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Die Expertenrunde: Charlotte (5), Alejandro (6), Alina (5) und Lucas (5) aus Hohenbrunn wissen ganz genau, wie das Christkind arbeitet – und wie bei Weihnachtswünschen nichts schief gehen kann.

Im Reich der großen Erwartungen

Besuch bei vier kleinen Weihnachtsexperten: “Das Christkind ist ein Profi“

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Hohenbrunn - Wer verstanden hat, wie das Christkind arbeitet, muss sich keine Sorgen über unerfüllte Wünsche machen. Denn beim Christkind – soviel ist sicher – handelt es sich um einen Profi. Trotzdem haben die Kindergartenkinder in Hohenbrunn ein bisschen nachgeholfen, damit Weihnachten nichts schief geht. Ein Ausflug ins Reich der großen Erwartungen.

Alejandro hat die Geschichte schon oft erzählt. Aber er tut es gern immer wieder. Schließlich weiß er, dass er riesiges Glück hatte, als er damals mit seinem Papa spazieren war. Direkt vor seiner Nase ist es vorbeigeflogen, das Christkind. „Wie eine Sternschnuppe sah es aus.“ Mehr war nicht zu erkennen, so schnell, wie es unterwegs war.

In seiner Gruppe im Kindergarten Kinderwelt Hohenbrunn (Kreis München) ist der Sechsjährige der Einzige, der dem Christkind persönlich begegnet ist. Lucas (5) ist ein bisschen skeptisch. Er hat sich das Christkind eigentlich immer wie einen Engel vorgestellt. Und die fünfjährige Alina kann die Sternschnuppen-Theorie irgendwie auch nicht glauben. „Das Christkind ist auf jeden Fall ein Mädchen“, sagt sie. „Und es hat ein wunderschönes Kleid an.“

In einem Punkt sind sich die Hohenbrunner Weihnachts-Experten aber einig: Wünsche müssen schriftlich abgegeben werden. Und zwar ganz altmodisch per Brief. E-Mails sind nicht zuverlässig genug. Wer weiß schließlich, ob das Christkind auch einen Computer hat. Charlotte (5) hat das Wunschzettelschreiben gleich am ersten Advent erledigt. Sie hat den Brief zugeklebt und vor die Haustür gelegt. Schon ein paar Minuten später war er weg. Das Gleiche ist bei Alina passiert. Sie hat aber auch ein bisschen nachgeholfen und extra Glitzer auf den Umschlag geklebt – damit ihn das Christkind im Vorbeifliegen nicht übersieht.

Der absolute Jackpot ist der Papa von Lucas. Der hat nämlich sogar die Adresse vom Christkind und schickt den Wunschzettel direkt dorthin. War ein dicker Brief dieses Jahr. Weil sich Lucas nicht vorstellen kann, dass das Christkind mit dem Gekrakel seines einjährigen Bruders etwas anfangen kann. Er hatte noch ein bisschen Platz, da hat er einfach die Wünsche seines Bruders mit auf seinen Zettel gemalt. Nicht, dass am Ende an Weihnachten Tränen fließen!

Übrigens hat er noch einen Tipp für alle Anfänger im Wunschzettel-Schreiben. „Es hilft manchmal, wenn man was Nettes für das Christkind dazuschreibt.“ Letztes Jahr hat er das vergessen. Und prompt lag ein bisschen wenig unter dem Baum, findet der Fünfjährige. War aber vermutlich ein logistischer Fehler. „Ein paar Geschenke für mich hatte das Christkind bei Oma und Opa abgegeben.“

Sorgen, dass es dem Christkind mit den ganzen Wünschen zu viel werden könnte, sind absolut unbegründet, erklären die Kinder. Erstens ist es so stark, dass es alle Geschenke tragen kann – sogar Fahrräder. Und zweitens hat es ja schließlich noch einen Mitarbeiter. „Der Weihnachtsmann hilft, wenn das Christkind nicht mehr kann“, erklärt Alina. „Und manchmal sind auch noch ein paar Engel dabei“, fügt Lucas hinzu. Alina hat sogar einmal gehört, dass auch der Nikolaus beim Geschenkeverteilen mithilft. Aber der Chef-Wunscherfüller ist ganz klar das Christkind.

Die Weihnachts-Experten aus Hohenbrunn haben vollstes Vertrauen, dass das Christkind Weihnachten dieses Jahr wieder im Griff hat. Alejandro ist sicher, dass es seinen Brust-Panzer fürs Eishockeytraining bekommen hat. Und Charlotte glaubt fest daran, dass sie bald ein eigenes Fahrrad haben wird. „Bei mir hat’s letztes Jahr mit dem Fahrrad auch geklappt“, sagt Lucas aufmunternd. Gespannt ist er allerdings, ob es das Christkind schafft, dieses Jahr den Wunsch seines Opas zu erfüllen. „Er hat sich gewünscht, dass er besser mit dem Computer klar kommt“, erzählt der Fünfjährige. Wenn der Opa das mit dem Wunschzettel richtig gemacht hat, wird’s schon klappen. Schließlich weiß ja jedes Kind: Das Christkind ist ein Profi.

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