Begrenzter Wunsch nach dem Segen "20*C+M+B*04"

- Mit den Sternsingern unterwegs in Neubibergs Straßen

VON ANKE SCHULZE Neubiberg - Eisig kalt ist es am Sonntagmorgen und die Kälte zieht bis in die Fußspitzen, als die 25 Sternsinger der Kirche Rosenkranzkönigin in den Straßen von Neubiberg unterwegs sind, um Spenden für die Kinder in Afrika und Lateinamerikas zu sammeln. Nach einer kurzen Messe werden die Sternsinger, gekleidet in den typischen und farbenfrohen Kleidern der Drei Heiligen Könige Caspar, Melchior und Balthasar hinausgesandt, um den Segen und Gottes Wort, wie Diakon Ulrich Reitinger es ausdrückte, den Menschen zu bringen.

Die Menschen scheinen diesen Segen nicht nötig zu haben. Die Gruppe um Nicola hat anfangs nicht viel Erfolg. Die ersten Türen bleiben verschlossen oder es winkt jemand vom Fenster aus ab - kein Bedarf. Manche begnügen sich mit einer kurzen Spende und schließen gleich die Tür. Vielleicht ist es auch zu kalt, wenn man gerade erst aufgestanden ist und nur mit dem Bademantel bekleidet hinunterkommt.

Die Sternsingern Nicola Gehringer, Fabiola Casademont und - zwei Schwestern - Hedwig und Miriam Saure sind zwischen 10 und 13 Jahren alt, Nicola ist sogar schon zum vierten Mal dabei. Alle sind warm angezogen mit Pullovern und Daunenjacken unter den bunten Umhängen und Mützen unter den Tüchern auf dem Kopf. Miriam, die jüngste im Ministrantengewand, trägt den Stern, Fabiola schwenkt den Weihrauchkessel und Hedwig ist der Mohr.

Dieses Jahr steht das bundesweite Dreikönigssingen unter dem Motto "Kinder bauen Brücken". Das Geld 4000 Euro für guten Zweck kamen im Jahr 2003 zusammen kommt zum Beispiel hungernden Kindern im Bürgerkriegsland Ruanda zugute. Welchen Zweck ihre Sammelaktion hat, das wissen die Vier ganz genau. Dies beweisen sie, als ein Mann auf der Straße sie scherzhaft ausfragt, was sie denn so früh hier in der Straßen machten, wo doch alle Menschen noch faul im Bette liegen würden. Nicola kann alles auswendig, als müsste sie diesen Spruch jeden Tag sagen. Aber neben den Geldspenden - 2003 sammelten die Neubiberger Sternsinger über 4000 Euro - erhoffen sich die Kinder natürlich auch etwas Schokolade. Vor einem Jahr, berichtet Nicola, hätten sie zwei Ikea-Säcke voll Süßigkeiten gesammelt.

Sie klingeln an den vielen Türen und hoffen, dass sich eine öffnet. Stehen sie vor einem Gartentor, versuchen sie zu deuten, ob jemand da ist, indem sie schauen, ob ein Auto dasteht, ob der Schnee geschippt wurde oder ob es aus dem Schornstein raucht. "Die Sternsinger", rufen sie dann in die Sprechanlage. Gesungen wird nicht immer, die Neubiberger scheinen froh zu sein, wenn sie die Tür bei Kälte wieder zumachen können. Auch den Segen "20*C+M+B*04" möchten nur wenige an ihrer Tür. Mit dem Dreikönigssingen hat sich ein jahrhundertealter Brauch erhalten. Bereits im Mittelalter diente dieses Singen dazu, die Not der Menschen zu lindern.

Unsere Reporterin verlässt die Sternsinger gegen elf Uhr - mit durchgefrorenen Füßen und der Vorfreude auf eine warme Suppe. Für die vier Mädchen ist der Tag noch lang. Sie sind etwas frustriert. "Wir sind nicht sehr erfolgreich", sagt Fabiola. Sie hofft, wie alle anderen Sternsinger in diesem tagen im Landkreis München, dass sie bei der Sammlung für einen guten Zweck sammeln nicht zu lange in der Kälte stehen und warten muss.

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