Beitritt mit offener Hintertür

Oberschleißheim - Oberschleißheim schließt sich Tourismusverein an

Oberschleißheim - Die Gemeinde schließt sich dem Tourismusverein an. Die einstimmig gefällte Entscheidung gilt mit Vorbehalt. Der Gemeinderat besteht auf einer rechtlichen Prüfung durch das Landratsamt.

Die Mitgliedschaft trägt der Gemeinde automatisch einen Posten im Vorstand des Tourismusvereins ein. Eine Bestätigung durch die Mitgliederversammlung ist nicht vorgesehen. Gemeinderäte äußerten Bedenken wegen der Freiheiten, die dem drei- bis siebenköpfigen Vorstand innerhalb des Vereins gewährt werden. Vor dem Beitritt Oberschleißheims zum 1. Januar 2016 will Peter Benthues (CSU) überprüft haben, ob sich Beschlüsse des Vereins negativ auf die Gemeinde auswirken könnten. Über das Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde will Benthues ausschließen, dass die Gemeinde als Vorstandsmitglied an Beschlüsse gebunden wäre, die ihren Interessen womöglich zuwider laufen.

Einem nicht unerheblichen Teil des Gemeinderats mögen Benthues’ Befürchtungen überzogen erscheinen. Seiner Empfehlung folgten die Fraktionen dennoch einstimmig.

Grundsätzlich gilt: Der 2010 gegründete Verein ist den Gemeinderäten höchst willkommen. Seine Bemühungen für den Tourismus werden allgemein gewürdigt, die Mitgliedschaft als überfällig empfunden. „Wir halten viel vom Tourismusverein“, sagte FW-Sprecher Hans Hirschfeld. Angesichts der bisherigen Leistungen „hellauf begeistert“, zeigte sich Christine Fichtl-Scholl (SPD): Ob Internetauftritt oder eigenes Büro - „der Verein tut der Gemeinde so gut.“ Benthues würdigte das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder. „Der Verein leistet gute und wichtige Arbeit“, ergänzte Harald Kirch (SPD). Den Vorstandsposten im Tourismusverein lässt sich die Gemeinde rund 5700 Euro im Jahr kosten (50 Cent pro Einwohner das sind 5681 Euro).

Ginge es nach Markus Büchler (Grüne) und Angelika Kühlewein (CSU) sollte sich die Gemeinde noch stärker für den Tourismus engagieren. Gemeinsam mit Gewerbeverband und Schlösserverwaltung könnte das Rathaus den Freizeitwert Oberschleißheims aufpolieren. Angebote für Freizeitaktivitäten würden zusätzlich Publikum anlocken. Kühlewein glaubt sogar, das gewerblich danieder liegende Alt-Schleißheim durch Eisdielen, Cafes oder einen Fahrradverleih in der Mittenheimer Straße aufzuwerten.

Das dem Gemeinderat kurz zuvor vorgestellte, neue Einzelhandelsgutachten prognostiziert dem Quartier einen anhaltenden Niedergang. „Alt-Schleißheim wird nicht mehr zum boomenden Einzelhandelszentrum werden“, konstatierte der Gutachter. Als Grund nannte er die abgelegene Lage in einer verkehrsberuhigten Zone sowie den Umstand, dass Oberschleißheim mit dem Gewerbegebiet Sonnenstraße, dem Einkaufszentrum HIT und dem geplanten Einkaufscenter am Stutenanger hinsichtlich Einzelhandel gesättigt sei. an

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