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Vor einem Jahr in verträumter Bukolik: Ina Kirchhoff vom Begegnungshof „Menschen brauchen Tiere“ und Helferin Annika bei den Schafen.

Umweltpädagogik

„Menschen brauchen Tiere“ verliert sein Zuhause

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Der Verein „Menschen brauchen Tiere“ in Wörnbrunn steht vor dem Aus. Alle Ziegen und Schafe mussten weg gegeben werden. Der Grund: Die Staatsforsten als Grundstückseigentümer hatten einen Vertrag nicht verlängert.

Wörnbrunn – Ein bisschen Kindheitswärme von den Ferien auf Bullerbü hatte es, wenn in der Scheune des Vereins „Menschen brauchen Tiere“ im Winter der Tee dampfte und es nach Schafen und nach Heu roch. Man kuschelte sich neben der ehemaligen Forstdienststelle in Wörnbrunn gemütlich zusammen und hörte sich rührende Tiergeschichten an. Das war am Vierten Advent, kurz bevor die Vereinsvorsitzende Ina Kirchhoff von den Staatsforsten, der Eigentümerin des Grundstücks, einen Brief bekam. Der Gestattungsvertrag für das Abhalten von Veranstaltungen und für die Tierhaltung sowie für die Vereinstätigkeit auf dem Hof wurde nicht verlängert. „Dem mussten wir schnell Folge leisten“, sagt die Vereinsvorsitzende. Die meisten Tiere sind bereits vom Hof. Es war ein schwerer Abschied.

Die 13 Schafe und vier Edelziegen werden auf Begegnungshöfe in ganz Bayern verteilt, darunter der berühmte und gutmütige Ziegenbock Bromm. An ihn werden sich alle Grünwalder Kinder erinnern, die je auf den Begegnungshof kamen. Es war immer eine Auszeichnung, wenn er sich näherte und Streicheleinheiten auf seinem Rücken zuließ. Eine Selbstverständlichkeit war es nie, wenn er gemächlich und der Würde seines Alters entsprechend anrückte. Aber nicht nur er, auch die Kaninchen mussten den idyllischen Platz am Wörnbrunner Waldrand verlassen, der gegen Abend am schönsten im Spätsommer beschienen wird. Dann spielt das goldgelbe Licht in den Zweigen, die Atmosphäre verdichtet sich. Natur und Mensch verschmelzen zu einer Einheit. So in etwa hat sich das die Vorsitzende Ina Kirchhoff wohl immer gewünscht, als der Verein vor fünfeinhalb Jahren aus der Taufe gehoben wurde.

Das jähe Ende macht nicht nur sie, sondern auch viele Grünwalder betroffen. Die meisten Kleintiere sind privat vermittelt worden, meistens zu zweit, manche auch einzeln. Aber alle sind laut Ina Kirchhoff an Orte gekommen, wo sie nie allein sind und immer mit Artgenossen zusammensein können.

Jetzt ist der Verein auf der Suche nach einer neuen Bestimmung, nach dem ihm das Grundstück unter den Füßen weggezogen worden ist. Ina Kirchhoff: „Den Hof wird es in dieser Erscheinungsform nicht mehr geben.“

Damit werden auch viele Kooperationen kurzerhand durchtrennt. Eine mögliche Zusammenarbeit mit dem benachbarten Kindergarten in Wörnbrunn ist damit hinfällig („hier wäre es durch die räumliche Nähe super gewesen“). Aber auch viele andere Einrichtungen müssen auf die umweltpädagagogischen Nachmittage verzichten: also die übrigen Kindergärten, Nachbarschaftshilfe, Freizeitpark, die VHS, Stadtjugendamt, die Schule Jules Verne Campus und die Demenzgruppe Herbstwind.

Da saßen die Kinder und Erwachsenen beim Singen von Tierliedern unter und mit den Schafen zusammen, hatten eine ruhige, friedliche Zeit, ohne den Zwang, viel sprechen zu müssen. „Das hat ihnen viel Glück gebracht.“

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