Sein Lieblingsspiel: Frank Warneke erklärt mit viel Geduld die Zugmöglichkeiten. Foto: msc

"Barragoon": Oberhachinger erfinden neues Strategiespiel

Oberhaching - Statt auf Geballere, Glück oder Rollen setzen Frank Warneke und Robert Witter auf Berechnung. Ihr Strategiespiel „Barragoon" haben sie beim monatelangen Brainstorming entworfen. Die Fachwelt ist begeistert, nur der Spieler-Ansturm fehl noch.

Ende der 1970er Jahre hat Frank Warneke (48) Rubiks Zauberwürfel zu Weihnachten geschenkt bekommen. Er zieht sich in eine stille Ecke zurück und schraubt mit dem zähen Geduldsspiel an seiner räumlichen Vorstellungskraft. Die Faszination bleibt. Während der Junge gemeinsam mit der Familie Karten- und Brettspiele als gemeinsames Ritual pflegt, entwickelt sich schon die Lust am Erfinden und auch der starke Wunsch nach einem eigenen genialen Wurf.

Vor gut drei Jahren lernt der Sauerlacher den Programmierer Robert Witter (46) kennen, mit dem er sich zum Skat trifft, später kommen Schach und Kniffel dazu. Und von allem lassen sich die beiden Tüftler inspirieren, bis sich im Studierzimmer am Bajuwarenring in Oberhaching eine Mixtur aus verschiedenen Ideen im „Barragoon“ manifestiert.

Wie beim Schach stehen sich zwei Parteien mit weißer und dunkler Farbe gegenüber, und es wird abwechselnd auf 64 Feldern gezogen. Dann trennen sich die Wege. Der Raum nimmt für die Gewinnführung eine wichtigere Rolle ein als im Schach. Denn neben den eigentlichen lang- und kurzschrittigen Figuren kommt der Barragoon-Würfel, ein Blockade-Element, ins Spiel. Der Name weist in der ersten Silbe auf die Barrikade hin, die zweite Teil („goon“) heißt so viel wie Schläger. Sechs Seiten besitzt der Würfel und genauso viele unterschiedliche Blockademöglichkeiten. Ziel ist es, die gegnerischen Figuren so in ihrer Bewegungsfreiheit zu beschränken, dass keine mehr ziehen kann. Immer wenn ein Spielstein geschlagen wird, kommen zwei neue Barragoons aufs Feld. Es wird immer voller, die Luft für den Bedrängten immer enger.

Das Spielziel ist leicht verständlich, die Durchführung erfordert jedoch jede Menge Gedankenarbeit. „Uns wurde Schach irgendwann zu langweilig, aber die taktische und strategische Tiefe wollten wir mitnehmen“, erläutert Warneke. Es darf knarzen im Kopfgebälk.

Mit einer Software simuliert Robert Witter das Spiel am PC und balanciert die Kräfte so aus, dass die Spannung über eine lange Zeit aufrechterhalten wird. Ein Eigenverlag mit dem Namen „WiWa-Spiele“ wird gegründet, letzte Desgin-Fragen geklärt. Alles steht bereit für den Vorstoß auf den deutschen Spiele-Markt, und bei Amazon ist es schon erhältlich. Bei der nächsten Messe, den Spieltagen in Essen, wird „Barragoon“ ebenfalls mit von der Partie sein. Von 16. bis 19. Oktober ist das Duo dort mit einen Stand vertreten. Außerdem hoffen die beiden auf neue Spiele-Rezensionen.

Eines fehlt auf der Erfolgsspur freilich. Das Spiel kann man noch nicht online gegen den Computer spielen. Auf diese Weise könnte die Reichweite vergrößert werden, räumt Frank Warneke ein. Seit er 17 Jahre alt ist, hat er nicht mehr am PC gspielt, sein letztes Erlebnis auf dem Gebiet: „The Secret of Monkey Island“ - ein Grafik-Abenteuer-Spiel um das Piratentum. Aber die Spiele-Entwickler haben viel Zeit für eine computergerechte Umsetzung. Die rechtliche Seite des Patentschutzes ist abgesichert. Eine App schwebt dem Inkasso-Unternehmer Warneke ohnehin schon vor.

Erst einmal, da waren sich beide einig, muss die Haptik stimmen. Plastik kommt nicht in Frage, Holzsteine sind unabdingbar. Ein Test auf dem Rosenheimer Aktionstag „Bayern Spiel“ verlief vielversprechend. Sogar zwei alte Damen hatten „einen Riesenspaß“.

Weitere Informationen

gibt es unter www.barragoon.de im Internet. Das Spiel „Barragoon“ (8 bis 99 Jahre) kostet bei Amazon 29,99 Euro. Es ist das Erstlingswerk und einzige Produkt von „WiWa Spiele“ mit Sitz am Bajuwarenring 21 in Oberhaching (E-Mail: info@wiwa-spiele.de).

msc

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Furchtbarer Unfall auf A99: Zwei Männer sterben - erste Details veröffentlicht
Auf der A99 kam es in Kirchheim bei München zu einem furchtbaren Verkehrsunfall. Zwei Männer starben noch am Unfallort. Jetzt gibt es erste Details.
Furchtbarer Unfall auf A99: Zwei Männer sterben - erste Details veröffentlicht
Kasperltheater in der Kirche - dieser Oberhachinger  steckt dahinter
Ausgerechnet zum Weihnachtsgottesdienst sorgt Thomas Fischer aus Oberhaching in St. Maximilian in München für ein echtes Kasperltheater. Und dass auch noch auf Einladung …
Kasperltheater in der Kirche - dieser Oberhachinger  steckt dahinter
Auf ein Neues: Lenz-Aktas (SPD) kandidiert nochmal als Bürgermeisterin
Ingrid Lenz-Aktas probiert‘s nochmal: Die 58-Jährige kandidiert bei der Kommunalwahl 2020 erneut als Bürgermeisterin in Aschheim. Sie führt auch die Liste der …
Auf ein Neues: Lenz-Aktas (SPD) kandidiert nochmal als Bürgermeisterin
Der neue Manager imRathaus Pullach
Am liebsten wäre es Heinrich Klein, das sagt er selbst, die Pullacher würden gar nicht merken, dass er jetzt da ist. Er ist der neue geschäftsleitende Beamte in der …
Der neue Manager imRathaus Pullach

Kommentare