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"Bayerisches Kulturbewusstsein muss auch gelebt werden"

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- Hans Zehetmair zu Gast bei der Pullacher CSU

Pullach - Dass Kultur und Bildung auch in der derzeitigen finanziellen Notlage hochgehalten werden müssen, betonte nun der ehemalige bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU). Anlässlich des Jahresempfangs der Pullacher CSU hielt er die Festrede. Bürgermeister Stefan Detig (CSU) sagte dazu: "Was gibt es Besseres für den Ruhestand als einen Besuch in Pullach?"

Entgegen der allgemeinen Tendenz, über finanzielle und steuerliche Themen zu reden, wählten die Pullacher Christsozialen die Kultur als Schwerpunkt. "Schließlich dürfen wir ja nicht vergessen, für was das C und das S in unserem Parteinamen stehen", sagte Ludwig Weber, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes.

Keine vorgezogene Sonntagspredigt

Zehetmair wollte seine Rede nicht als "vorgezogene Sonntagspredigt" verstanden wissen: "Eine feste Verwurzelung in Werten und in der Kultur sind in einer pluralen Gesellschaft unverzichtbar", erklärte er. Denn der Dialog mit anderen Kulturen setze das Wissen um die eigenen Werte voraus. "Friede ist nur durch Dialog möglich", fuhr er fort. Dazu müsse man nicht nur bereit, sondern auch fähig sein. "In Bayern ist im Laufe der Geschichte ein Kulturbewusstsein entstanden, das auch gelebt werden muss." Die heutige Finanznot verführe geradezu zum Wegrationalisieren kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen. "Das darf nicht sein", sagte der Ex-Minister.

Entschieden sprach er sich jedoch gegen jedes "missionarische Denken" aus: "Kulturen müssen sich gegenseitig bejahen, ohne dass dabei die Grundlinien der Verfassung oder die eigene Kultur verletzt werden." Auch in der eigenen Partei mahnte er eine solche Mentalität an: Innere Opposition sei notwendig, um den christlichen und sozialen Werten der Partei auch wirklich gerecht zu werden. Zehetmair: "Demokratie heißt nicht Einheitsdenken.". Dasselbe gelte auch im Dialog mit anderen Parteien.

CSU-Landtagsabgeordneter Engelbert Kupka, der Zehetmair als Redner eingeladen hatte, versprach, auch bei den enormen Einschnitten im Haushalt weiter die Kultur hoch zu halten. Der Gastredner wurde von den Pullachern nicht nur mit einem lang anhaltenden Applaus belohnt, sondern auch mit einer Flasche Rotwein aus der französischen Partnergemeinde Pulliac.

Sascha Bernhardt

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