räume zur Verfügung gestellt bekommen, die dann gemietet würden.

Angedacht sind weiterhin Büros und Wohnungen, um eine Tiefgarage käme die Gemeinde freilich auch nicht herum. Im Detail wurden die Möglichkeiten dann nicht diskutiert, die Mehrheit im Gemeinderat war wie Rathauschef Ott der Ansicht, es sei verfrüht, sich auf dies oder jenes „zu versteifen“.

Aber noch an anderer Stelle wird die Gemeinde ihr Gesicht verändern. Direkt gegenüber vom Maibaum liegt die alte Schule, in einem großen, schönen Obstgarten. Das Gebäude wird, das ist bereits beschlossen, abgerissen und ersetzt durch ein Wohnhaus mit drei Wohnungen.

Gegen die Veränderungssperre stimmten drei Gemeinderäte.

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