Bei den neueren Projekten stehen (v.l.) Anke von Leutsch vom Gemeindearchiv, Bürgermeister Alexander Greulich und Christine Heinz, Leiterin des Schlossmuseums.

Baukunst im Kleinformat

Ismaning - Die Ausstellung „Pläne und Modelle“ beleuchtet ausgewählte Bauprojekte und -vorhaben mit Unterlagen aus dem Archiv der Gemeinde Ismaning.

Die Idee zur Ausstellung „Pläne und Modelle“ ist schon ein bisschen älter: Der damalige Bürgermeister Michael Sedlmair schlug nämlich 1997 vor, doch einmal die Baumodelle der Gemeinde zu zeigen. „Und kaum sind Sie im wohlverdienten Ruhestand, schon klappt es“, wandte sich Christine Heinz, die Leiterin des Schlossmuseums, lächelnd an den Alt-Bürgermeister.

Der lächelte zurück - und erklärte später augenzwinkernd, es werfe ja eigentlich kein gutes Licht auf seine Amtszeit, dass er die Dinge derart habe schleifen lassen. Doch Christine Heinz war schon damals klar: Zusätzlich zu den Modellen müsse man auch Pläne und Fotos präsentieren, und das bedeute dann eben „richtig viel Arbeit“.

So erwuchs aus der Idee eine Co-Produktion zwischen dem Schlossmuseum und dem Gemeindearchiv, vertreten durch Christine Heinz und Birgit Bayer auf der musealen sowie Anke von Leutsch und Doris Krinninger auf der archivierenden Seite. „Die Ausstellung will nicht vollständig über ein Bauvorhaben berichten, sondern will das ausstellen, was im Bestand des Ismaninger Gemeindearchivs vorhanden ist“, erläuterte Anke von Leutsch. Dazu gehören neben Fotos auch diverse Presseartikel. So stellte sich heraus, dass das bekannte Marktforschungsinstitut Infratest 1973 rund 400 Arbeitsplätze in Ismaning schaffen wollte. „Die Meinungsforscher ziehen ins ‚Krautdorf‘“ titelte damals der Münchner Merkur.

Weil sich die mal minimalistisch, mal opulent gestalteten Modellwelten der Architekten so wunderbar mit Bau- und Flächennutzungsplänen ergänzen, reisen die Besucher tatsächlich in die Vergangenheit der letzten 60 Jahre. Und betrachten das Ganze aus verschiedenen Perspektiven: zum Beispiel als Zeitzeuge, Planer oder auch Politiker. „Ich glaube, wir haben im Gemeinderat oft richtige Entscheidungen getroffen, wenn ich mir die Modelle so anschaue“, blickte Neu-Bürgermeister Alexander Greulich während seines Grußworts zu seinem Vorgänger Sedlmair herüber. Wohlwissend, dass das Selbstverwaltungsrecht die Befugnis umfasst, die bauliche Entwicklung einer Gemeinde zu ordnen. Greulich: „Diese Befugnis ist eine nicht immer leichte Aufgabe für Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung und betrifft nicht nur die Leitplanung, sondern auch das öffentliche und private Bauen.“

So zeigen Luftbilder aus den 1970er Jahren den heutigen Korbiniansplatz. Das Areal ist kaum bebaut, die Stichstraße zum Korbiniansplatz fehlt noch. Auffällig auch: In den 1950er Jahren nahm man sich die Zeit, um die Pläne liebevoll mit Figuren zu illustrieren. So zum Beispiel beim Plan der Mädchenschule - hier ist sogar der Schriftzug „Schule“ mit Ringelreihen tanzenden Mädchen verziert.

Die Ausstellung

„Pläne und Modelle - Bauvorhaben der Gemeinde Ismaning von 1960 bis heute“ ist noch bis zum 2. November 2014 im Schlossmuseum zu sehen.

guv

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