Mit Homosexualität erpresst

Betrüger treibt Millionär in den Ruin

Grünwald - Ein homosexueller Mann fällt auf eine Chatroom-Bekanntschaft herein und lässt sich 865.000 Euro abluchsen - der Fall wird jetzt vor dem Landgericht München verhandelt.

Er gab sich als Jugendlicher aus und als Oberstaatsanwalt: Ein 29-Jähriger hat am Mittwoch vor dem Landgericht München zugegeben, einen knapp 60 Jahre alten Mann aus Grünwald im Internet betrogen und erpresst zu haben. Sein Opfer zahlte rund 865.000 Euro an den vorbestraften Einbrecher und Räuber, den er in einem Chatroom kennengelernt hatte.

Der Angeklagte überredete den Mann zunächst als angeblich 15-jähriger „Marco“, die Vormundschaft für ihn zu übernehmen und schwatzte ihm 125.000 Euro ab. Den größeren Teil der Gesamtsumme erpresste er als angeblicher Oberstaatsanwalt: Er drohte dem homosexuellen Mann mit der Veröffentlichung kompromittierender Telefonate. Um den letzten Teilbetrag, 420.000 Euro, bezahlen zu können, verkaufte das Opfer nach Angaben eines Ermittlungsbeamten eine Immobilie.

Das Opfer hatte sich schließlich einem Nachbarn anvertraut und auf dessen Rat hin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Der Mann war emotional und finanziell am Ende“, erinnerte sich der Ermittlungsbeamte. Er habe bis zuletzt an die Existenz des Oberstaatsanwalts geglaubt. „Ihm war schwer zu vermitteln, dass er von A bis Z auf Lügengeschichten hereingefallen ist.“

Sein anfangs sexuelles Interesse an „Marco“ habe sich mit der Zeit in väterliche Gefühle umgewandelt. Vor Gericht durfte der Betrogene hinter verschlossenen Türen aussagen.

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