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Musiziert bei der Benefizgala: Die Unterbiberger Hofmusik.

In der Aula der Neubiberger Grundschule

Musik-Fest mit nachdenklichen Momenten

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Ein großer Erfolg ist die Benefizgala für Flüchtlinge in der Aula der Neubiberger Grundschule.

Norbert Büker strahlt. Sein Gesicht verrät: Der Sprecher des Helferkreises Asyl Neubiberg ist an diesem Abend ein glücklicher Mann. So steht er am Eingang zur Aula der Grundschule und möchte am liebsten jeden Besucher umarmen. Über 450 sind es. Und viele nimmt er tatsächlich in den Arm.

 „Unsere kühnsten Träume sind bei weitem übertroffen worden“, sagt er. Das gilt nicht nur für die Benefizgala, die der Helferkreis gemeinsam mit Franz Himpsl, dem Chef der Unterbiberger Hofmusik, organisiert hat und die schon seit langem restlos ausverkauft ist. Das gilt auch für die zahlreichen Geldspenden, die von Firmen und Privatpersonen eingingen. 27 500 Euro sind es aktuell. 

Im Dezember ist die Idee zu dieser Benefizgala entstanden. Geplant war sie als Fest für die Helfer, die Flüchtlinge und die Bürger. Ein Abend zum Genießen und sich Kennenlernen sollte es werden. Gleichzeitig sollte auf die Not der Flüchtlinge aufmerksam gemacht werden. Im Umfeld wurden Firmen angesprochen und um Spenden gebeten. „Beispielsweise für Schwimmkurse, Aktionen, mit denen die Integration auf den Weg gebracht werden kann und finanzielle Hilfe für anerkannte Flüchtlinge“, erklärt Büker. Die Bereitschaft zum Helfen war groß, Privatpersonen spendeten, Schulklassen der Neubiberger Schulen sammelten. Himpsl kümmerte sich um das musikalische Programm. Klar, dass er mit der Unterbiberger Hofmusik das Fundament bildete. Verstärkung erhielten sie dank der Gäste, darunter Johannes Bär (Tuba), Konrad Sepp (Tuba), Mathias Götz (Posaune). Außerdem sprach er befreundete Künstler an. „Lost in Bavaria“, Wolfgang Lackerschmid am Vibraphon, der Schauspieler Thomas Darchinger, befreundete türkische Musiker wie Öykü Sensöz (Gesang) oder Seref Dalyanoglu. „Es wurde zum Selbstläufer. Da meldete sich beispielsweise noch die Trommelgruppe Kirchseeon mit einheimischen Musikern und Flüchtlingen aus dem Senegal“, berichtet Himpsl. Und so wurde aus der Gala eine bunte musikalische Party über vier Stunden. An diesem Abend funktionierte Multikulti, das Zusammenspiel deutscher und internationaler Musiker.

 „Musik ist eine Sprache, die jeder versteht und die verbindet“, sagt Himpsl. Wie gut das funktioniert, beweist er seit mehr als zehn Jahren mit der Hofmusik. Bayerische Klänge gemischt mit Jazz, Auftritte in der Türkei mit türkischen Musikern und die aktuelle CD „Bavaturka“ sind die besten musikalischen Zeugen. 

Für die nachdenklichen Momente war Darchinger zuständig. Er hatte die Rede von Charlie Chaplin aus dem Filmklassiker „Der große Diktator“ (1940) ausgewählt und zeigte, wie aktuell in diesen Tagen die Gedanken Chaplins sind: „Verzagt nicht, auch das bittere Leid ist vergänglich, so wie die Männer, die so viel Leid bringen, vergänglich sind. Die Freiheit lässt sich nicht besiegen. Ihr als Volk habt es in der Hand. Lasst uns kämpfen für eine neue Welt. Nieder mit dem Hass. Lasst uns alle Brüder und Schwestern sein“, hatte Chaplin einst geschrieben. In Neubiberg ist das keine Frage. „Die Benefizgala ist ein gutes Zeichen auch für gelingende Integration, zeigt den großen Rückhalt in der Bevölkerung“, findet Bürgermeister Günter Heyland.

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