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Täglich 27 000 Autos fahren auf der Münchner Straße durch Unterföhring.

Für die Ortsdurchfahrt

Baut sich Unterföhring einen Straßen-Tunnel? 

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Unterföhring - Könnte der Unterföhringer Durchfahrtsverkehr in einen Tunnel verlegt werden? Die Gemeinde Unterföhring lässt nun diese Frage untersuchen. Auch eine Ortsumfahrung wird geprüft.

Der Gemeinderat hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. 27 000 Autos täglich auf der Münchner Straße: „Das ist etwas, wo wir nicht wegschauen können“, sagt Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusl (CSU).

Ist ein Tunnel unter der Münchner Straße sinnvoll? Oder eine Ortsumfahrung im Osten, die teilweise unter der Erde verläuft? Und wie lässt sich der öffentliche Nahverkehr noch verbessern? Zu diesen Fragen sollen Experten nun verschiedene Lösungsvarianten vorlegen. 

Angestoßen wurde die neue Studie von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) und der CSU. Für die Untersuchung stimmte die knappe Mehrheit des Gemeinderats mit 13:10. SPD und Grüne sind dagegen.

„Ortsumfahrung und Untertunnelung sind bereits untersucht worden“, sagte SPD-Fraktionssprecherin Jutta Schödl. Von 200 Millionen Mark sei damals die Rede gewesen. „Und an den örtlichen Gegebenheiten hat sich nichte geändert.“ 1999 hat das Büro EDR GmbH eine erste Studie zu Tunnel und Ortsumgehung erstellt und von dem Projekt abgeraten. „Die Münchner Straße ist unsere Hauptschlagader mit Gastronomie und Geschäften“, Thomas Weingärtner (SPD) warnte: „Man braucht von den Seitenstraßen riesige Einmündungen in den Tunnel.“

Eine östliche Umfahrung des Straßendorfs würde aber die Entwicklungsflächen der Gemeinde durchschneiden. Er ist überzeugt, dass sich die Verkehrsprobleme im Ballungsraum nur überörtlich lösen lassen.

An den Voraussetzungen, die dem Gutachten von 1999 zugrundegelegt wurden, hätte sich außerdem nichts geändert. Neu sei nur, dass Ismaning das Agrob-Gelände vergrößere: „Wir nehmen Geld in die Hand, damit andere ihr Gewerbegebiet ausbauen können“, schimpfte Weingärtner.

Sehr kritisch äußerte sich auch Philipp Schwarz (SPD). Der neue Flüsterbelag auf der Münchner Straße sei doch bereits eine Verbesserung: „Mich frustrieren solche Anträge, weil ich das Gefühl habe, dass wir in Unterföhring wirklich zu viel Geld haben.“ 

Auch die Grünen sind gegen Tunnel und Ortsumfahrung: Ein Tunnelbau sei kein attraktives „Entrée“ für Unterföhring, findet Johannes Mecke (Grüne). Grundsätzlich ist er überzeugt: „Es wurde noch nie durch eine Straße weniger Verkehr erzeugt.“

Gisela Fischer (Grüne) schlug vor, die Münchner Straße vom Freistaat zu kaufen und „radikal zurückzubauen, so dass keiner mehr Lust hat da durchzufahren“. – „Sie können nicht so einfach eine Staatsstraße kaufen“, entgegnete ihr der Bürgermeister: „Sie müssen erst eine Alternativroute anbieten.“

Die CSU hält die Studie für veraltet. „Es sind 16 Jahre technische Entwicklungen verstrichen“, erklärte Betina Mäusl: „Ich möchte Vorschläge und Preise hören.“ Sie sehe sich in der Aufgabe, Probleme anzugreifen und zu lösen. PWU-Fraktionssprecher Manuel Prieler appellierte: „Man sollte nicht in Scheuklappen denken, sondern das Thema umfassend betrachten.“ 

Anwohner der Münchner Straße hatten im Sommer eine Unterschriftenliste im Rathaus eingereicht und angekündigt, sie würden sich mit Sitzstreiks und Demonstrationen gegen Lärm und Gestank wehren. Kemmelmeyer hatte daraufhin die Expertenmeinung zur Ortsumfahrung einholen wollen.

Dass die CSU mit den Tunnel-Varianten einen Schritt weiter geht, begrüßt er: „Die Marschrichtung ist absolut sinnvoll, weil wir damit etwas schaffen, was für viele nachfolgende Generationen von großer Bedeutung ist.“ Er gratulierte der CSU: „Herzlichen Dank für den Mut, den Sie da bewiesen haben. Jetzt ist es möglich, einen großen Wurf zu landen.“ 

Von Seiten der Verwaltung habe man sich nicht getraut, einen so weitreichenden Vorschlag wie eine Untertunnelung der Münchner Straße abstimmen zu lassen, betonte er. „Als wir den Antrag formuliert haben, war uns bewusst, dass wir Kopfschütteln ernten“, sagte Betina Mäusl.

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