Generationen finden zusammen beim Vorlesenachmittag im Maria-Stadler-Haus in Haar. Ferienkinder der Nachbarschaftshilfe sind gekommen, um den Seniorinnen aus Märchenbüchern vorzulesen. Foto: FKN

Beim Vorlesenachmittag in Haar freuen sich Jung und Alt über den "Frosch im Glück"

Haar - Geschichten vorgelesen zu bekommen - was gibt es Schöneres. Und das gilt für jede Altersstufe. So saß ein Grüppchen betagter Damen erwartungsvoll in einer ge-mütlichen Ecke des Haarer Maria-Stadler-Hauses - denn es hatten sich einige Vorleser angesagt.

Die jedoch waren im Schnitt 70 bis 80 Jahre jünger. Unter dem Motto „Ferien-Helden“ hatte die Haarer Volkshochschule (VHS) Schüler mit Freude am Vorlesen gesucht - und 13 Buben und Mädchen gefunden, die Lust hatten, mitzumachen. Bepackt mit Märchen- und Vorlesebücher betraten sie das Seniorenheim, teilten sich in Gruppen auf und stürmten die drei Etagen des Hauses. Von Berührungsängsten keine Spur.

„Wir haben uns sehr über die Anfrage der VHS gefreut“, sagte Heimleiter Klaus Stierstorfer. Auf diese Weise könne man in einer Zeit, in der es kaum mehr Großfamilien gebe, einen Austausch von Alt und Jung herbeiführen. „Wir würden sogar anregen, dass es solche Aktionen in allen Ferien gibt“, sagt der Heimleiter. Man könne ja auch gemeinsam spielen, backen oder basteln. „Ich hoffe, es ist nur der Anfang einer wunderbaren, langen Geschichte.“

Die Kinder lasen unter anderem vor aus dem Buch „Bücher-Schnapp“, der nachts Bücher klaut oder vom „Frosch im Glück“, der gerne mehr könnte, als nur hüpfen. Das Glück stand nicht nur den kleinen Vorlesern ins Gesicht geschrieben, sondern auch den Zuhörerinnen - die älteste ist 98 Jahre.

Als dann Sara Giebel-Dörnemann von der VHS zusammen mit Anja Becker vom Maria-Stadler-Haus fragten, wie die einzelnen Kinder und auch die alten Damen mit Vornamen heißen, passierte das Wunderbare: Die Namen der Bewohnerinnen, egal ob Maria, Luzia oder Magdalena, sind genau die Namen, die derzeit wieder modern sind. Und natürlich kennen sowohl die Neun- als auch die 90-Jährigen die alten Grimm-Märchen. So philosophierte man über Rotkäppchen und Schneewittchen, und über die Tatsache, dass die Altenheimbewohnerinnen im Alter der Grundschulkinder keinen Fernseher kannten. Noch zweimal besuchen die Ferien-Helden die Bewohner desHauses. Und bekommen dann ein Zeugnis vom Seniorenheim - in dem steht, dass sie sich in den Ferien um andere gekümmert haben. Und Spaß hat es auch noch gemacht.

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