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Von Gut Beigarten in die Weiten Kasachstans

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- Acht Pferde erfolgreich ausgewildert

VON FRIEDERIKE BREYER Straßlach - Das Auswilderungsprojekt mit asiatischen Urwildpferden, den so genannten Przewalski-Pferden, ist erfolgreich beendet. Die letzten der acht in Gut Beigarten bei Straßlach und dem Tierpark Hellabrunn gezüchteten Tiere wurden dieser Tage in ihre ursprüngliche Heimat Kasachstan gebracht. Wie Henning Wiesner, Direktor des Tierparks Hellabrunn, berichtet, haben alle den anstrengenden Flug gut überstanden.

Das "Nachzuchtprojekt" mit den einzigen echten Nachfahren des europäischen Urwildpferdes, benannt nach ihrem Entdecker Przewalski, hat Henning Wiesner bereits 1973 ins Leben gerufen. Innerhalb von 30 Jahren gelang es in Zusammenarbeit mit den Zoos in Calgary (Kanada) und Almaty (Kasachstan), 70 Fohlen der vom Aussterben bedrohten asiatischen Urwildpferde zur Welt zu bringen. Auf den großen Weiden des städtischen Guts Beigarten fühlen sie sich heimisch, wenngleich sich acht von ihnen jetzt an die Weiten der kasachischen Steppe gewöhnen müssen. Auf drei Mal wurden die kleinen, beigefarbenen Pferde mit der schwarzen Stehmähne ausgeflogen.

Für Wiesner war es selbstverständlich, seine Schützlinge persönlich in die Weiten des fremden Landes zu begleiten. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen: Obwohl die Wildpferde nur die Größe eines Ponys haben und völlig ungefährlich aussehen, mussten sie vor dem Verladen in die Transportboxen narkotisiert werden. "Es sind nunmal keine normalen Hauspferde. Selbst zum Impfen und Hufe schneiden bekommen sie eine Narkose, sonst wäre es zu gefährlich. Sie können ganz schön rabiat werden," berichtet Landwirtin Angelika Suttner vom Gut Beigarten. Mit dem Lastwagen ging es zunächst für einen Zwischenstopp zum Tierpark Hellabrunn, dann zum Flughafen. Sobald sich die Tiere gut und sicher in den Transportcontainern für den Flug befanden, bekamen sie ein Gegenmittel zum Aufwachen gespritzt.

Angekommen am Flughafen in Almaty, ging der Transport der Urwildpferde auf einem Lkw weiter in den Nationalpark Altyn Emel. Der misst eine Fläche von 7500 Quatratkilometern. Zum Vergleich: Oberbayern hat eine Fläche von etwa 17 500 Quadratkilometern.

Auch wenn der Park wesentlich größere Ausmaße als Gut Beigarten hat - die Urwildpferde scheinen sich auch in Oberbayern wohl zu fühlen. Täglich kommt ein Pfleger vom Tierpark Hellabrunn, um den Tieren Heu und ein bißchen Mineralfutter zu bringen. Ein Unter- Sommer wie Winter in der freien Natur stand bietet den Tieren Sommer wie Winter Schutz vor Sonne, Regen und Schnee, an der Tränke gibt`s jederzeit frisches Wasser. Und wenn Angelika Suttner nach den kleinen Vierbeinern ruft, kommen sie vertrauensvoll angetrottet. Doch die Landwirtin kann vor den Urwildpferden, die schon mal mühelos einen armdicken Zaunbalken durchbeißen, nur warnen: "Sie sind zwar an den Menschen gewöhnt, aber man muss trotzdem auf der Hut sein."

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