Barrieren gegen den Flächenfraß

- Maßvolle Stadtentwicklung

Garching (an) - Mit einer Diskussion zu den Themen Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung hat der Arbeitskreis am Donnerstagabend den Stadtentwicklungsprozess aufgenommen. Ersten Ergebnissen zufolge soll die Bevölkerung trotz Siedlungsdrucks maßvoll steigen, der Campus ans Zentrum angeschlossen werden. Grünflächen sollen Lebensqualität garantieren.

Zunächst ließen die mit dem Stadtentwicklungsprozess betrauten Nürnberger Büros, "Planwerk Stadtentwicklung" und "Dragomir Stadtplanung" die Teilnehmer des Arbeitskreises über das Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2020 entscheiden. Hierzu legten die Planer eigene Hochrechnungen mit zum Teil überraschenden Ergebnissen zu Grunde. Vom derzeitigen Stand von 15 500 Einwohnern ausgehend, würde schon ein Wachstum um 2,5 Prozent auf 24 000 Einwohner ein Vielfaches an Flächenverbrauch nach sich ziehen. Die Wohnfläche würde sich fast verfünffachen, die Siedlungsfläche - inklusive Schulen, Gewerbe und Verkehr - aufgrund des Mehrbedarfs an Infrastruktur um mehr als das zehnfache ansteigen.

Ein Wachstum um fünf Prozent auf 37 000 Einwohner hätte Konsequenzen zur Folge, die wohl kaum in den Griff zu bekommen wären. Allein der Bedarf an gesetzlich vorgeschriebener Ausgleichsfläche, die zu schaffen wäre, würde von derzeit neun Hektar auf 244 Hektar steigen. Woher nehmen? "Garching platzt dann aus allen Nähten", befürchtet 3. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), der für eine maßvolle Bevölkerungsentwicklung plädiert. Dem Sied- Steuerungsinstrument Baulandausweisung lungsdruck im Norden Münchens zum Trotze zeigte sich Gruchmann zuversichtlich: "Das liegt in unserer Hand. Wir weisen schließlich Bauland aus." Mit Gruchmann entschied sich der Arbeitskreis für drei Leitbilder. Die Stadtentwicklung soll anhand eines Bevölkerungsanstiegs auf 18 000, 20 000 und 24 000 Einwohner bis 2020 untersucht werden. In diesem Prozess soll darauf geachtet werden, dass die Entwicklung "qualitativ hochwertig" (Karl-Peter Weber; BfG) verläuft. Grünflächen, attraktive Geschäfte. Dem Wunsch der Verwaltung folgend, wird sich der Arbeitskreis darum bemühen, Stadt und Hochschulgelände zusammenwachsen zu lassen.

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