Kompetent und zuverlässig rüberkommen: Tobias Hildebrandt (r.) beim Test-Bewerbungsgespräch mit Till Gerhard von der Firma Nabholz. Elena Hartmann, Sozialpädagogin an der Mittelschule, hört aufmerksam zu. Foto: Dieter Michalek

Bewerbertag an der Mittelschule: Hauptschulabsolventen sind keine Bittsteller

Unterschleißheim - Wie schön, wenn man nach einem Bewerbungsgespräch sagen kann: Das ist richtig gut gelaufen. Vielfach lief das so beim Bewerbertag der Mittelschule Unterschleißheim.

Über 90 Schüler der Abschlussklassen kamen ins Jugendzentrum Gleis 1, um sich adrett gekleidet, gut vorbereitet und mit ordentlichen Bewerbermappen bei 21 Firmen vorzustellen. Was als Training jährlich abgehalten wird, hat sich zur Praktikums- und Lehrstellenbörse gemausert.

„Einige Firmen haben gesagt, dass sie den einen oder anderen Bewerber vom Fleck weg nehmen würden, es wurden viele Praktikumsplätze zugesagt oder auch mal eine Schnupperlehre angeregt“, sagt Jugendsozialarbeiterin Barbara Gulde. Gleichzeitig hat sie festgestellt: „Wir sind nicht mehr die Bittsteller, sondern die Firmen bemühen sich sehr um Auszubildende.“ Die gibt es nämlich - demografisch bedingt - nicht mehr wie Sand am Meer. Manche Bewerber wussten so viel über den auserkorenen Arbeitgeber, dass einige Firmenvertreter „erschrocken sind und gesagt haben: So genau wussten wir das nicht“, sagt Barbara Gulde schmunzelnd.

Der Bewerbertag sollteauch auf Fehler aufmerksam machen. Ob’s der Tipp war, sich mehr über das Unternehmen zu informieren oder selbstbewusster aufzutreten - die Ratschläge wurden von den Schülern gerne angenommen. „Es kam schon mal vor, dass es hieß: Das war ein tolles Vorstellungsgespräch, aber dein Herz schlägt eher für einen anderen Beruf.“

Bereits im Vorfeld hatten sich die Schüler Berufe ausgesucht, damit der Pool mit Firmen aus Unterschleißheim und Umgebung sowie aus Freising und München zusammengestellt werden konnte. Das Spektrum reichte von kaufmännischen Berufen über Friseur, Koch, Restaurant-, Hotelfachkraft und Erzieherin bis zu Fluggerätemechaniker, Metallbauer und Elektroniker. „Manche Berufswünsche, wie etwa Tierpfleger oder Stewardess, konnten wir nicht berücksichtigen“, sagt Barbara Gulde. Aber es gab genug Alternativen. Nur zwei junge Leute waren „etwas geknickt“, so Gulde. Sie hatten sich für den Fachlageristen und Speditionskaufmann interessiert und kamen nicht zum Zug. Sie waren mit 14 Jahren zu jung. „Wegen des Jugendschutzes und weil die Azubis einen Führerschein machen müssen, werden nur Bewerber ab 17 Jahren genommen.“

Ansonsten überwogen die positiven Erfahrungen bei den Firmenvertretern und den Schülern - auch bei denen, die sich gerne gedrückt hätten, weil sie auf die FOS oder BOS gehen wollen. Aber auch für sie kommt einmal das erste Vorstellungsgespräch. mf

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