Berührende Momente mit Rufus Beck

Garching - Eine berühmte Filmvorlage macht es bekanntlich nicht leicht, ein ebenso fesselndes und erfolgreiches Bühnenstück aus dem Filmstoff zu zaubern. Mit dem Schauspiel „Rain Man" von Dan Gordon wurde diese Herausforderung angenommen und im Bürgerhaus Garching gemeistert.

Unter der Regie von Manfred Langner wurde die Produktion des Alten Schauspielhauses Stuttgart zu einem Erlebnis, bei dem Rührung, Nachdenklichkeit und behutsames Augenzwinkern nah beinander lagen und die mit dem Erfolgsfilm aus dem Jahr 1988 mit Dustin Hoffman und Tom Cruise sehr wohl mithalten konnte.

Gepaart mit Tempo und Temperament wurde dieser Theaterabend zu einem berührenden Mitfühl-Abend. Allen voran brillierte der bekannte Schauspieler Rufus Beck, der vielen aus Filmen, wie „Der bewegte Mann“ und „Kleine Haie“, aber auch als Stimme der Harry-Potter-Hörbücher bekannt ist. In „Rain Man“ gab er den karrierebewussten Charlie Babbitt, der sich - innerhalb von rund zwei Stunden Bühnenglanzleistung - vom Yuppie zum liebevollen Bruder des autistischen Raymond (Karl Walter Sprungala) wandelte. Anfangs fiel es wohl noch schwer, sich auf die Gedankenwelt eines Autisten einzulassen und dessen Panik zu verstehen, wenn feste Zeitpläne und Strukturen durcheinander geraten. „Hör auf, Dich wie ein Volltrottel zu benehmen“, brüllte Charlie seinen Bruder zunächst an. Doch er lernte das Staunen über erstaunliche Leistungen des Gehirns, die ihn fassungslos fragen ließen: „Du kannst das ganze Telefonbuch auswendig?“ Der eigentlich in rasender Geschwindigkeit sprechende Raymond meinte dazu - bescheiden und ausnahmsweise kurz: „Nein. Bis J.“ Doch auch Raymond durfte staunen und vor allem ein Gefühl von Glück und Liebe erleben, als ihm Charlies Freundin Susan (Jo Kern) einen Kuss spendierte - der war für Raymond schlicht „nass“. Die ungleichen Brüder sammelten ihre Erfahrungen und fanden so zueinander - so sehr, dass sich der eigentlich berührungsscheue Raymond am Ende dieses bewegenden Theaterstücks vertrauensvoll an Charlies Schulter lehnte. Eine Szene, die zu Herzen ging und auch dann präsent blieb, als der Vorhang schon gefallen war.

Fazit für dieses Bühnenwerk, bei dem man dank der großartigen Leistungen von Rufus Beck und Karl Walter Sprungala die Hauptdarsteller des Films gar nicht vermisste: Herausforderung angenommen, Herausforderung bestanden. Marion Friedl

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