Benni Huber und Robert Wittwer (links) treten bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer an.
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Zwei Bayern im hohen Norden: Benni Huber und Robert Wittwer (links) treten bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer an. Jeweils 20 Liter ihres Lieblingsbieres haben sie von Hohenlinden nach Stralsund gefahren.

Störtebeker veranstaltet Deutsche Meisterschaft

Bayerns Hobbybrauer im Wettkampf: Mit dem Lieblingssud zum Deutschen Meistertitel in Stralsund

  • VonCornelia Schramm
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Schon zum fünften Mal kämpfen heuer wieder 180 Bierliebhaber aus ganz Deutschland um den Meistertitel im Hobbybrauen. Darunter auch wieder viele Bayern – und denen ist für ihre große Leidenschaft kein Weg zu weit.

Hohenlinden – Ein Geschenk zeigte Robert Wittwer seine große Leidenschaft. „Eine kleine Brauerei daheim wäre spitze“, hat er seinen Freunden so lange vorgeschwärmt, bis sie ihm ein Brau-Set schenkten. Mit einem Gäreimer, einer Fertigmischung Malz und etwas Hopfen und Hefe setzte der Hohenlindener (Kreis Ebersberg*) seine ersten 20 Liter Bier an. Wittwer leckte Blut, schrotet heute sein Malz selbst und sucht spezielle Hopfensorten aus, um unterschiedliche Aromenprofile zu kreieren. „Das kann in jede Richtung gehen: von krautig oder zitronig über fruchtig bis hin zu Toffee“, sagt der 34-Jährige. „Ich habe schon mehrere Anlagen. Etwa einen Brauautomaten, quasi ein Glühweintopf mit Umweltpumpe.“

Als Wittwer 2016 von der ersten Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer* erfuhr, meldete er sich an. Auch heuer nimmt er wieder teil, musste dieses Mal aber die 900 Kilometer nach Stralsund an der Ostsee nicht allein bestreiten. Sein Kumpel Benni Huber fährt mit, um auch sein Selbstgebrautes zu präsentieren. 40 Liter Bier stehen so im Kofferraum.

Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer: Kreativbier-Kategorie - Broyhan-Sauerbier soll überzeugen

„Als wir für die Hochzeit eines Freundes gebraut haben, bin ich kleben geblieben“, sagt Huber. „2018 habe ich mein erstes eigenes Bier gebraut und mit diesem Pale Ale, einem klassisch-obergärigen hellen Bier, trete ich auch bei der Meisterschaft in der Kategorie Kreativbier an.“ Und auch Wittwer hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: „Ich habe alte Rezepte und Zeitschriften durchkämmt und herumprobiert, um ein Bier aus dem Mittelalter zu brauen.“ Das „Broyhan“ ist ein Sauerbier und schmeckt auch so. „Nicht so fies sauer wie Zitrone“, sagt er, „eher milder wie Orange.“

„In der Kategorie Kreativbier bewerten wir Teilnehmer uns untereinander, indem wir von Stand zu Stand gehen und am Ende für unser Lieblingsbier stimmen“, sagt Huber. 180 Hobbybrauer aus ganz Deutschland nehmen an der Meisterschaft im Störtebeker Brauquartier in Stralsund teil. Für die Hauptkategorie wurde ein ganz bestimmer Bierstil vorgegeben: die Hopfen-Weiße, ein vollmundiger Weizenbock mit hefetypisch würzigen Noten und fruchtig-blumiger Hopfenaromatik. Dreieinhalb Liter der Hopfen-Weißen mussten alle Hobbybrauer vorab einschicken. Eine Experten-Jury aus Brauern, Sommeliers und Bierbotschaftern kürt so den Deutschen Meister, dessen Hopfen-Weiße dann von Störtebeker gebraut und bundesweit verkauft wird.

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Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer: Hopfen-Weiße als vorgegebener Bierstil

Uwe Hackl aus Erding* hat sich über den diesjährigen Bierstil gefreut. „Ich trinke und braue Weißbier liebend gerne“, sagt der 53-Jährige. Bei der Hopfen-Weißen sei entscheidend, den Hopfen nicht nur beim Kochen dazuzugeben, sondern auch während der Gärung. „Beim Hopfenstopfen kommt der Hopfen auch mit in das Fass.“

Vater-Tochter-Gespann: Stella und Uwe Hackl aus Erding präsentieren ihr Stachelbier auf der Meisterschaft.

Hackl ist gestern mit seiner Tochter Stella angereist – und die Schülerin ist überzeugt: „Papas Bier schmeckt super – und gerade sein Kreativbier kommt nicht häufig vor.“ Die Inspiration für sein Stachelbier hat Hackl sich auf einem Christkindlmarkt geholt. „Grundlage ist Bockbier und bevor ich es in Flaschen abfülle, tauche ich eine glühende Metallspitze in den Sud“, erklärt er. So bekommt das Bier nicht nur eine Karamell-, sondern auch eine leicht metallische Note – und das soll die anderen Hobbybrauer heuer überzeugen. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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